- 07.09.2026, 17:23:02
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NÖ Rettungsorganisationen bestätigen Umstellung des Rettungswesens mit 1. April 2027
Präsidenten von Rotem Kreuz und Samariterbund sehen Zeitplan für neue Strukturen laut Gesundheitsplan in heutiger Sitzung des Gesundheitsausschusses gesichert
„Der Gesundheitsplan 2040+ ist die Handlungsanleitung für die niederösterreichische Landespolitik, um unser Gesundheitswesen langfristig zukunftsfit aufzustellen. Er wurde gemeinsam mit mehr als 50 Fachleuten erarbeitet, die tagtäglich in unserem Gesundheitswesen tätig sind. Dabei gilt ein entscheidender Grundsatz: Bestehende Strukturen werden erst dann verändert, wenn der entsprechende Ersatz bereitsteht. Das gilt ganz besonders für das Rettungswesen – denn im Notfall muss für unsere Landsleute jederzeit das richtige Einsatzmittel zur Verfügung stehen. Die NÖ Präsidenten von Rotem Kreuz und Samariterbund haben heute in einer Aussprache des Gesundheitsausschuss klar bestätigt: Die Umstellung ist umsetzbar und die neuen Strukturen können spätestens mit 1. April 2027 bereitstehen“, betonen Landesrat Anton Kasser (VPNÖ), Landesrat Martin Antauer (FPÖ NÖ), VPNÖ-Klubobmann Kurt Hackl und FPÖ NÖ-Klubobmann Reinhard Teufel unisono.
Der Gesundheitsausschuss am 7. September stand mit dem Titel „Klarheit für das Rettungswesen in Niederösterreich“ unter der Leitung von Ausschuss-Obfrau und SPÖ NÖ-Gesundheitssprecherin Karin Scheele. Anwesend waren neben den Mitgliedern und Ersatzmitgliedern des Gesundheitsausschusses die Landesräte Eva Prischl (SPÖ NÖ), Anton Kasser (VPNÖ) und Martin Antauer (FPÖ NÖ). Einziger Gegenstand des eigens einberufenen Gesundheitsausschusses war der Austausch zur Umstrukturierung im Rettungswesen ab 1. April 2027.
Zu Gast als Auskunftspersonen waren:
- Hans Ebner, Präsident des Roten Kreuzes NÖ
- Wolfgang Frühwirth, Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes NÖ
- Hannes Sauer, Präsident des Samariterbundes NÖ
- Gerhard Pracher, Bereichsleiter Rettungsdienst des Samariterbundes NÖ
- Dr. Christian Fohringer, Geschäftsführer Notruf NÖ und Notarzt
- Dr. Georg Csaicsich, Allgemeinmediziner und Notarzt im Ruhestand
„An den neuen Strukturen im Rettungswesen wird seit längerem mit Hochdruck gearbeitet. Wir stellen sicher, dass einer Einführung des neuen Systems mit 1. April 2027 seitens des Roten Kreuzes nichts im Wege steht. Rettungsorganisationen, Land und Gemeinden sind enge Partner, um den Patientinnen und Patienten in Niederösterreich auch in Zukunft die beste Notfallversorgung zu bieten“, betont Hans Ebner, Präsident des Roten Kreuzes NÖ.
„Ein Rettungssanitäter kann keinen Notarzt ersetzen – das wurde immer betont und diesen Eindruck sollte niemand haben. Aber das neue Rettungssystem wird engmaschiger und zielgerichteter sein. Entscheidend ist, dass zu jedem Einsatz das richtige Einsatzmittel alarmiert wird. Unsere hochqualifizierten Notfallsanitäter:innen garantieren auch in Zukunft die beste Primärversorgung für alle Patient:innen“, so Hannes Sauer, Präsident des Samariterbundes NÖ.
