• 28.08.2026, 13:00:32
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  • OTS0071

Ein Großbauprojekt an falschem Ort bringt zusätzlichen Verkehr - die Stadt kann ersticken.

EUROPACAMPUS HAINBURG AN DER DONAU

LageplanWege, Erschließung_ 2026-06, BIB
Hainburg an der Donau (OTS) - 

Im Zuge der landesweiten Bildungslandschaft-Verdichtung ist beabsichtigt, im Bezirk Bruck an der Leitha einen Bildungscampus zu errichten. Die Initiative Bildung im Bestand (BIB) sieht in dem Wunsch, in Hainburg eine Bildungsstätte zu etablieren, eine große Chance. In der jetzigen Planung auf dem Kasernengelände unter dem Schlossberg sehen wir allerdings zahlreiche Gefahren für unseren Ort.

Derzeit ist der Europacampus Hainburg auf 46 000 m² Grundstücksfläche geplant, es sollten bis ca 68 000 m² Gebäudefläche (BGF) errichtet werden. [1]

ÖFFENTLICHE DISKUSSION

Zu dem Projekt, welches nach Fertigstellung, die Bevölkerung und Beschäftigten um ca 20% erhöht, gab es erst nach drei Jahren eine öffentliche Infoveranstaltung - sie fand am 15. Juli 2026 statt. Die Hainburger:innen wurden nur sieben Tage vorher eingeladen – und gerade in der Urlaubszeit. Geboten wurde kein Vortrag mit Diskussion, sondern, eine Art Ausstellung mit 21 thematischen Inseln, wo Vertreter der Projekt-Beteiligten Fragen beantworteten. [2]

NEUE MENSCHEN IM GEBIET

Beim Europacampus Hainburg soll außer dem Bildungscampus auch ein neues Wohnquartier entstehen. Ca. 1300 Personen in Bildungseinrichtungen und Dienstleistung und weitere knapp 700 Personen in Etappen als neue Stadtbewohner im Wohnquartier in bis zu 300 Wohnungen sind zu erwarten. [3]

Dies bedeutet viel mehr Verkehr auf der bereits belasteten Kreuzung (Hainburg, Wienertor) bzw. Zufahrtstraße: Landstraße (Bundesstraße B9) / Hummelstraße.

Im Jänner 2026 sind ca 200 Forschende der TU Wien hinzugekommen [6] – die Labore mit abgeschätzten 12.000 m2 Gebäudefläche nehmen den größten Bauplatz ein. Bei der Veranstaltung im Juli 2026 hat der Vertreter der TU Wien hat 122-153 Personen angegeben (dies bedeute ca 100m2 pro Forschenden). Die Architektin-Vertreterin konnte trotz der fertigen Einreichungspläne keine genauen Gebäudeflächen für die Bildungseinrichtungen angeben und verwies an den Projektentwickler. Dieser war leider nicht bereit, konkrete Fragen zu beantworten. Hingegen forderte er den BIB-Vertreter (Peter Sedlak) zwei mal auf, die Veranstaltung zu verlassen.

MOBILITÄT

Zum Thema „Mobilität“ wurden die 0 ,9 bis 1,4 km adäquate „flache“ Entfernungen zu den Hainburger Bahnhöfen (750m bis 1,2km mit 37 bis 60 Höhenmeter) und 700 bis 780m adäquate „flache“ Entfernung zum Stadtzentrum (560m - 640m mit 34 Höhenmeter) werden weiter als „kurze Wege zu Bahnhöfen, Stadtzentrum, Gastronomie“ bezeichnet [4] – DB, MobilitätsPlakat_Infoabend 2026-07. Dass es sich dabei teilweise um steile Straßen handelt, war nie berücksichtigt worden.

Die Möglichkeit einer Bushaltestelle beim Camus soll in 300-400m Entfernung zum Areal auf einem steilen Hang liegen und ist eindeutig nicht barrierefrei.

Nähere Daten und Maßnahmen zum Verkehr sollen im kommenden „Mobilitats-Konzept“ in den nächsten Monaten ersichtlich werden. Das Mobilitats-Konzept solle ERST nach dem Festlegen der Gebäude erfolgen.

