- 01.09.2026, 09:30:42
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Toni Hubmann (1957–2026): Der Visionär und Pionier, der den Hühnern die Freiheit gab
(Nachruf)

Mit Toni Hubmann verliert Österreich einen mutigen visionären Geist, einen unermüdlichen Vorkämpfer für den Tierschutz und einen Mann, der die heimische Landwirtschaft, die Tierhaltung und die Lebensmittelqualität nachhaltig verändert hat. Der Begründer der europaweit beachteten Erfolgsmarke „Toni’s Freilandeier“ verstarb nach einem erfüllten Leben im Alter von 68 Jahren.
Lange bevor „Bio“, „artgerechte Tierhaltung“ und „Tierwohl“ zu gesellschaftlichen Megatrends wurden, erkannte der gebürtige Steirer Toni Hubmann, dass die industrielle Käfighaltung von Nutztieren keine Zukunft hat. Ende der 1980er-Jahre trat er mit einer radikalen Idee an: Den Legehennen ihre Würde und den Auslauf ins Grüne zurückzugeben. „Essen ohne Käfig“ war das Motto seines engagierten Kampfes für tiergerechte Freilandhaltung.
Gegen große Widerstände aus der Agrarpolitik und die anfängliche Skepsis des Marktes und bei seinen Branchenkollegen etablierte er die Freilandhaltung im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel. Mit der von ihm geschaffenen Marke „Toni’s Freilandeier“ bewies Hubmann ein geniales Gespür für Marketing und Konsumentenpsychologie in engster Verbindung mit Tierwohl und klarer Wertehaltung. Er veränderte das Bewusstsein einer ganzen Nation für die Herkunft unserer agrarischen Lebensmittel. Seine Hühnerställe galten zeitweise als die modernsten und artgerechtesten in Europa. Hubmann war ein Pionier, der bewies, dass Wirtschaftlichkeit und Ethik Hand in Hand gehen können. Ein großer Teil der österreichischen Legehennenbranche folgte Schritt für Schritt dem Vorreiter.
Sein Engagement und Wirken für Tierwohl, Nachhaltigkeit und Markenführung wurde vielfach gewürdigt und ausgezeichnet – u.a. mit dem „Goldenen Ei“ (2010 durch die Albert Schweitzer Stiftung und die Organisation Compassion in World Farming), dem „Trigos Austria“-Preis (2012), dem Titel „Superbrand 2015/2016“ oder der Nominierung als „Österreicher des Jahres“ in der Kategorie Unternehmertum (2013, Die Presse).
Mit seiner wiederholten Kritik an der oft starren Agrar(förder)politik oder auch der langen Stallpflicht für Bio-Hühner während der ersten Vogelgrippe-Welle 2005 schuf sich Hubmann aber nicht nur Freunde. Seine klare Haltung belegt jedoch seinen unbeugsamen Willen, notwendige Veränderungen immerfort anzusprechen und mit gutem Beispiel voranzugehen.
Die späteren wirtschaftlichen Turbulenzen und juristischen Auseinandersetzungen rund um sein Unternehmen haben ihn menschlich tief getroffen. Diese Krise schmälert jedoch keinesfalls seine historischen Leistungen. Zudem wird die Marke „Toni’s Freilandeier“ seit 2018 von der REWE Group als „Tonis Freilandeier“ sehr erfolgreich weitergeführt.
Toni Hubmann wird als Pionier der österreichischen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion in Erinnerung bleiben. Er hatte den Mut, das System der Massentierhaltung herauszufordern und Hand in Hand mit engagierter Wissenschaft und Tierschützern den Beweis zu führen, dass hohe Tierwohlstandards auch wirtschaftlichen Erfolg bringen. Er hat Millionen von Nutztieren ein besseres Leben ermöglicht und den Weg für eine nachhaltigere agrarische Lebensmittelproduktion geebnet. Mit seinem Ableben verliert Österreich einen unermüdlich engagierten und zutiefst visionären Pionier.
Toni Hubmann hinterlässt seine Ehefrau sowie sechs Kinder und fünf Enkelkinder
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