- 10.09.2026, 09:24:03
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Welt-Neurodermitis-Tag 2026
Gemeinsam die unsichtbare Belastung von Neurodermitis aufzeigen
Am 14. September, dem Welt-Neurodermitis-Tag, schließen sich Patient:innengruppen weltweit zusammen, um auf die Krankheitslast aufmerksam zu machen, denen Patient:innen mit atopischem Ekzem und ihre Betreuer:innen tagtäglich ausgesetzt sind. Ziel dieses Tages ist es, sich für eine Versorgung und Behandlung einzusetzen, die der Vielschichtigkeit der Erkrankung gerecht wird.
Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist eine häufige, wiederkehrende, chronische Hauterkrankung, von der weltweit 230 Millionen Menschen betroffen sind, was sie zu einer der am häufigsten auftretenden Hauterkrankungen weltweit macht. In Österreich leiden 10-20% der Kinder und 2-5% der Erwachsenen an Neurodermitis.
Neurodermitis ist mehr als eine Hauterkrankung
Atopisches Ekzem wird oft als „nur ein Hautausschlag“ abgetan, aber es ist viel mehr als das: Es ist eine schwere Belastung, die von außen oft unsichtbar ist und tief in das Leben der Betroffenen eingreift. Die tatsächlichen Belastungen sind vielschichtig und führen zu chronischen Schmerzen, sichtbaren Entzündungen, Schlafstörungen, Depressionen, Angstzuständen und sozialem Rückzug. Patient:innen und Betreuer:innen setzen sich täglich dafür ein, die Krankheit in den Griff zu bekommen, Zugang zu wirksamen und erschwinglichen Behandlungen zu erhalten, die Finanzierung der oft selbst zu zahlenden Therapien sicherzustellen sowie Stigmatisierung und Isolation entgegenzuwirken.
Die tatsächlichen Belastungen von Neurodermitis sind nicht nur für das Auge unsichtbar, sondern werden auch in der nationalen und regionalen Gesundheitspolitik übersehen. Atopisches Ekzem ist oft von wichtigen Gesundheitsstrategien, Förderaufrufen und Rahmenwerken zur Datenerhebung ausgeschlossen, was zu einer Wissenslücke hinsichtlich der vollständigen Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Gesundheitssysteme führt.
Nationale und internationale Forderungen
Das diesjährige Thema „Break The Invisible Burden“ (Zeige die unsichtbare Belastung) zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen und plädiert für einen mehrdimensionalen Ansatz. Das Fehlen eines ganzheitlichen politischen Ansatzes führt dazu, dass Patient:innen weiterhin mit fragmentierten Versorgungswegen, begrenzter psychologischer Unterstützung und sozialer Stigmatisierung konfrontiert sind. Die Betrachtung von Neurodermitis ausschließlich als dermatologisches Problem wird der tatsächlichen Krankheitslast nicht gerecht und verstärkt die Unsichtbarkeit von Millionen von Menschen, die mit dieser Erkrankung leben. Die Aufnahme des atopischen Ekzems in nationale Strategien zu psychischer Gesundheit, chronischen Erkrankungen und sozialer Inklusion kann wegweisend sein, um Millionen von Menschen weltweit, die mit dieser übersehenen Erkrankung leben, ihre Würde, ihr Wohlbefinden und ihre Hoffnung zurückzugeben.
Gezielter Aufklärungsbedarf rund um Neurodermitis, frühzeitige Diagnose, Zugang zu neuartigen Therapien, integrierte Behandlung, die auch die psychosoziale Belastung umfasst, sowie bessere Vernetzung von Ärztinnen und Ärzten und deren Standesvertretungen mit politischen Entscheidungsträger:innen sind nur einige Herausforderungen, die zu bewältigen sind, um das Leben mit Neurodermitis künftig zu erleichtern.
Als Patient:innenorganisation fordert die ÖLU zudem die dringend notwendige Erhebung von österreichischen Daten zur Krankheitslast und therapeutischen Versorgung der Neurodermitis-Patient:innen, um künftig evidenz-basiert agieren zu können.
Diese Maßnahmen werden auch in der WHA-Resolution zu Hautkrankheiten gefordert, die von den Mitgliedstaaten auf der 78. Weltgesundheitsversammlung verabschiedet wurde und die „Hautkrankheiten als globale gesundheitspolitische Priorität“ anerkennt.
