• 09.09.2026, 14:47:32
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Wasserzukunft: Niederösterreich stärkt Versorgung und Wasserrückhalt

LH-Stv. Pernkopf: „Wasser für die Zukunft sichern, schützen und sinnvoll nützen“

St. Pölten (OTS) - 

Die vergangenen zwölf Monate waren die trockensten seit Beginn der Messgeschichte vor 176 Jahren. Nach einer Lagebesprechung mit Expertinnen und Experten präsentierte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf heute, Mittwoch, gemeinsam mit Martin Angelmaier, Gruppenleiter Wasser beim Amt der NÖ Landesregierung, den aktuellen Stand und gab Aufträge für die nächsten Schritte für die Wasserzukunft.

„Der Sommer war heiß und trocken, das haben wir alle gespürt – beim Trinkwasser, in der Landwirtschaft und in der Natur. Der Auftrag ist daher glasklar: Unser Wasser für die Zukunft sichern, schützen und sinnvoll nützen. Niederösterreich soll beim Thema Wasser, beim Schutz vor Naturgefahren und bei der Sicherung unserer Wasserressourcen Vorreiter in Österreich und Europa sein“, sagte Pernkopf. Seit Jahresbeginn liege der Niederschlag um 30 bis 60 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, 91 Prozent der Grundwassermessstellen weisen niedrige oder sehr niedrige Werte auf, bei den Oberflächengewässern sind es 88 Prozent.

Die Wasserversorgung durch Gemeinden und Verbände sei dennoch gewährleistet. Punktuell habe es Engpässe in Streulagen, insbesondere im ländlichen und alpinen Raum, sowie Aufrufe einzelner Gemeinden zum Wassersparen gegeben. Massive Auswirkungen habe die Trockenheit auch auf die Landwirtschaft. „Dabei geht es nicht nur um unsere Bäuerinnen und Bauern, sondern um die Versorgungssicherheit mit Lebensmittel für unsere gesamte Gesellschaft“, betonte Pernkopf.

Als ersten Schwerpunkt nannte Pernkopf die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Dazu werden Trink- und Regenwasserpläne erstellt: 31 sind bereits fertiggestellt, 73 weitere in Arbeit. Gleichzeitig soll massiv in die Infrastruktur investiert werden. Derzeit sind 200 Projekte in Bau, in den kommenden zwei Jahren sollen weitere 300 folgen – von neuen Leitungen über Hochbehälter bis zu Reservoirs.

Auch die überregionale Vernetzung wird weiter vorangetrieben. Geplant sind unter anderem eine neue Verbindung zwischen Wein- und Industrieviertel sowie eine Erweiterung der Versorgung vom Zentralraum in Richtung Waldviertel. In der Landwirtschaft sollen Bewässerungsprojekte, Speicherteiche und innovative Bewirtschaftungsmethoden die Anpassung an den Klimawandel unterstützen. „Wasser geht uns alle an. Auch jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten, indem wir Wasser sparsam einsetzen und, wo es möglich ist, wiederverwenden“, so Pernkopf.

Zweiter Schwerpunkt ist der Wasserrückhalt. „Der Regentropfen muss möglichst dort gehalten werden, wo er fällt. Dazu müssen wir unseren Gewässern mehr Platz geben und Wasser stärker in der Fläche zurückhalten“, erklärte Pernkopf. Seit 2010 wurden 230 Renaturierungsprojekte umgesetzt, rund zehn weitere befinden sich derzeit in Bau, weitere wie an der Großen Tulln sind in Vorbereitung. Künftig soll rund ein Drittel der Mittel für den Hochwasserschutz in Wasserrückhalt und Retention fließen. Ergänzend unterstützt das Land mit dem NÖ Bodenbonus die Entsiegelung und Umgestaltung öffentlicher Flächen nach dem Schwammstadt-Prinzip. 45 Projekte wurden bereits unterstützt, darunter Vorhaben in Tulln und Amstetten; in Melk ist im Herbst der Spatenstich geplant. Pernkopf: „Wenn wir unseren Gewässern wieder mehr Platz geben, wenn wir sparsam und verantwortungsvoll mit Wasser umgehen und gleichzeitig die Verteilung und Vernetzung unserer Wasserversorgung stärken, dann sichern wir unser Wasser für die Zukunft unseres Landes.“

Martin Angelmaier, Gruppenleiter Wasser beim Amt der NÖ Landesregierung, verwies auf die außergewöhnliche Entwicklung der vergangenen Jahre: „Vor ziemlich genau zwei Jahren war Niederösterreich von einer der größten Hochwasserkatastrophen betroffen, die dieses Land jemals erlebt hat. Jetzt stehen wir ganz im Zeichen einer außergewöhnlichen Trockenperiode.“ Von Jänner bis August sei lediglich der Februar niederschlagsreicher gewesen, alle anderen Monate seien deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen. Neben dem fehlenden Niederschlag würden hohe Temperaturen und damit eine hohe Verdunstung sowie der gestiegene Wasserverbrauch die Grundwasserstände zusätzlich beeinflussen.

Dass die Versorgung dennoch stabil geblieben sei, sei Ergebnis konsequenter Investitionen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte, so Angelmaier. 92 Prozent der niederösterreichischen Bevölkerung beziehen ihr Trinkwasser aus öffentlichen Wasserversorgungsanlagen. „Wir haben in Niederösterreich eine sehr gut ausgebaute Wasserversorgungsinfrastruktur, die uns sehr geholfen hat, diese schwierige Situation im Sommer zu bewältigen“, sagte er. Für die Zukunft brauche es vor allem die weitere überregionale und regionale Vernetzung, zusätzliche Speicherkapazitäten und Brunnen sowie Maßnahmen, die Wasser möglichst lange in der Fläche halten. „Das hilft uns nicht nur bei Trockenheit, sondern auch bei Starkregen. Gewässerrenaturierungen haben dabei einen Mehrfachnutzen: Sie helfen beim Hochwasserschutz, gegen Dürre und Hitze und bieten den Menschen einen attraktiven Naherholungsraum.“

Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, Mobil: +43 676 812 15283, E-Mail: [email protected].

Rückfragen & Kontakt

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
Philipp Hebenstreit
Telefon: 02742/9005-13632
E-Mail: [email protected]

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