- 09.09.2026, 09:05:33
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Forschung Austria: RTOs machen aus Forschung Zukunft
Anlässlich der Technology Talks Austria 2026 rückt Forschung Austria die strategische Rolle der angewandten Forschung ins Zentrum.
Forschung ist eine Investition in Zukunft, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Anlässlich der Technology Talks Austria 2026 rückt Forschung Austria die Bedeutung der Research and Technology Organisations, kurz RTOs, in den Mittelpunkt. Als außeruniversitäre, anwendungsorientierte Forschungs- und Technologieorganisationen verbinden sie wissenschaftliche Exzellenz mit industrieller Praxis. Gemeinsam mit Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und anderen Wissenschaftsorganisationen und Universitäten tragen sie dazu bei, Forschungsergebnisse in Anwendungen zu überführen, Innovationsökosysteme weiterzuentwickeln und Unternehmen bei der technologischen Transformation zu begleiten. Dabei sind Innovationsökosysteme europäisch, viele Partnerschaften aus Wissenschaft und Wirtschaft sind europäisch.
„Forschung ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. RTOs tragen dazu bei, dass daraus konkrete technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lösungen entstehen. Sie verbinden Spitzenforschung mit industrieller Praxis, entwickeln gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partner Innovationsökosysteme weiter und begleiten Unternehmen bei der Transformation. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für ein wettbewerbsfähiges Österreich und ein technologisch handlungsfähiges Europa“, sagt Brigitte Bach, Präsidentin von Forschung Austria.
Forschung ist eine Zukunftsinvestition mit hoher Hebelwirkung
Investitionen in Forschung zählen aus Sicht von Forschung Austria zu den produktivsten öffentlichen Ausgaben. Sie schaffen neues Wissen, technologische Fähigkeiten und hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Sie stärken Unternehmen, sichern industrielle Wertschöpfung und schaffen die Voraussetzungen, um gesellschaftliche Herausforderungen mit neuen Lösungen zu bewältigen.
Je nach Studie und untersuchter Wirkungsdimension weisen europäische Wirkungsanalysen Hebel in einer Größenordnung von etwa eins zu fünf bis eins zu sechs aus. Die jeweiligen Berechnungen sind aufgrund unterschiedlicher Methoden und Betrachtungszeiträume nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Sie zeigen jedoch übereinstimmend, dass Forschungsinvestitionen weit über die unmittelbare Förderung hinaus wirtschaftliche, gesellschaftliche und beschäftigungspolitische Wirkungen entfalten.
Auf regionaler Ebene können die Effekte zusätzlich deutlich höher ausfallen. RTOs schaffen hochwertige Beschäftigung, arbeiten mit regionalen Unternehmen und Zulieferern zusammen, ziehen Talente an und stärken durch Forschungsinfrastrukturen, Kooperationen und Ausgründungen die technologische Spezialisierung von Regionen.
Forschung braucht dafür verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen. Wer heute in Kompetenzen, Infrastruktur und Talente investiert, schafft die Grundlage für die Produkte, Dienstleistungen, Unternehmen und Wertschöpfung von morgen. Forschungsfinanzierung ist daher nicht nur eine budgetäre Ausgabe, sondern eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit des Standorts.
RTOs sind wichtige Knoten in Innovationsökosystemen
RTOs sind nicht nur Teil des Forschungs- und Innovationssystems. Sie sind wichtige Netzwerkknoten und entwickeln Innovationsökosysteme gemeinsam mit ihren Partnern weiter. Sie bringen Universitäten und Grundlagenforschung, Unternehmen und Start-ups, öffentliche Einrichtungen, Förderstellen sowie nationale und internationale Partner zusammen.
Eine besondere Stärke liegt in der kontinuierlichen Nähe zur Wirtschaft. RTOs stehen laufend im Austausch mit Unternehmen und Branchen. Dadurch können sie frühzeitig erkennen, welche technologischen Bedarfe entstehen, wie sich Anforderungen verändern und welche Kompetenzen, Infrastrukturen oder Kooperationen für die nächsten Entwicklungsschritte benötigt werden.
International wettbewerbsfähige Unternehmen und exzellente Forschung bedingen und stärken einander. Unternehmen bringen konkrete Herausforderungen, Marktkenntnis und industrielle Erfahrung ein. Forschungseinrichtungen steuern wissenschaftliche Kompetenz, neue technologische Ansätze und spezialisierte Infrastrukturen bei. RTOs unterstützen dabei, diese unterschiedlichen Perspektiven miteinander zu verbinden.
