- 10.09.2026, 09:00:32
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Freizeitwirtschaft: Kultureuros treffen jede Wienerin und jeden Wiener
Zusätzliche Abgabe auf Eintrittskarten verteuert das Leben aller – Schmidt: „Stadt erhöht Einnahmen auf Risiko der Unternehmer und Kosten der Bewohner“
Der kolportierte „Kultureuro“, einer zusätzlichen Abgabe zugunsten der Stadt auf Tickets und Eintrittskarten, stößt auf Ablehnung seitens der Wiener Freizeit- und Eventbranche. So wären von einer solchen Steuer alle öffentlichen Veranstaltungen in Wien betroffen und damit auch alle Bewohner der Stadt. „Hier trifft es jede einzelne Wienerin und jeden Wiener - und das in Zeiten der allgemeinen Teuerung. Jedes Konzert, jede Theatervorführung, jeder Ball oder jedes Vereinsfest, das Karten verkauft, wird dadurch teurer“, so Gerti Schmidt, Obfrau der Fachgruppe der Freizeitbetriebe in der Wirtschaftskammer Wien.
Für Schmidt ist auch klar, dass darüber hinaus ein solcher Kultureuro nicht nur das Leben der Wienerinnen und Wiener treffen würde, sondern auch das Überleben einzelner Events: „Wenn wir hören, dass hier zehn Prozent oder sogar noch mehr vom Ticketpreis angedacht sind und wir wissen, wie knapp Veranstalter mit ihren Ticketpreisen kalkulieren müssen, ist klar: Das kann sich oft nicht ausgehen. Da werden Besucher wegbleiben und damit viele Events nicht mehr kostendeckend sein können. Geschweigen denn ein Gewinn für die Veranstalter sein.“ Damit ginge dann nicht nur die Geschäftsgrundlage vieler Veranstalter verloren, sondern auch die Finanzierungsgrundlage vieler Vereine im Freizeitsektor, so Schmidt: „Viele Sportclubs etwa bessern ihre Jahresbudgets durch Veranstaltungen wie einen jährlichen Ball auf. Bleiben dort dann die Gäste aus, weil sie sich die Tickets nicht mehr leisten können, trifft das die Vereine direkt. Und wenn diese Feste dann wegfallen trifft das alle beteiligten Branchen: Vom Locationbetreiber, über die Caterer und vielen weiteren Zulieferern bis hin zu den Taxis.“ So Schmidt, die abschließend festhält: „Hier holt sich die Stadt Zusatzeinnahmen, denn sie verdient vom ersten Ticket an. Die Wienerinnen und Wiener müssen tiefer in die Tasche greifen und die Veranstalter haben ein höheres Risiko, dass sie es nicht in die Gewinnzone schaffen. Und wir alle laufen Gefahr, dass viele Veranstaltungen, die Wien ausmachen, künftig nicht mehr stattfinden können. Und damit wird das Angebot der Kultur- und Freizeitstadt Wien eingeschränkt.“
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