Aufgrund der neu angekündigten Forschungsplätze der TU Wien hat die Initiative Bildung im Bestand eine neue Verkehrsanalyse der jetzigen Lage in Auftrag gegeben. Es wurde von der anderer Verkehrsplanerin bestätigt, dass die alte Verkehrsuntersuchung (aktualisiert Mitte 2025) v.a. wegen der Änderung 2026 nicht mehr gelten kann.

Falls ERST die Gebäude geplant und danach der Verkehr gelöst werden soll, kann die Bundesstraße B9 später, d.h. DANACH nicht vergrößert werden (vor der Ampelkreuzung stehen beidseitig Häuser). Man rechne somit mit unverzichtbaren Beschränkungen in bestehendem Straßennetz. Neben der Anzahl an Bussen würden die Pendelnden natürlich auch mit den Autos kommen. Der neu erzeugte Verkehr erhöht neben der Autopräsenz auch die Luftverschmutzung (in den letzten 16 Jahren waren die PM10 Artikel-Werte sechsmal am Limit, bzw überschritten). Hainburg leidet bereits jetzt durch regelmäßige Staus.

ALTERNATIVEN

Die Initiative Bildung im Bestand (BIB), hat mehrmals darauf hingewiesen, dass sich in Hainburg bereits Großgebäude befinden, die leer stehen, bzw. mit nicht optimalen Nutzungen besetzt sind [5] . Die Position zu den Bahnhöfen ist hier wesentlich günstiger: 270-430m, keine Steigung, und somit ideal für die öffentlich pendelnden Studierenden.

Das Grundstück der leerstehenden Alten Walzmühle wurde Ende 2025 – trotz Kritik seitens der politischen Opposition – im Gemeinderat zum verdichteten Wohnen umgewidmet (Bauland Kerngebiet). Das Gebäude ist nur 10 m vom Bahnviadukt entfernt und mit Modernisierungspotenzial von 3.000 – 5.000 m2 Gesamt-Gebäudefläche brutto (BGF) ideal für eine mittelgroße Bildungseinrichtung geeignet.

Notiz / Hainburger Merkwürdigkeiten:

Im Sommer 2025 hat der Hainburger Gemeinderat eine Beschränkung der Wohndichte für allgemeine Bürger beschlossen. Im Herbst 2025 beschloss er die Umwidmung der „Alten Walzmühle“ zum Bauland Kerngebiet – anstatt max. etwa 80 Wohnungen laut alter Widmung sind beim neuen Entwurf nun 200 neue Wohneinheiten geplant – nur von einem Investor.

Ein weiteres Gebäude ist der Bauhof der Stadt Hainburg. Hier wird das Erdgeschoss zur Abstellung von LKWs und diverser Technik genutzt. In dem dritten Gebäude (Eigentum des Landes NÖ), der Kulturfabrik, befinden sich neben einer Arbeitsstätte großflächig gelagerte archäologische Funde.

RESÜMEE

Die Initiative Bildung im Bestand, und auch ein Teil der Bürgerschaft Hainburgs fühlen sich hintergangen, die Fragen konnten seit 2023, also drei Jahre lang nicht öffentlich gestellt werden. Derzeitige Einreichspläne sind NUR für die Anrainer zur Einsicht zugänglich. Es handelt sich laut dem Bauamt rechtlich (nur) um ein Privat-Projekt (auf einem Privat-Grundstück).

Beim Europacampus Hainburg (Bildungscampus und ein neues Wohnquartier) handelt es sich um ein Projekt mit 90-100 Mio. Euro Kosten, wo ca 20 Mio. Euro vom Bund, aber vor allem auch vom Land NÖ gefordert werden soll, d.h. auch von den Geldern der Steuerzahler in Niederösterreich. [6]

[1] – Städtebau, Form_Web der BIB; [2] – Aktuelles, Multi-Uni-Campus_Web GMR Hainburg; [3] – Flächenwidmung 2023, Verkehrsuntersuchung (5)_69c, [4] – MobilitätsPlakat_Infoabend 2026-07_DropBox BIB; [5] – Leerstand+Bestand, Bildungstrio Nord_Webseite der BIB; [6] – Europacampus Hainburg 2026-03_www.noe.gv.at .

Rückfragen & Kontakt

Initiative BIB
Telefon: +43 650 4213599
E-Mail: [email protected]

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