• 09.09.2026, 15:27:02
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LR Rosenkranz: „Politik hört zu“ – Zukunftschancen für junge Menschen

Teil 4 zum Thema Lehre, Arbeitswelt und Künstliche Intelligenz

St. Pölten (OTS) - 

Zum vierten Mal lud Landesrätin Susanne Rosenkranz im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Politik hört zu“ zum Austausch in den Ostarrichisaal des NÖ Landhauses in St. Pölten. Vertreter aus Wirtschaft, Arbeitnehmervertretung und Arbeitsmarkt sowie Experten aus den Bereichen Jugend, Bildung und künstliche Intelligenz brachten ihre Expertisen zu Ausbildung, Beruf und Zukunft junger Menschen ein.

„Wir dürfen Jugendlichen KI nicht als Bedrohung vermitteln, sondern müssen ihnen zeigen, wie sie diese Technologie selbstbewusst und verantwortungsvoll als Werkzeug einsetzen können“, hielt Rosenkranz fest.

Ein zentraler Teil der Diskussion widmete sich dem Stellenwert praktischer Ausbildung in einer zunehmend von künstlicher Intelligenz geprägten Arbeitswelt. Gerade die Lehre ermöglicht es jungen Menschen, bereits während der Ausbildung betriebliche Praxis, anwendbares Fachwissen und konkrete berufliche Fähigkeiten zu erwerben. Gleichzeitig verändert künstliche Intelligenz den Einstieg in zahlreiche andere Berufsfelder. Dabei wurde diskutiert, welche Tätigkeiten künftig automatisiert oder unterstützt werden können und welche Kompetenzen dadurch an Bedeutung gewinnen.

Mathias Lipp-Rosenthal von der KI Schmiede erklärte: „Die entscheidende Frage ist nicht, ob künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert, sondern wie wir junge Menschen darauf vorbereiten. Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die Orientierung, zeitgemäße Bildung und Zugang zu praxisnaher Kompetenzentwicklung ermöglichen. So wird aus technologischer Veränderung eine Zukunft, die junge Menschen selbstbewusst mitgestalten können.“

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf einem bekannten Widerspruch am Arbeitsmarkt: Es gibt offene Lehrstellen und interessierte Jugendliche, allerdings finden diese nicht immer zueinander. Neben regionalen oder kommunikativen Gründen kann auch die Vielzahl an Ausbildungs- und Berufswegen die Orientierung erschweren.

Andrea Stoick, Geschäftsführerin der PSZ eGmbH, betonte: „Junge Menschen brauchen realistische Perspektiven, klare Rahmenbedingungen und tragfähige Beziehungen, um Orientierung, psychische Stabilität und Selbstvertrauen zu entwickeln. Übergänge in Ausbildung und Arbeit gelingen dort, wo Jugendliche Selbstwirksamkeit erleben: ich kann gestalten, Sinnvolles beitragen, Fehler sind erlaubt - und auch in schwierigen Phasen steht jemand an meiner Seite.“

Carmen Treml von Agenda Austria erklärte dazu: „Lehrstellen gibt es, interessierte Jugendliche auch – sie finden nur nicht zueinander: falsche Branche, zu weit weg, fehlende Vorkenntnisse. Das ist kein Desinteresse an der Lehre, sondern ein Vermittlungsproblem. Und das ist lösbar. Viele Länder beneiden uns zu Recht um unsere duale Ausbildung. Nur wir selbst behandeln sie viel zu oft wie eine Ausbildung zweiter Klasse.“ Gleichzeitig verwies sie auf strukturelle Veränderungen bei den Ausbildungsbetrieben: „Kleinbetriebe bilden heute nur noch halb so viele Lehrlinge aus wie 2010 – Großbetriebe mehr denn je. Das ist kein Zufall, sondern eine Diagnose für den österreichischen Arbeitsmarkt.“

Auch das AMS Niederösterreich sieht frühzeitige Information und realistische Berufsperspektiven als wesentliche Voraussetzung für gute Ausbildungsentscheidungen. Landesgeschäftsführerin Sandra Kern hielt fest: „Junge Menschen wählen ihre Ausbildung heute nicht allein nach Arbeitsplatzsicherheit, sondern vor allem nach Sinnhaftigkeit, persönlichen Interessen und ihrem sozialen Umfeld. Umso wichtiger ist es, dass sie frühzeitig Zugang zu verlässlichen Informationen und realistischen Berufsperspektiven erhalten. Unser Ziel ist, Jugendliche mit oder ohne Pflichtschulabschluss zu einem Lehrabschluss zu ermutigen. Mit den BerufsInfoZentren, der Schulklassenbetreuung und einer umfassenden Berufs- und Bildungsberatung unterstützt das AMS Niederösterreich Jugendliche dabei, fundierte Entscheidungen für ihren Berufsweg zu treffen. So tragen wir dazu bei, Informationslücken zu schließen, das Image der Lehre faktenbasiert zu stärken und neue Chancen auch in weniger nachgefragten Lehrberufen aufzuzeigen.“

Auch die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung wurde thematisiert. Robert Hörmann von der Arbeiterkammer Niederösterreich unterstrich: „Die Lehre ist keine Sackgasse. Sie schafft eine fundierte berufliche Basis und eröffnet gleichzeitig zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung – etwa durch modulare Ausbildungswege, zusätzliche Qualifikationen oder die Lehre mit Matura. Entscheidend ist, dass junge Menschen wissen, welche Perspektiven ihnen nach einem Lehrabschluss offenstehen.“

„Die Wirtschaft Niederösterreichs kämpft mit einem großen Fachkräftemangel. Daher ist es natürlich wichtig, so viele junge Menschen wie möglich ins Berufsleben zu bringen. Die Lehre ist ein sehr guter Einstieg in die Berufswelt. Daher ist gemeinsam weiter am positiven Image der Lehre zu arbeiten“, verwies Stefan Gratzl von der Wirtschaftskammer Niederösterreich auf die Bedeutung der Lehre für die heimische Wirtschaft.

„Niederösterreich soll ein Land der Meister statt nur der Master bleiben. Junge Menschen brauchen wieder mehr Orientierung, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Bewusstsein, dass eine gute berufliche Ausbildung ein ebenso starker Weg in eine erfolgreiche Zukunft ist. Das hat uns der heutige Austausch gezeigt“, so Rosenkranz abschließend.

Für weitere Informationen: Peter Groiß, Referent, Büro Landesrat Rosenkranz, Mobil: 0676 / 812 – 13789, E-Mail: [email protected]

Rückfragen & Kontakt

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
Doris Zöger
Telefon: 02742/9005-13314
E-Mail: [email protected]

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