„Telenotarzt, professionelle Ersthelfer, Rettungssanitäter, Notärzte und Rettungshubschrauber – die Rettungsversorgung wird in Zukunft in Niederösterreich wohnortnäher und engmaschiger sein. Wir stehen auch beim medizinischen Fachpersonal vor großen Pensionierungswellen, weshalb wir zielgerichteter mit den vorhandenen Mitteln umgehen müssen. Dazu braucht es eine frühe und langfristige Planung – der Gesundheitsplan 2040+ gibt diesen Weg klar vor. Aktuell spricht nichts dafür, vom eingeschlagenen Zeitplan abzuweichen“, so Dr. Christian Fohringer, Geschäftsführer Notruf NÖ und Notarzt.
Landesrat Anton Kasser (VPNÖ) erklärt: „Wir gehen in Niederösterreich einen eigenständigen Weg. Mit dem Gesundheitsplan 2040+ betrachten wir die gesamte Versorgungskette unserer Landsleute – vom Rettungswesen über die Spitäler bis hin zur Pflege. Entscheidend ist nicht, welche Struktur wir seit Jahrzehnten gewohnt sind, sondern welche Versorgung den Patientinnen und Patienten im Ernstfall am besten hilft. Unser Ziel ist klar: Das richtige Einsatzmittel soll so schnell wie möglich beim Patienten sein und ihn in jene Einrichtung bringen, in der er die richtige Behandlung erhält. Damit verbessern wir die Versorgung von Akutpatienten, erhöhen die Qualität im Notfall und setzen unsere vorhandenen Ressourcen zielgerichteter ein.“
Landesrat Martin Antauer (FPÖ NÖ) betont: „Wer auch in Zukunft eine erstklassige Gesundheitsversorgung garantieren will, muss heute die richtigen Entscheidungen treffen. Medizinischer und technischer Fortschritt, neue Behandlungsmöglichkeiten und neue Ausbildungswege eröffnen Chancen, die wir für Niederösterreich nutzen müssen. Gleichzeitig stellen eine älter werdende Gesellschaft und der europaweite Fachkräftemangel die über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen vor enorme Herausforderungen. Einfach alles so zu lassen, wie es immer war, ist daher keine Option. Der Gesundheitsplan 2040+ gibt uns klare Handlungsempfehlungen, wie wir die Versorgung für die kommenden Jahrzehnte absichern können. Und wir setzen diese Schritte geordnet, verantwortungsvoll und immer erst dann um, wenn die neuen Angebote tatsächlich bereitstehen.“
VPNÖ-Klubobmann Kurt Hackl hält fest: „Die heutige Sitzung hat eine entscheidende Frage eindeutig beantwortet: Einer Umstellung des Rettungswesens mit 1. April 2027 steht aus Sicht der Rettungsorganisationen nichts im Weg. Rotes Kreuz und Samariterbund haben klar dargelegt, dass sie die dafür notwendigen neuen Strukturen bereitstellen können. Das haben auch die zuständige Landesrätin Prischl und die anwesenden SPÖ-Abgeordneten gehört. Landesrat Hergovich konnte es nicht hören, weil er bei dieser wichtigen Ausschusssitzung nicht anwesend war. Bevor er also weiter Unsicherheit schürt, sollte er sich bei seinen eigenen Genossinnen und Genossen darüber informieren, was die Fachleute und die Rettungsorganisationen selbst tatsächlich berichtet haben. Gerade bei einem so sensiblen Thema wie der Notfallversorgung verdienen die Landsleute Fakten statt parteipolitischer Verunsicherung.“
FPÖ NÖ-Klubobmann Reinhard Teufel unterstreicht: „Es ist unsere Aufgabe als gewählte Volksvertreter, die Sorgen und Anliegen der Niederösterreicher ernst zu nehmen. Genau deshalb hören wir den Praktikern zu und entscheiden auf Grundlage von Fakten. Parteitaktik und das bewusste Schüren von Ängsten helfen keinem einzigen Patienten. Entscheidend ist, dass am Ende des Tages die Versorgung funktioniert. Die Rettungsorganisationen haben klar aufgezeigt, dass sie ihren Teil dazu beitragen und die notwendigen Strukturen zeitgerecht bereitstellen können. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine sichere und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung in Niederösterreich gesetzt.“
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