- 04.09.2026, 09:59:02
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Grüne Wien/Sequenz, Stark zu S-Bahn-Sperre: Stresstest für ganz Wien – Nachbesserungen jetzt
Ab Montag drohen lange Wartezeiten, volle Bahnsteige und Öffi-Frust – Grüne fordern mehr Ersatzangebote und dichtere Intervalle, um die Sperre abzufedern.
Mit Schulbeginn kommenden Montag wird die Sperre der S-Bahn-Stammstrecke deutlich spürbar werden. Die Bauarbeiten sind wichtig und notwendig – doch die Sperre bringt das Wiener Verkehrsnetz an seine Grenzen: Sie trifft eine Viertelmillion Fahrgäste, die mit überfüllten Bahnsteigen, knallvollen Öffis und langen Wartezeiten konfrontiert sein werden. „Die notwendige Modernisierung der S-Bahn-Stammstrecke ist seit vielen Jahren bekannt, trotzdem behandelt die Stadtregierung das Riesen-Projekt wie eine normale Baustelle. Man hätte tatsächlich besser planen können“, so Kilian Stark und Heidi Sequenz, Mobilitätssprecher:innen der Grünen Wien.
Eine von den Grünen in Auftrag gegebene TU-Studie rechnet in Spitzenzeiten mit rund 11.300 Fahrgästen pro Richtung und Stunde, die auf anderen Routen unterwegs sein werden. Zwar gibt es Ersatzangebote, doch diese Maßnahmen werden nicht ausreichen, um die Sperre abzufedern. „Es stellt sich die Frage, warum nicht früher reagiert und Ersatzangebote geschaffen wurden, wenn seit Jahren klar war, dass 2026/2027 die größte Öffi-Sperre der Stadt bevorsteht. Auch der Zeitpunkt der Sperre ist besonders heikel, da erst heuer die Öffis empfindlich teurer wurden und die Fahrgäste dafür eine schlechtere Leistung bekommen“, so Sequenz und Stark.
„Damit die Sperre kein Fahrgast-Vertreibungsprogramm wird, das nachhaltig Menschen aus den Öffis verdrängt, braucht es jetzt dringend Nachbesserungen. Stark genutzte Straßenbahn-Linien müssen wirklich freie Fahrt bekommen. Es braucht auch dichtere Intervalle auf den zentralen Linien. Hier muss die Stadtregierung endlich Mut zeigen und die in der Studie empfohlenen Maßnahmen – wie das Freihalten der Gleiskörper – umsetzen“, so Sequenz und Stark. Die Grünen werden in den kommenden Wochen im Zuge von Verteilaktionen an zentralen Verkehrsknotenpunkten mit Öffi-Fahrgästen ins Gespräch kommen und auf die nötigen Nachbesserungen aufmerksam machen.
Im Zuge der S-Bahn-Modernisierung werden unter anderem Viadukte, Brücken, Stützmauern, Stationen und Schieneninfrastruktur erneuert. Nach dem Upgrade sollen längere Züge und ein 2,5 Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit möglich sein und das Sitzplatzangebot soll um 40 Prozent steigen – die Grünen begrüßen diese Verbesserungen.
Grüne Forderungen zur Abfederung der Sperre
+ Dichtere Intervalle für U-Bahnen und Straßenbahnen: Taktverdichtungen braucht es nicht nur auf den unmittelbar betroffenen Linien O, 18, D und 71, sondern auch auf den relevanten Entlastungsachsen. Außerdem braucht es mehr Reservezüge und Personal für Störungsfälle.
+ Freie Fahrt für Bim & Bus: Auf den Linien O oder D kommt es zu Pulkbildung. Zwei, drei Straßenbahnen fahren knapp hintereinander, dann lange nichts. Genau das droht sich während der Sperre zu verschärfen. Der TU-Bericht empfiehlt daher unter anderem eine durchgehende Ampel-Priorisierung, eigene Spuren sowie die konsequente Freihaltung von Gleiskörpern.
+ 100 Öffi-Lots:innen für mehr Sicherheit. Am Hauptbahnhof wird es eng werden. Der TU-Bericht empfiehlt daher Fahrgastleitsysteme samt Bodenmarkierungen, Piktogrammen und Durchsagen, Prüfung von Einbahnführungen in Stationen, zusätzliches Ordnungspersonal sowie Lift- und Rolltreppenmanagement etwa durch das Vorhalten von Ersatzteilen.
+ Temporäre Radwege inkl. Rad-Sharing-Offensive: Der TU-Bericht schlägt rasch umsetzbare, temporäre Radinfrastruktur vor, weiters sichere parallele Radverbindungen, besonders im 3. Bezirk, ein Hochfahren und Gratis-Angebot der Sharing-Räder sowie mobile Radbügel.
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