• 02.09.2026, 11:15:32
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„kulturMATINEE“: „Der goldene Apfel – Die unaufführbare Oper“ zum 50-Jahr-Jubiläum der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Außerdem u. a. „Traumschlösser und Ritterburgen“ in Tirol, „Eggers Erbe – Osttirol und die Kunst“ – am 6. September ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Die von Martin Traxl präsentierte „kulturMATINEE“ am Sonntag, dem 6. September 2026, um 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON widmet sich dem kulturellen Leben in Tirol. Im Zentrum steht die neue Dokumentation „Der goldene Apfel – Die unaufführbare Oper“ (9.50 Uhr) über Pietro Antonio Cestis barockes Mammutwerk, das wegen seines enormen Aufwands als fast unaufführbar galt. Zum 50-jährigen Jubiläum haben die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik die Oper im August 2026 im Tiroler Landestheater neu aufgeführt – das Doku-Team hat das Projekt begleitet. Zum Auftakt des ORF-Kulturvormittags besucht ein Film der Reihe „Traumschlösser und Ritterburgen“ Tirol (9.05 Uhr), abschließend geht es in der Doku „Eggers Erbe – Osttirol und die Kunst“ (10.20 Uhr) um den Maler Albin Egger-Lienz und sein künstlerisches Erbe, gefolgt von einer neuen Ausgabe „kulturWOCHE“ mit aktuellen Berichten und Tipps.

„Der goldene Apfel – Die unaufführbare Oper“ (9.50 Uhr)

Die legendäre Barockoper „Der goldene Apfel“ von Pietro Antonio Cesti galt als unaufführbar: zu lang, zu teuer, zu aufwendig. Das Mega-Spektakel bietet acht Stunden Musik, 47 Rollen, 23 Bühnenbilder und mehr als 100 Kostüme. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wagten sich dennoch an den „Wahnsinn“, wie sie selbst sagten. Zum 50-jährigen Jubiläum brachte das Festival „Il Pomo d’Oro“ erstmals nach 358 Jahren wieder komplett auf die Bühne: eine Premiere der Superlative! Ein ORF-Team begleitete das ehrgeizige Projekt von Beginn an und blickt in der dabei entstandenen Dokumentation hinter die Kulissen. Zwei Akte der barocken Musik sind verschollen und müssen rekonstruiert werden. Wie geht das? 20 Sängerinnen und Sänger übernehmen die 47 Rollen. Das bedeutet Stress hinter der Bühne und Umziehen in Windeseile. Die achtstündige Oper wird auf zwei Premierenabende aufgeteilt. Eva Maria Sens, die künstlerische Leiterin der Innsbrucker Festwochen, will beweisen, dass „Der goldene Apfel“ heute aufführbar ist.

Regisseur Fabio Ceresa holt die Oper ins Jetzt. Er inszeniert die antike Geschichte vom Urteil des Paris, der den goldenen Apfel „der Schönsten“ überreichen soll, als Misswahl von heute. Politische Intrigen, Korruption und Machtspiele in der olympischen Götterwelt wirken zeitlos. Das Personal im „Hauptquartier der Superschurken dieser Welt“ kann das Publikum selbst interpretieren.

Die Lücken der unvollständigen Partitur – die verschollenen beiden Akte der Musik von Pietro Antonio Cesti – hat Ottavio Dantone, der musikalische Leiter, gefüllt. In der Bibliothek von Modena sind 35 Arien aufgetaucht. In monatelanger akribischer Arbeit hat Dantone die fehlende Musik aus diesen Arien und aus anderen Cesti-Opern wie ein Puzzle rekonstruiert. Am Ende werde man den Unterschied zwischen Cesti und Dantone nicht hören, ist der Musiker überzeugt.

Das ORF-Team mit Gestalterin Teresa Andreae begleitet die Produktion und bietet damit Einblicke hinter die Kulissen, zum Beispiel bei den ersten Flugproben der Sängerinnen und Sänger, die in barocken Wolken über der Bühne schweben. In Innsbruck übernehmen 20 Sänger:innen die 47 Rollen des barocken Originals. Beim Wechseln der Kostüme müssen sie daher sehr schnell sein. Das achtstündige Werk wird in Innsbruck, wie damals bei der Uraufführung 1668, auf zwei Abende aufgeteilt: ein Stück mit einer 20-stündigen Pause dazwischen. Mit auf offener Bühne permanent wechselnden Szenenbildern, fantasievollen Effekten und opulenten Barockkostümen soll das Publikum, wie einst, zum Staunen gebracht werden.

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