• 02.09.2026, 14:06:02
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Großes Potenzial für Apotheken-Dienstleistungen in Österreich

STADA Health Report ortet hohe Affinität der Bevölkerung zum Thema Gesundheit – Apothekerkammer fordert Präventionsstrategie und Präventionskonto

Wien (OTS) - 

Die Österreichische Apothekerkammer erneuert ihre Forderung an die Bundesregierung nach einer bundesweiten Präventionsstrategie. Anlass ist der heute publizierte STADA Health Report 2026, er weist Österreich in einem Ranking von 20 Ländern (rund. 20.000 Befragte) als führend beim Thema „Eigenverantwortung bei der Gesundheitsbildung“ aus. „Rund 71 Prozent der befragten Österreicher sehen die Verantwortung für die Gesundheitsbildung primär bei den Einzelpersonen selbst – mehr als 30 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Vergleichsländer“, so der Report. Dies unterstreiche eine „starke Kultur der persönlichen Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen“.

Apotheken haben Angebote und Kompetenz

„Die Apotheken können mit qualitätsgesicherten Test-, Screening- und Beratungsangeboten einen wesentlichen Beitrag leisten, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten. Dafür braucht es aber eine umfassende, bundesweit koordinierte Präventionsstrategie. Sie muss gleiche Chancen auf Gesundheitsvorsorge für alle Menschen schaffen, Zuständigkeiten verbindlich regeln und eine nachhaltige Finanzierung sicherstellen. Denn Tatsache ist: Früherkennung rettet Lebensqualität", betont Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer.

Österreich führend bei individueller Vorsorge

Schon jetzt nehmen laut STADA Health Report 60 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher „zumindest einige verfügbare Vorsorgeuntersuchungen“ wahr (vs. 44%). „Das eröffnet gute Chancen für präventionsorientierte Angebote – von Screening-Erinnerungen bis zu apothekenbasierten Selfcare-Programmen“, meldet der Report. „Darauf können und wollen die Apotheken aufbauen. Der Erfolg präventiver Maßnahmen, die über die Apotheken angeboten und abgerechnet werden, ist vorprogrammiert: Sie sind wirksam, treffsicher, nachhaltig und kosteneffizient“, ergänzt die Apothekerkammer-Präsidentin.

Vorsorgetests in Apotheken hocheffizient

Im Zuge von Vorsorgetests erhobene Daten untermauern die Effizienz apothekerlicher Präventivmaßnahmen. So wurde Ende 2025 bei einer kostenlosen Diabetes-Vorsorgeaktion in Apotheken in Kärnten bei 35 Prozent der getesteten Personen Auffälligkeiten bei den Langzeitzuckerwerten festgestellt. „Ohne Apotheken-Testungen machen pro Jahr doppelt so viele Patientinnen und Patienten den ungewollten Schritt in den Diabetes“, resümiert Raimund Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer das Ergebnis der Testserie.

Auch das Gesundheitssystem profitiert

Neben den rein gesundheitlichen Aspekten sprechen auch die gesundheitsökonomischen Daten eine deutliche Sprache. Laut wissenschaftlicher Analyse der Kärntner Ergebnisse sparen die dort durchgeführten Diabetes-Tests dem Gesundheitssystem über fünf Jahre insgesamt 6,76 Millionen Euro im Vergleich zum Nicht-Testen. Die jährlichen Einsparungen wachsen dabei stetig – von rund 58.000 Euro im ersten Jahr auf 2,5 Millionen Euro im fünften Jahr – für Podroschko ein „immenses Sparpotenzial“.

Die Gesundheits-Effizienz der Vorsorge in den Apotheken lässt sich anhand weiterer Beispiele belegen. In Salzburg haben Vitamin-D-Testungen in den Apotheken bei 56,2 Prozent der getesteten Personen Vitamin-D-Insuffizienz gezeigt, 25 Prozent wiesen einen Mangel auf. Ähnlich in der Steiermark: Hier litten laut Auswertung der Testungen 28,4 Prozent unter einem Vitamin-D-Defizit. Und ein in Wiener Apotheken durchgeführtes kardiovaskuläres Risikoscreening detektierte gar bei 51 Prozent der Testpersonen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. 43 Prozent erhielten darauf eine neue oder angepasste Pharmakotherapie. Alle genannten Fällen von apothekerlichen Präventionsmaßnahmen bedeuten für das System nach dem Budget-Impact-Modell Einsparungen in Millionenhöhe.

Gesundheitssteuerung durch Präventionskonto

Ein bundesweites persönliches Präventionskonto soll helfen, die Gesundheit auch langfristig zu verbessern. „Es schafft einen niederschwelligen Zugang zu individuell passenden Gesundheitsleistungen und erleichtert zugleich die Erinnerung an noch offene Vorsorgemaßnahmen. Denn Prävention muss bei den Menschen ankommen. Und öffentliche Apotheken können als wohnortnahe und vertrauenswürdige Gesundheitsdienstleister wesentlich dazu beitragen, Vorsorge wirksam umzusetzen“, ergänzt Podroschko.

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Apothekerkammer
Kommunikation
Tel: 01 / 404 14 – 600
E-Mail: [email protected]

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