- 26.08.2026, 13:29:02
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Apothekerverband ad Ärztekammer: Teilzeitangebote sind keine Antwort auf Versorgungslücken
Österreichischer Apothekerverband kritisiert die Forderung der Ärztekammer nach mehr ärztlichen „Hausapotheken“
In Ihrer heutigen Pressekonferenz fordert die Ärztekammer einmal mehr den Ausbau ärztlicher Ordinationen mit angeschlossener Arzneimittelabgabe – und übersieht dabei, dass derartige Abgabestellen nicht versorgungswirksam genug sind.
„Ein reformbedürftiges Gesundheitssystem mit rückwärtsgewandten Ansätzen kurieren zu wollen, wird uns nicht weiterbringen. Bei durchschnittlich rund 20 Stunden Öffnungszeit ist die Medikamentenabgabe in einer Arztordination lediglich ein Teilzeitangebot, das mit der Lebensrealität der Bevölkerung nicht im Einklang steht. Zudem halten sich Erkrankungen nicht an diese Öffnungszeiten. Was macht eine Patientin oder ein Patient, wenn ein wichtiges Medikament benötigt wird, die Ordination aber schon geschlossen hat?“ spricht Thomas W. Veitschegger, Präsident des Österreichischen Apothekerverbands, einen zentralen Aspekt für die Versorgung der Bevölkerung an.
„Wir wollen eine zukunftsfitte Gesundheitsversorgung in Österreich – und die braucht starke öffentliche Apotheken mit einem umfassenden Arzneimittelangebot, dem Know-how Lieferengschwierigkeiten effizient zu lösen und der Expertise neue gesundheitliche Dienstleistungen anzubieten. Modelle, die bestenfalls eine Verlegenheitslösung darstellen, bringen uns hierbei nicht weiter“, so Verbandspräsident Veitschegger weiter.
Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung braucht die öffentliche Apotheke
„Eine vollumfängliche Arzneimittelversorgung gibt es nur in der öffentlichen Apotheke. Lange Öffnungszeiten, Nacht- Wochenend- und Feiertagsdienste, ein umfassendes Arzneimittellager mit tausenden Präparaten und die Möglichkeit Medikamente individuell zuzubereiten – all das machen echte Apotheken aus. Werden sie durch ärztliche Abgabestellen verdrängt, wird sich die Versorgungssituation massiv verschlechtern. Eine Weiterentwicklung unserer Versorgungslandschaft wird so nicht gelingen“, weist Andreas Hoyer, 1. Vize-Präsident des Österreichischen Apothekerverbands, auf die Risiken der Forderungen der Ärztekammer hin.
Apotheken können mit weiteren Angeboten die Versorgung verbessern
„Blickt man über unsere Landesgrenzen sieht man, dass Österreich mehr sogenannte Hausapotheken hat als alle übrigen EU-Länder zusammen. Dass sie sich international nicht durchgesetzt haben, ist kein Wunder. Denn die Verschreibung und die Abgabe eines Arzneimittels erfolgen nicht getrennt voneinander und der notwendige Gegencheck der Verordnung unterbleibt. Anstatt über ein solches Auslaufmodell zu diskutieren, müssen wir uns die Frage stellen, welche niederschwelligen Angebote die Versorgung der Menschen verbessern. Impfungen, Gesundheitstests, Beratungsangebote – hier haben wir enormes Verbesserungspotenzial, das mit den öffentlichen Apotheken gehoben werden kann“, verweist Alexander Hartl, 2. Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbands, auf die Möglichkeiten im Rahmen einer Gesundheitsreform.
Daten und Fakten zur öffentlichen Apotheke:
- Durchschnittliche Öffnungszeit: 50 Stunden pro Woche
- 95 Prozent der Bevölkerung erreichen die nächste öffentliche Apotheke in weniger als 10 Minuten
- Eine öffentliche Apotheke hat rund 6.000 verschiedene Präparate lagernd – die ärztliche Abgabestelle 400 bis 500
- Rund 3 Millionen Arzneimittel werden jedes Jahr individuell für Patient:innen zubereitet
Rückfragen & Kontakt
Österreichischer Apothekerverband
Mag. Ralph Luger
Telefon: 06642453319
E-Mail: [email protected]
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