• 03.09.2026, 08:31:02
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Ostregion warnt vor neuer Kostenlawine durch Burgenlands Maut

Transportunternehmen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland lehnen die geplante Lkw-Maut auf Landesstraßen ab, da Österreichs Bevölkerung die Kosten tragen muss.

Wien (OTS) - 

Wien, 3.9.26 – Die geplante Lkw-Maut auf ausgewählten burgenländischen Landesstraßen würde den Wirtschaftsraum Ostregion zusätzlich belasten und die Versorgung verteuern. Davor warnen die Fachgruppen der Transporteure in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Ab 1. Jänner 2027 soll für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf zunächst drei Strecken im Burgenland eine digitale Benützungsgebühr gelten. Je nach Fahrzeug sind Jahresvignetten zwischen 650 und 1.000 Euro vorgesehen. Für einen regionalen Betrieb mit zehn Lkw bedeutet das allein zu Jahresbeginn zusätzliche Kosten von bis zu 10.000 Euro.

„Diese Maut trifft nicht anonyme Transitunternehmen, sondern vor allem regionale Betriebe, die täglich Güter im gemeinsamen Wirtschaftsraum Wien, Niederösterreich und Burgenland transportieren“, sagt Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure. „Transporteure können diese zusätzlichen Belastungen nicht einfach wegstecken. Sie müssen entlang der Lieferkette weitergegeben werden. Am Ende zahlen Handel, Industrie, Gewerbe und Konsumenten.“

Die Folgen wären in Supermärkten ebenso spürbar wie bei Baustoffen, Paketzustellungen oder Produkten des täglichen Bedarfs. „Transport und Logistik sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Rohstoffe kommen nicht ohne Lkw in die Produktion, Waren nicht ohne Lkw in die Geschäfte und auf Baustellen passiert ohne funktionierende Logistik nichts. Wer den Transport verteuert, verteuert das gesamte Leben und heizt die Inflation weiter an“, so Böhm.

Regionale Wirtschaft am meisten betroffen

Gerade die Ostregion ist durch enge wirtschaftliche Verflechtungen geprägt. Die geplante Gebühr drohe daher, regionale Lieferketten und Betriebe in allen drei Bundesländern zu schwächen. Denn 82 Prozent der in Österreich transportierten Waren werden über Distanzen von höchstens 80 Kilometern befördert. Die Maut würde damit vor allem den regionalen Wirtschaftsverkehr treffen, und kaum den internationalen Transit.

„Die österreichische Transportwirtschaft steht bereits heute unter enormem wirtschaftlichem Druck. Hohe Energiepreise, steigende Personalkosten, massive Investitionen in die Dekarbonisierung sowie in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Mautkosten belasten unsere Betriebe massiv. Eine zusätzliche Maut auf Landesstraßen ist daher das völlig falsche Signal und für viele Unternehmen schlicht nicht mehr tragbar“, betont Markus Fischer, Niederösterreichs Obmann für das Güterbeförderungsgewerbe.

Maut trifft jeden Konsumenten

„Diese Maut wäre eine Massensteuer, die am Ende des Tages der Konsument zu bezahlen hätte. Die Folgewirkungen sind ein Anschlag auf die Lebensqualität in unserer Region. Gerade die Ostregion wäre durch diese Maut ganz besonders betroffen“, resümiert Roman Eder, Obmann der Fachgruppe Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Burgenland.

Die drei Obmänner appellieren an die burgenländische Landespolitik, die Pläne zu überdenken: In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es Entlastung und eine Stärkung des Standorts anstatt einer neuen Belastung für jene Branche, die Österreich jeden Tag versorgt.

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