• 10.09.2026, 10:00:32
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Umfragedaten belegen: Testamentsspenden unverzichtbar im Spendengefüge

Zum International Legacy Giving Day am 13. September sagen Testamentsspenden-Initiativen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gemeinsam Danke.

Wien (OTS) - 

Aktuelle Zahlen zeigen: Testamentsspenden sind längst keine Nischenform des Gebens mehr. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung gemeinnütziger Anliegen sämtlicher Wirkungsbereiche. Der International Legacy Giving Day am 13. September hebt die wachsende Bedeutung von Erbschaften für den guten Zweck hervor. Zu diesem Anlass sagen die gemeinnützigen Initiativen Vergissmeinnicht (Österreich), Allianz für das Gemeinwohl (Schweiz) und Nachlass-Portal (Deutschland) Danke.

In vielen europäischen Ländern machen sinkende Geburtenzahlen und mehr Einpersonenhaushalte die Frage der Nachlassregelung gesellschaftlich immer relevanter. Doch nicht nur in Österreich, auch in Deutschland und der Schweiz ist die Vorsorge per Testament noch wenig verbreitet: Erst rund ein Drittel der Menschen über 40 Jahre im DACH-Raum hat seinen Nachlass testamentarisch geregelt. Gleichzeitig zeigt sich international der Trend, dass immer mehr Menschen mit ihrem Vermögen über das eigene Leben hinaus Gutes bewirken möchten. Sie bedenken in ihrem Testament soziale, humanitäre, ökologische, kulturelle oder andere gemeinnützige Zwecke und hinterlassen damit über den eigenen Tod hinaus etwas für das Gemeinwohl.

DACH-Raum: Bedeutung von Erbschaften für gemeinnützigen Sektor stark gestiegen

Daraus resultieren laut der ERNOP-Studie „Philanthropy in Europe“ europaweit jährlich mindestens 8,4 Mrd. Euro für gemeinnützige Zwecke. Das sind 8 % aller Spenden in Europa. Noch höher ist der Anteil im DACH-Raum: In Österreich wurden 2025 nach Berechnungen des Fundraising Verband Austria 122 Mio. Euro testamentarisch für gemeinnützige Zwecke vererbt. Damit stammt mittlerweile fast jeder neunte Spendeneuro aus einem Testament (rund 12 % der Gesamtspenden). Über die vergangenen zehn Jahre hat sich das Testamentsspenden-Aufkommen in Österreich mehr als verdoppelt.
Die Schweiz weist den höchsten Anteil an Legaten im DACH-Raum auf: Laut dem Schweizer Spendenreport der Stiftung Zewo erhielten die Zewo-zertifizierten Hilfswerke zuletzt rund 18,3 % der gesamten Einnahmen aus Legaten. Einer Erhebung der Schweizer Allianz für das Gemeinwohl bei über 70 gemeinnützigen Organisationen nach stammt sogar jeder vierte Spendenfranken aus einem Testament. Das deutsche Nachlass-Portal führte ebenfalls eine Befragung durch, mit dem Ergebnis, dass Vermächtnisse unter den Mitgliedsorganisationen derzeit rund 10 % des Spendengefüges ausmachen.
„Die aktuellen Daten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zeigen ein gemeinsames Bild: Testamentsspenden sind fixer Bestandteil des Spendengefüges und gewinnen weiter an Bedeutung –laut Studie der Europäischen Kommission werden die vererbten Vermögenswerte in den kommenden Jahrzehnten stark zunehmen“, weiß Ruth Williams, Geschäftsführerin Fundraising Verband Austria.

Wachsendes Interesse, aber auch großer Informationsbedarf in der Bevölkerung

Das Interesse an Testamentsspenden ist deutlich gestiegen. Gleichzeitig besteht eine große Lücke zwischen Bereitschaft und Umsetzung, denn bei der erbrechtlichen Gestaltung sind für viele Menschen noch zentrale Fragen offen: Wie kann eine gemeinnützige Organisation rechtswirksam bedacht werden? Was gilt es bei der Testamentserrichtung zu beachten? Und wie stellt man sicher, dass der eigene letzte Wille später auch umgesetzt wird? Umso wichtiger ist neutrale und flächendeckende Information – eine Aufgabe, der sich in Österreich die Initiative Vergissmeinnicht gemeinsam mit der Österreichischen Notariatskammer widmet.
Wie groß das Potenzial tatsächlich ist, zeigt der Blick auf die Bevölkerung: In Österreich können sich rund 20 % der über 40-Jährigen vorstellen, einmal ihr Vermögen oder einen Teil davon gemeinnützigen Zwecken zu hinterlassen. Aber nur in 2 % der Testamente ist derzeit ein gemeinnütziger Zweck verankert. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Deutschland. Anders in der Schweiz: Laut einer Umfrage bei 1000 Personen im Auftrag der Schweizer Allianz für das Gemeinwohl berücksichtigt bereits jedes fünfte Testament in der Schweiz eine gemeinnützige Organisation.
„Mit ein Grund für die steigende Bereitschaft in der österreichischen Bevölkerung ist sicher die kostenlose und neutrale Aufklärungsarbeit der Initiative Vergissmeinnicht. Über Informationsabende in allen Bundesländern gemeinsam mit lokalen Notar:innen, einen Erbrechtsratgeber, einen Testamentsleitfaden oder einen Online-Testamentsrechner informiert die Plattform auf www.vergissmeinnicht.at seit 2012 darüber, was beim Testament und beim Wunsch nach einer gemeinnützigen Erbschaft beachtet werden sollte“, gibt Markus Aichelburg, Leiter der Initiative Vergissmeinnicht, Einblick.

Was Menschen bewegt, über das eigene Leben hinaus zu geben

Die Motive für Testamentsspenden sind stark von persönlichen Werten geprägt und unterscheiden sich von Land zu Land. In Österreich steht der Wunsch im Vordergrund, über das eigene Leben hinaus Gutes zu bewirken (56 %). Für 38 % ist der persönliche Bezug zu einer bestimmten Organisation entscheidend, während 36 % verhindern möchten, dass ihr Vermögen an den Staat fällt. Dies verdeutlicht eine Besonderheit von Testamentsspenden: Sie entstehen häufig aus einer langjährigen Verbundenheit mit einer Organisation und sind damit auch Ausdruck des Vertrauens in deren Arbeit. Bei den Herzensanliegen von Testamentsspender:innen steht in Österreich der Tierschutz an erster Stelle, gefolgt von Gesundheit, Pflege und Sozialem sowie der Hilfe für Kinder und Jugendliche.

International Legacy Giving Day: gemeinsam sichtbar machen

Der International Legacy Giving Day am 13. September bietet weltweit Anlass, den Menschen zu danken, die mit einer Testamentsspende über ihr eigenes Leben hinaus Gutes bewirken, und gleichzeitig über diese Möglichkeit des gemeinnützigen Engagements zu informieren. Der Aktionstag wird seit 2011 jährlich am 13. September begangen und von Testamentsspenden-Initiativen und gemeinnützigen Organisationen in zahlreichen Ländern aufgegriffen.
Markus Aichelburg: „Ein Testament kann weit mehr regeln als die Weitergabe von Vermögen an die nächste Generation. Es kann auch festhalten, welche Werte, Anliegen und Hoffnungen über das eigene Leben hinaus Bestand haben sollen. Immer mehr Menschen bedenken deshalb in ihrem Testament neben der Familie auch eine gemeinnützige Organisation.“

Rückfragen & Kontakt

Fundraising Verband Austria
Dr. Andreas Anker
Telefon: 0676/4214706
E-Mail: [email protected]

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