• 09.09.2026, 09:06:02
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IGGÖ: ÖIF-Studie zeigt politisches Versagen, nicht ein Problem der Muslim:innen selbst

Wien (OTS) - 

Die aktuelle Studie des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zur Einstellung der Bevölkerung gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist für die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) ein ernstes Warnsignal: Rund die Hälfte der Befragten gibt an, sich gestört zu fühlen, wenn Muslim:innen ihre direkten Nachbar:innen wären.

„Diese Zahlen sagen nichts über das Verhalten oder die Integrationsbereitschaft von Muslim:innen aus. Sie sind vielmehr ein Befund über den Zustand unseres gesellschaftlichen Klimas. Wenn die Hälfte der Menschen sagt, dass sie sich an muslimischen Nachbar:innen stören würde, müssen wir uns fragen, was in unserer Gesellschaft und in unseren politischen Debatten in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass eine solche Ablehnung so verbreitet scheint“, erklärt Präsident Ümit Vural.


Politische Rhetorik, die eine ganze Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht stellt oder pauschal mit einem Sicherheitsproblem verbindet, trägt zur Verfestigung dieser Vorurteile bei. Muslim:innen sind seit Jahrzehnten ein selbstverständlicher Teil Österreichs; als Nachbar:innen, Kolleg:innen, Freund:innen und Mitglieder unserer Gesellschaft.

Die IGGÖ betont zugleich, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Extremismus und demokratiefeindlichen Ideologien notwendig ist. Diese muss aber eindeutig zwischen konkreten extremistischen Bestrebungen Einzelner und der muslimischen Bevölkerung insgesamt unterscheiden und wirksame Maßnahmen statt Symbolpolitik liefern.

Die Studie sollte vor allem Anlass sein, sich mit der zunehmenden sozialen Distanz gegenüber Muslim:innen und anderen Minderheiten sowie dem Anteil von Politik und öffentlichem Diskurs daran auseinanderzusetzen. Muslimfeindlichkeit darf nicht dadurch salonfähig werden, dass sie lediglich als statistischer Wert zur Kenntnis genommen wird. Sie muss uns politisch und gesellschaftlich beschäftigen.

Präsident Vural mahnt: „Es braucht eine Debatte darüber, wie wir wieder mehr miteinander statt übereinander sprechen, und eine Politik, die diese Debatte durch konkrete Maßnahmen statt durch Angstmache prägt.“

Rückfragen & Kontakt

Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ)
Telefon: 01/526 31 22
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.derislam.at

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