- 10.09.2026, 10:05:02
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Hattmannsdorfer: Investment Obligation für Film muss Arbeitsplätze schaffen und Österreich im Wettbewerb stärken
EU-Entscheidung zu deutscher Streamingabgabe bestätigt BMWET: Österreichische Investment-Obligation faktenbasiert, behutsam und ohne Standortnachteile umsetzen.

Die gestern bekannt gewordene Entscheidung der EU-Kommission zum deutschen Modell einer Streamingabgabe bekräftigt die Haltung des Wirtschaftsministeriums in der aktuell laufenden Erarbeitung einer Investment Obligation in Österreich. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat erst vor wenigen Tagen anlässlich eines Setbesuchs bei der Erfolgsserie „Der Bergdoktor“ in Ellmau zwei klare Bedingungen für die geplante Investment Obligation formuliert: Erstens muss sie wirtschaftlich verträglich sein und zusätzliche Produktionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich schaffen. Zweitens darf sie den österreichischen Filmstandort gegenüber seinen europäischen Mitbewerbern nicht benachteiligen.
„Wir bekennen uns zur betriebswirtschaftlich verträglichen Investment Obligation, wie sie im Regierungsprogramm vorgesehen ist. Für mich sind dabei zwei Punkte entscheidend: Sie muss zusätzliche Produktionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze nach Österreich bringen. Und sie darf uns gegenüber anderen europäischen Filmstandorten keinen Wettbewerbsnachteil verschaffen. Unser Anspruch muss vielmehr sein, Österreich für Investitionen attraktiver zu machen als unsere Mitbewerber. Deshalb arbeiten wir an einem österreichischen Modell, das den Standort stärkt und wirtschaftlich verträglich ist“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
FISAplus sichert Investitionen und Planungssicherheit
Wie wichtig wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sind, zeigt das Förderprogramm FISAplus. Jeder Euro Förderung führt zu rund drei Euro direkten Produktionsausgaben in Österreich. Laut Evaluierung löst ein Förder-Euro insgesamt 3,41 Euro Wertschöpfung aus. Allein 2023 und 2024 wurden durch FISAplus rund 390 Millionen Euro zusätzliche Bruttowertschöpfung in Österreich ausgelöst.
Um den Produktionsstandort wettbewerbsfähig zu halten, wird FISAplus weiter abgesichert. Für 2027 und 2026 stehen jeweils rund 50 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird insbesondere mehrjährigen Film- und Serienproduktionen größtmögliche Planungssicherheit geboten.
„Wir wollen, dass in Österreich nicht nur schöne Kulissen gefilmt werden, sondern dass hier investiert, produziert und beschäftigt wird. Filmförderung ist aktive Standortpolitik: Sie bringt Aufträge für heimische Betriebe, sichert Arbeitsplätze und stärkt die Wertschöpfung in den Regionen. Mit FISAplus schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen und sorgen dafür, dass Österreich im europäischen Wettbewerb um Film- und Serienproduktionen ganz vorne mitspielen kann“, so Hattmannsdorfer.
Thomas Bretschneider, COO der ndF: mbH, Produktionsfirma des „Bergdoktors“: „Eine Serie wie der Bergdoktor lebt von langfristiger Planung und verlässlichen Rahmenbedingungen. Über viele Jahre entsteht dabei nicht nur eine erfolgreiche Produktion, sondern auch Know-how, Beschäftigung und eine enge Verbindung mit der Region. Ein wettbewerbsfähiger Filmstandort ist deshalb für Produzenten von zentraler Bedeutung.“
„Bergdoktor“ bringt internationale Sichtbarkeit und touristische Wertschöpfung
Produktionen wie der „Bergdoktor“ zeigen, wie Filmförderung regionale Wertschöpfung, internationale Sichtbarkeit und touristische Nachfrage miteinander verbindet. Die Serie erreicht mehr als 65 Millionen Menschen und macht Österreich sowie die Region Ellmau international sichtbar.
Eine aktuelle Analyse von paul und collegen beziffert den errechneten Media Value des „Bergdoktors“ allein im ersten Halbjahr 2026 mit rund 5,7 Millionen Euro. Insgesamt wurden 7.505 mediale Erwähnungen der Serie ausgewertet, davon mehr als 1.500 mit konkretem Bezug zu einem Drehort. Ellmau allein wurde 814 Mal genannt. Die Studie bezeichnet den „Bergdoktor“ als Best-Practice-Beispiel dafür, wie Produktion, Stars, Region und Drehorte gemeinsam touristische und mediale Wirkung entfalten.
Auch wirtschaftlich zeigt sich der Hebel der Förderung: Einem FISAplus-Fördervolumen von rund 2,3 Millionen Euro stehen laut Berechnung Effekte von rund 9,9 Millionen Euro gegenüber – darunter Steuereinnahmen, eingesparte Sozialtransfers und der touristische Werbewert der Produktion.
Seit dem Start von FISAplus wurden von 2023 bis 2026 insgesamt 263 Film- und Serienprojekte unterstützt. Zu den geförderten Produktionen zählen unter anderem Kafka, Vienna Blood, Nine Perfect Strangers, The Palace, Cliffhanger 2, Braunschlag, Soko Donau und Kommissar Rex.
Die Studie zeigt zudem, dass die „Bergdoktor-Region“ Wilder Kaiser bei den Übernachtungen seit 2007 eine deutlich stärkere Entwicklung als der Tirol-Durchschnitt verzeichnet. Film- und Serientourismus wird damit zu einem zusätzlichen wirtschaftlichen Faktor für ganze Regionen.
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