- 10.09.2026, 12:32:32
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Chronische Wunden: Integrierte Versorgungsmodelle als Schlüssel zu Health Equity und gesundheitlicher Chancengerechtigkeit

Chronische Wunden betreffen eine große Zahl an Menschen in Österreich und stellen sowohl Betroffene als auch das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Wesentlich ist für sie alle die Chancengerechtigkeit punkto Zugang zu Leistungen. Das heutige Dialogforum der Initiative Wund?Gesund! mit Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, Dir. Mag. Dr. Michael Müller (Geschäftsbereich Leistung und Prävention der SVS), DDr. Alexander Eisenmann (Gesundheit Österreich GmbH), Dr.in Anna Vavrovsky (Academy for Value in Health) und den beiden Sprecher:innen der Initiative Wund?Gesund! Mag.a Martina Laschet und Mag. Philipp Lindinger sowie zahlreichen Interessierten leistete einen ersten Anstoß, damit "Health Equity" in Österreich noch stärker ins Bewusstsein rückt. "Gesundheitliche Chancengerechtigkeit bedeutet einen fairen, raschen Zugang zu qualitätsgesicherter Versorgung – unabhängig von Wohnort, Alter, sozialem Hintergrund oder Mobilität. Gerade in der Wundversorgung braucht es integrierte Strukturen, Digitalisierung und Innovation in der Regelversorgung", war man sich auf dem Podium mit Wund?Gesund!-Sprecherin Laschet einig. Das Dialogforum fand aus Anlass des alljährlich am dritten Freitag im September begangenen Tags der Wunde statt.
"Eine chronische Wunde ist eine Wunde, die nicht mehr zugeht – manchmal jahrelang nicht. Wer das nicht selbst erlebt hat, unterschätzt leicht, was das mit einem Leben macht. Im Moment hängt zu viel davon ab, wo jemand wohnt und wie gut jemand noch aus dem Haus kommt. Das darf nicht darüber entscheiden, ob eine Wunde heilt. Mit dem Qualitätsstandard haben Bund, Länder und Sozialversicherung erstmals eine gemeinsame Linie beschlossen. Jetzt muss sie bei den Menschen ankommen", so Staatssekretärin Königsberger-Ludwig.
Niederschwelligkeit, Case-Management und Qualitätsstandards verbessern Health Equity
"Als Sozialversicherung der Selbständigen bietet die SVS allen Selbständigen Österreichs soziale Sicherheit aus einer Hand. Für unsere 1,3 Millionen Kund:innen betreiben wir neun eigene Gesundheitseinrichtungen mit über 1.000 Betten. Wir haben Verträge mit 8.000 Ärzt:innen sowie weiteren 9.000 Partner:innen aus anderen Berufsgruppen. Damit steht uns ein starker Hebel zur Verfügung, um unseren Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung zu leisten. Weil wir das 'Herumirren' auf der Suche nach passenden Versorgungsangeboten vermeiden wollen, bieten wir seit Jahren entsprechendes Case-Management an. Als SVS begleiten wir chronisch Erkrankte niederschwellig und bieten ihnen eine helfende Hand", stellte Müller klar.
"Mit Qualitätsstandards gemäß Gesundheitsqualitätsgesetz werden bundesweite Anforderungen in der Patient:innenversorgung festgelegt. Die Empfehlungen der Qualitätsstandards sind evidenzbasiert und sollen auf Basis der regionalen Strukturen und Rahmenbedingungen umgesetzt werden", so Eisenmann, Projektleiter für den Qualitätsstandard Integrierte Versorgung Chronische Wunden, der im Rahmen der Zielsteuerung Gesundheit erstellt wurde. "Die Zielsteuerungspartner haben es im Frühjahr geschafft, erstmals bundesweit einen abgestimmten Rahmen für die integrierte, qualitätsgesicherte Versorgung von Patient:innen mit chronischen Wunden in Österreich zu schaffen." Zentral dabei: Interprofessionelle Zusammenarbeit, Versorgungskontinuität und Patient:innenorientierung.
Die richtige Versorgung muss die Patient:innen rechtzeitig erreichen
"Gerechter Zugang zum Wundmanagement ist weit mehr als das Zurverfügungstellen einzelner Produkte. Gerechter Zugang bedeutet hier: Die richtige Versorgung muss Patient:innen rechtzeitig erreichen anstatt den Patient:innen die Suche nach der richtigen Versorgung aufzubürden. Weil sich chronische Wunden nicht an sektorale Grenzen halten, bewegen sich Betroffene oftmals zwischen Krankenhaus, Fachärzt:innen, Hausärzt:innen, Pflege und ihrem privaten Zuhause. All diese Übergänge bedeuten Verzögerungen, Informationsverluste und Ungleichheiten. Qualität und Wirtschaftlichkeit entstehen durch integrierte Versorgungspfade, bessere Daten und den Fokus auf relevante Outcomes für Patient:innen", erklärte Vavrovsky.
Initiative Wund?Gesund! für Dialog, Teamarbeit und Interdisziplinarität
"Als Initiative Wund?Gesund! stehen wir für den Dialog, Teamarbeit und Interdisziplinarität. Wir wollen für die Betroffenen für den gleichen Euro die gleiche Leistung über ganz Österreich erzielen. Ungleicher Zugang beginnt schon bei der Diagnose - wer rasch zur richtigen Stelle findet, heilt schneller. Österreich hat ein Systemproblem, kein Ressourcenproblem. Es wird immer deutlicher, dass Gesundheitspolitik und damit der gerechte Zugang zum Gesundheitswesen Schritt für Schritt europäischer wird, auch wenn der EU-Vertrag das noch nicht entsprechend abbildet. Zwar machen wir in Österreich durchaus Fortschritte, aber leider denken Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen, Gebietskörperschaften und Versicherungen immer noch vielfach entlang der Sektorengrenzen. Es gilt also, dranzubleiben. Dann werden wir Schritt für Schritt einen zentralen, transparenten, nachvollziehbaren, einheitlichen und verbindlichen Einreich- und Erstattungsprozess für eine sichere Versorgung mit qualitativ hochwertigen, innovativen Medizinprodukten erreichen", schloss Lindinger.
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