- 08.09.2026, 12:01:02
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„Alle sprechen Erste Hilfe“ – Johanniter machen Erste Hilfe zu einer Sprache, die alle verstehen
Zum Welttag der Ersten Hilfe am 12. September setzen die Johanniter auf Inklusion: Erste Hilfe soll alle erreichen, unabhängig von Sprache, Behinderung oder Lebenssituation.
Anlässlich des Welttags der Ersten Hilfe starten die Johanniter Österreich die Aktion „Alle sprechen Erste Hilfe“. Im Mittelpunkt steht die Vielfalt, mit der Erste-Hilfe-Wissen heute vermittelt werden kann: Sprachbarrieren werden mit Übersetzungstechnologie abgebaut, in Forschungsprojekten wird ein passendes Kursangebot für Menschen mit Behinderung entwickelt, und gemeinsam mit Partnerorganisationen entstehen neue, niederschwellige Kursformate. Die Johanniter, die 2025 rund 22.300 Menschen zu Ersthelfer:innen ausgebildet haben, räumen dafür Zugangshürden aus dem Weg und setzen gezielt bei jenen Gruppen an, die schwerer zu erreichen sind.
„Erste Hilfe darf niemanden ausschließen. Mit ‚Alle sprechen Erste Hilfe‘ zeigen wir, dass wir Sprache, Behinderung oder besondere Lebenssituationen nicht als Hindernis, sondern als Ansporn sehen, unsere Kurse weiterzuentwickeln“, so Petra Grell-Kunzinger, Bundesgeschäftsführerin der Johanniter Österreich.
Warum Inklusion in der Ersten Hilfe zählt
Erste Hilfe ist eine gesellschaftliche Aufgabe – und die Zahlen zeigen, dass „alle“ dabei wörtlich zu nehmen ist. Rund 2,5 Millionen Menschen in Österreich haben einen Migrationshintergrund, das entspricht 27,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Rund 1,9 Millionen Menschen leben mit einer Behinderung. Sprachbarrieren und eingeschränkte Teilhabe sind damit kein Randthema, sondern betreffen einen erheblichen Teil der Bevölkerung.
Wie viel jede zusätzlich ausgebildete Person zählt, zeigen die Wiener Reanimationsdaten: Die Überlebenschance nach einem Herz-Kreislaufstillstand außerhalb von Kliniken ist in Wien seit 2009 von 29 auf 39 Prozent gestiegen – nicht zuletzt, weil Ersthelfer:innen in einem Drittel der Fälle sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Da die Überlebensrate mit jeder Minute ohne Hilfe um bis zu 10 Prozent sinkt, ist jede Person, die im Ernstfall handeln kann, entscheidend – unabhängig davon, welche Sprache sie spricht oder ob sie mit einer Behinderung lebt.
Kursangebote im Rahmen des Welttags der Ersten Hilfe, am 12. September
Testangebot in Wien: Gratis-Erste-Hilfe-Kurse in über 100 Sprachen
Am 12. September laden die Johanniter Wien zu einem kostenlosen, vierstündigen Erste-Hilfe-Kurs im Johanniter Center Nord, 1210 Wien, ein. Teilnehmer:innen erhalten die Möglichkeit, die Übersetzungsgeräte in allen gängigen Sprachen zu testen. Mittels Earplugs wird der Kursinhalt live in ihre jeweilige Sprache übersetzt. Damit Sprache nicht länger darüber entscheidet, ob jemand Erste Hilfe lernen kann!
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Kursangebot in Innsbruck: Erste Hilfe im Freien lernen – 50% Rabatt!
Am 12. September laden die Johanniter Tirol zu einem achtstündigen Erste-Hilfe-Kurs am Baggersee Rossau ein – zum halben Preis! Bei diesem eintägigen Auffrischer-Kurs werden alle Lerninhalte im Gespräch genau dort vermittelt, wo Unfälle auch passieren: Draußen, im öffentlichen Raum, in der Freizeit. Geübt und gelernt wird an verschiedenen Stationen rund um den See.
