• 01.09.2026, 10:11:02
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Industrie zu Arbeitsmarkt: Industriestandort weiter unter Druck

Kostendruck auf Arbeit senken – Fachkräftemangel trotz steigender Arbeitslosigkeit – Arbeitsmarktpotenziale heben und rasche Vermittlung forcieren

Wien (OTS) - 

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten verdeutlichen die weiterhin herausfordernde Situation am österreichischen Arbeitsmarkt. Im August waren 375.730 Personen arbeitslos oder in Schulung, das sind 8.610 Personen mehr als im Vorjahr bzw. ein Anstieg um 2,3 Prozent. In der Herstellung von Waren betrug der Anstieg 3,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,2 Prozent.

„Die Industrie steht weiterhin vor herausfordernden Zeiten. Die demografische Entwicklung mit einer sinkenden Erwerbsbevölkerung bei gleichzeitigem Fachkräftemangel ist ein Warnsignal für den Standort, das rasches Gegensteuern und weitere Reformschritte zur Förderung von Beschäftigung erfordert. Insofern ist positiv hervorzuheben, dass auch die Arbeitsministerin in den arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben die Herausforderungen der demografischen Entwicklung anerkennt und auf die Fachkräftelücke im mittleren Qualifikationssegment von rund 51.000 Personen hinweist. Es ist notwendig, dass die Bundesregierung Maßnahmen setzt, um alle Potenziale am Arbeitsmarkt zu heben und das Gesamtarbeitsvolumen zu erhöhen. Ebenso ist eine ziel- und bedarfsgerechte sowie arbeitsplatznahe Qualifizierung ein wichtiger Faktor, um dem Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die zentrale Aufgabe und damit oberste Priorität des AMS muss jedoch weiterhin die möglichst rasche Vermittlung arbeitsloser Menschen in den ersten Arbeitsmarkt sein, was sich in den neuen arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben jedoch nur unzureichend widerspiegelt. Die Industrie hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, Beschäftigungsanreize zu stärken und Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu fördern. Dazu gehört auch, dass das AMS die Annahme zumutbarer Stellen durch arbeitslose Personen sicherstellt“, hält Neumayer angesichts der heutigen Arbeitsmarktzahlen fest.

Auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen ein wichtiges Arbeitskräftepotenzial dar. Um dieses besser zu erschließen, braucht es stärkere Beschäftigungsanreize und eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten. Hier ist die Erhöhung der Lohnnebenkosten für Ältere ab 2027 um mehr als 3 Prozent bzw. um mehr als 5 Prozent ab 2028 mehr als kontraproduktiv. Ein Bonus-Malus-System für ältere Beschäftigte lehnt die Industrie weiterhin klar ab. „Ein solches System ist in der Sache nicht gerechtfertigt, da die Arbeitslosenquote Älterer mit 7,4 Prozent nur geringfügig höher ist als die allgemeine Arbeitslosenquote. Es wäre zweckwidrig und würde für die Unternehmen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastung darstellen“, betont Neumayer.

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