„RTOs verbinden, begleiten und ermöglichen Innovation. Wir stehen im kontinuierlichen Austausch mit Unternehmen, erkennen frühzeitig, wohin sich technologische Bedarfe entwickeln, und bringen die erforderlichen Kompetenzen und Partner zusammen. So führen Forschungsfragen zu neuen Technologien und aus technologischen Möglichkeiten entstehen konkrete Anwendungen“, sagt Heinz Mayer, Vizepräsident von Forschung Austria.
Von der Forschung in die Anwendung
Die besondere Stärke der RTOs liegt an den entscheidenden Übergängen zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Anwendung. Gemeinsam mit Universitäten, Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und weiteren Partnern bringen sie technologische Kompetenz, spezialisierte Infrastruktur und ein Verständnis für konkrete wirtschaftliche und gesellschaftliche Anforderungen zusammen.
Zwischen einem Forschungsergebnis und einer erfolgreichen Anwendung liegen zahlreiche Entwicklungsschritte. Technologien müssen weiterentwickelt, getestet, demonstriert, validiert und unter realen Bedingungen erprobt werden. Auch Normung und Standardisierung sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass neue Lösungen sicher, interoperabel und breit einsetzbar werden können.
RTOs bringen in diese Prozesse – je nach Technologiefeld und Vorhaben – Forschungs- und Entwicklungskompetenz, Test- und Demonstrationsumgebungen, Pilotanlagen sowie Beiträge zu Validierung, Normung und Standardisierung ein. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen können entsprechende Kompetenzen und Infrastrukturen häufig nicht vollständig selbst vorhalten. Die Zusammenarbeit mit RTOs eröffnet ihnen Zugang zu Technologien, Fachwissen, Partnernetzwerken und spezialisierten Anlagen. Dadurch können technische Risiken frühzeitig erkannt und neue Lösungen schrittweise an die Anwendung herangeführt werden.
Wie vielfältig die Wege von der Forschung in die Anwendung sein können, zeigen Kooperationsvorhaben wie die österreichweit und europäisch eingebettete AI Factory Austria AI:AT, Forschungs- und Infrastrukturinitiativen im Bereich der Quantentechnologien oder technologieintensive Ausgründungen. Sie stehen beispielhaft für unterschiedliche Modelle – von gemeinsamer Infrastruktur und langfristiger Forschungskooperation bis zur Entwicklung neuer unternehmerischer Perspektiven.
Kennzeichnend ist jeweils das Zusammenspiel zahlreicher Beteiligter aus universitärer und außeruniversitärer Forschung, Wirtschaft, öffentlicher Hand und europäischen Netzwerken. RTOs bringen darin abhängig vom jeweiligen Vorhaben unterschiedliche Kompetenzen ein. Sie begleiten technologische Entwicklungen, ohne die Leistungen breiter Konsortien oder einzelner Partner für sich zu beanspruchen.
Industriestrategie: Fokus schafft Orientierung
Forschung Austria begrüßt die Industriestrategie Österreich 2035 und deren klare Schwerpunktsetzung. Der Fokus auf neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder schafft Orientierung und setzt dort an, wo Österreich bereits über besondere Kompetenzen verfügt oder aussichtsreiche Entwicklungspotenziale besitzt.
Damit aus technologischen Schwerpunkten langfristige wirtschaftliche und gesellschaftliche Stärke entsteht, braucht es einen abgestimmten Policy-Mix. Dazu gehören eine verlässliche Forschungsfinanzierung, leistungsfähige Forschungs- und Technologieinfrastrukturen, geeignete Förder- und Finanzierungsinstrumente, Fachkräfteentwicklung und Qualifizierung, innovationsorientierte öffentliche Beschaffung sowie Rahmenbedingungen für Normung, Standardisierung und Skalierung.
Ebenso entscheidend ist die Verbindung von Forschungs-, Technologie-, Industrie-, Bildungs- und Standortpolitik. Einzelne Maßnahmen können ihre Wirkung nur dann vollständig entfalten, wenn sie aufeinander abgestimmt sind und von der Forschung über die technologische Entwicklung bis zur Anwendung und industriellen Umsetzung reichen.
RTOs sind dabei wichtige Umsetzungspartner und Wegbegleiter. Sie verbinden technologische Kompetenz und spezialisierte Infrastruktur mit Industriekontakten, Kenntnissen konkreter Anwendungsfelder und europäischen Netzwerken.