Die WHA-Resolution hebt insbesondere die Gefahr hervor, dass die Krankheitslast von Hautkrankheiten unterschätzt wird. Sie bietet die Gelegenheit, sich für die Probleme der Betroffenen einzusetzen, darunter medizinische, soziale, wirtschaftliche, gesundheitspolitische und finanzielle Aspekte. „Break The Invisible Burden“ (Zeige die unsichtbare Belastung) ist ein eindringlicher Aufruf, die Resolution auf regionaler, nationaler und globaler Ebene in die Tat umzusetzen, um die Belastungen durch Hauterkrankungen - wie im besonderen Neurodermitis - aufzuzeigen. Die Resolution stellt einen starken Rahmen dar, der es Patient:innen und Patient:innenorganisationen weltweit ermöglicht, ihre Forderungen und Wünsche nach politischen Veränderungen auf nationaler Ebene vorzubringen.
Appelle von NGOs
Károly Illy, Präsident der Europäischen Föderation der Patient:innenverbände für Allergien und Atemwegserkrankungen (EFA), erklärt: „Hinter jedem Schub des atopischen Ekzems verbirgt sich eine unsichtbare Belastung: schlaflose Nächte, Ängste, Isolation und Stigmatisierung. Trotz ihrer erheblichen menschlichen und wirtschaftlichen Kosten findet die Krankheit in den großen europäischen Gesundheitsdebatten keine Beachtung. Das muss sich ändern. Auf europäischer Ebene sind unsere Forderungen klar: die Einbeziehung des atopischen Ekzems in die nächste Fassung der EU NCD Initiative (Initiative der Europäischen Union gegen nicht übertragbare Krankheiten), die Etablierung einer gemeinsamen EU-Maßnahme mit Schwerpunkt auf Neurodermitis sowie die Unterstützung bei der Evidenz-Gewinnung zur Untermauerung einer systemischen Politikgestaltung.“
„Am 14. September schließen wir uns als globale Gemeinschaft von Hautpatient:innen zum Welt-Neurodermitis-Tag zusammen. Wir anerkennen und bestätigen die vielen unsichtbaren Belastungen, denen Menschen mit atopischem Ekzem ausgesetzt sind und wie sich diese vielschichtige Erkrankung auf ihr psychisches und physisches Wohlbefinden auswirkt. Wir rufen politische Entscheidungsträger:innen weltweit dazu auf, ihre Unterstützung für Patient:innen mit atopischem Ekzem zu zeigen, indem sie Hauterkrankungen und die Lebenserfahrungen der Betroffenen in gesundheitspolitische Diskussionen und auf lokaler Ebene in nationale Gesundheitsstrategien einbeziehen. Gemeinsam können wir Veränderungen bewirken.“ Jennifer Austin, Chief Executive Officer, GlobalSkin.
Die Österreichische Lungenunion schließt sich der Europäischen Föderation der Patient:innen-verbände für Allergien und Atemwegserkrankungen (EFA) sowie der Internationalen Allianz der Dermatologie-Patient:innenorganisationen (GlobalSkin) bei dieser Kampagne an, die unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit angelegt ist.
Auch Expert:innen im Gesundheitswesen, Entscheidungsträger:innen in der Gesundheitspolitik und alle Interessengruppen sind eingeladen, die Krankheitslast durch Neurodermitis anzuerkennen, sich an der Kampagne zu beteiligen sowie Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass Patient:innen eine zeitnahe und effiziente Versorgung erhalten.
Betroffene sind eingeladen, noch heute ihre persönliche Geschichte zu teilen. Unter Verwendung der Hashtags: #AtopicEczemaDay, #WorldAtopicEczemaDay und #BreakTheInvisibleBurden in den sozialen Medien unterstützen Sie und werden Sie Teil der weltweiten Aktion!
Erfahren Sie mehr unter: https://www.lungenunion.at/einladung-von-globalen-verpflichtungen-zu-konkreten-massnahmen-gemeinsam-die-unsichtbare-belastung-des-atopischen-ekzems-in-europa-ueberwinden-breaktheinvisibleburden/
Rückfragen & Kontakt
Österreichische Lungenunion
Gundula Koblmiller, MSc
Telefon: 01 / 330 42 86; 0664 509 92 58
E-Mail: [email protected]
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