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Johanniter forschen für Menschen mit Behinderung
In der Projektarbeit widmen sich die Johanniter mit den Projekten SHIELD und Stärka gezielt der Frage, wie Menschen mit Behinderung besser auf Krisen und Notfälle vorbereitet werden können – SHIELD mit Fokus auf Erste Hilfe, Stärka mit Fokus auf Resilienz für Krisen und Katastrophen.
Im EU-Forschungsprojekt SHIELD (Erasmus+, Laufzeit Dezember 2025 bis November 2027) wurden gemeinsam mit dem Österreichischen Behindertenrat Fokusgruppen durchgeführt. Ein zentrales Ergebnis der Bedarfsanalyse: Die Teilnehmer:innen wünschen sich einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs. Die Johanniter Österreich sind im internationalen SHIELD-Konsortium vertreten, dem u. a. auch Partnerorganisationen aus Deutschland, der Slowakei, Belgien und Litauen angehören. Die Ergebnisse des Projekts sind unter project-shield.net einsehbar.
Projekt Stärka macht die Vorbereitung auf Krisen zusätzlich online erlebbar und baut auf dem bereits abgeschlossenen FEMtech-Forschungsprojekt „Survival Kit@Home“ auf: Über eine eigene Anwendung können Interessierte spielerisch und in kurzen Einheiten zu unterschiedlichen Themen lernen – alle Spiele sind auch online verfügbar. Untersucht wird dabei, wie sich auch schwierige Themen der Resilienzstärkung gut vermitteln lassen, etwa durch spielerische Zugänge, leichte Sprache und angepasste Formate. Diese Erkenntnisse lassen sich auch auf den Bereich Erste Hilfe übertragen – ein Aspekt, den unter anderem das Projekt SHIELD untersucht. Ziel ist es, Wissen über Krisenvorsorge gezielt auch an schwer erreichbare Gruppen zu vermitteln.
Weitere Initiativen für mehr Zugänglichkeit
- Kurse werden ausgebaut, um Menschen mit Behinderung noch gezielter zu erreichen.
- Kooperation mit der Pflegeorganisation Care Systems: gemeinsam entwickelte Formate wie der Notfallrucksack, Warnsignal-Memory, Wimmelbild zu Stromausfall, Erkennen von KI-Bildern (in Bezug auf Desinformation)
- Online-Angebote für Schulen und Pädagog:innen sowie erste Testungen von Kursformaten mit gehörlosen Menschen.
„Die Fokusgruppen mit dem Österreichischen Behindertenrat haben uns gezeigt, wie wichtig ausreichend Zeit und Praxisnähe für einen wirklich inklusiven Erste-Hilfe-Kurs sind. Genau das setzen wir im Projekt SHIELD gemeinsam mit unseren internationalen Partnern um“, so Nadine Sturm, Projektleiterin der Johanniter Österreich Ausbildung und Forschung GmbH. „Das Projekt verfolgt einen ‚Empowerment Ansatz‘, der Personen einfach Handlungsoptionen anbieten soll. Dies bedeutet, Menschen mit Behinderung nicht nur als passive Empfänger:innen von Hilfe zu sehen, sondern sie aktiv in die Vorbereitung einzubeziehen und ihnen Strategien in die Hand zu geben, wie sie sich selbst und anderen helfen können.“
Unter folgendem Link finden Sie auch Bildmaterial: https://www.johanniter.at/fotodownload
Bild 1: Ear-plugs und Übersetzungstechnologie machen Erste Hilfe für alle verständlich. ©Johanniter
Bild 2: Johanniter Testgruppe: „Alle sprechen Erste Hilfe“. ©Johanniter
Quellenangaben: Statistik Austria, MedMedia: Studie Medizinische Universität Wien und Berufsrettung Wien
Aktion: Gratis-Erste-Hilfe-Kurs in über 100 Sprachen testen
Am 12. September laden die Johanniter Wien zu einem kostenlosen, vierstündigen Erste-Hilfe-Kurs. Teilnehmer:innen erhalten die Möglichkeit, die Übersetzungsgeräte in allen gängigen Sprachen zu testen.
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Mag. Anita Bauer
Telefon: +43 676 83 112 803
E-Mail: [email protected]
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