„Die Schwerpunktsetzung auf neun Schlüsseltechnologien ist richtig und wichtig. Entscheidend ist nun, dass die unterschiedlichen Instrumente ineinandergreifen. Forschungs-, Technologie-, Industrie- und Bildungspolitik müssen zusammenspielen. RTOs sind dabei wichtige Umsetzungspartner, weil sie Kompetenzen, Infrastrukturen, Wirtschaftskontakte und europäische Netzwerke miteinander verbinden“, so Bach.
RTOs schaffen Verbindungen nach Europa
Für Österreich ist die europäische Dimension von besonderer Bedeutung. Viele Schlüsseltechnologien lassen sich nur in größeren Partnerschaften, mit gemeinsamen Infrastrukturen und ausreichender kritischer Masse entwickeln. Das gilt insbesondere für Forschungsfelder, in denen hohe Investitionen, spezialisierte Anlagen und langfristige Kooperationen erforderlich sind.
Österreich ist im Bereich der angewandten Forschung erfolgreich in europäische Programme eingebunden. Kollaborative Forschungs- und Innovationsvorhaben ermöglichen es heimischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Kompetenzen zu bündeln, Zugang zu europäischen Infrastrukturen zu erhalten und gemeinsame technologische Lösungen zu entwickeln.
RTOs unterstützen österreichische Unternehmen – insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen – dabei, Zugang zu europäischen Forschungs- und Innovationsökosystemen zu finden. Sie können geeignete Programme identifizieren, Partner zusammenbringen, am Aufbau von Konsortien mitwirken und abhängig vom jeweiligen Vorhaben Forschungs-, Entwicklungs- oder Koordinationsaufgaben übernehmen. Damit tragen sie dazu bei, europäisches Wissen, Partnerschaften und Forschungs- und Innovationsmittel für den österreichischen Standort nutzbar zu machen.
„RTOs schaffen Verbindungen nach Brüssel und in europäische Innovationsnetzwerke. Sie unterstützen österreichische Unternehmen dabei, Teil von Konsortien und technologischen Wertschöpfungsnetzwerken zu werden. Gleichzeitig bringen sie Wissen, Partnerschaften und neue Kooperationsmöglichkeiten nach Österreich. Technologische Handlungsfähigkeit entsteht heute in vielen Bereichen im europäischen Zusammenspiel“, betont Mayer.
Europäische Initiativen – vom Chips Act über gemeinsame Vorhaben in Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien bis zu Europe’s Rail und den Important Projects of Common European Interest, den IPCEI – zeigen, wie eng Forschung, Infrastruktur, industrielle Umsetzung und öffentliche Strategie miteinander verbunden sind.
Dazu Forschung Austria Präsidentin Brigitte Bach: „In diesem Herbst laufen die Verhandlungen zum MFF (Mehrjähriger Finanzplan) und parallel werden bis Ende 2027 Governance und inhaltliche Ausgestaltung des 10. Europäischen Forschungsrahmenprogramms und des Europäischen Competitiveness Fund festgelegt. Trotz Budgetknappheit ist es von größter Bedeutung für den Standort Europa und Österreich, dass gerade in den Bereich Forschung und Technologieentwicklung verstärkt investiert wird!“
Solche Vorhaben sind Gemeinschaftsleistungen. Unternehmen, Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, öffentliche Institutionen und weitere Partner bringen unterschiedliche Kompetenzen ein. RTOs beteiligen sich an diesen Verbünden als Forschungs-, Technologie- und Umsetzungspartner und tragen dazu bei, österreichische Stärken in europäische Kooperationen einzubringen.
Forschung Austria setzt sich dafür ein, diese Beiträge sichtbarer zu machen und das Bewusstsein für die strategische Bedeutung der angewandten Forschung zu stärken. Starke RTOs sind ein wesentlicher Bestandteil leistungsfähiger Innovationsökosysteme und tragen gemeinsam mit ihren Partnern dazu bei, Österreichs Wettbewerbsfähigkeit, technologische Handlungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit zu sichern.
Über Forschung Austria
Forschung Austria ist der gesamtösterreichische Dachverband der außeruniversitären, anwendungsorientierten Forschung. Der gemeinnützige Verband bündelt die gemeinsamen Interessen seiner Mitgliedsorganisationen und setzt sich für die Sichtbarkeit, Vernetzung und geeignete Rahmenbedingungen der angewandten Forschung in Österreich und Europa ein.
Rückfragen & Kontakt
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Forschung Austria
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