• 26.08.2026, 07:00:32
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Österreichische Nektarinen: „Da muss man ein bisserl verrückt sein“

Ein Oststeirer setzt trotz Dürre auf gesunde Pflanzen und weniger Pestizide

Wien, am 26.08. (OTS) - 

Seit 2018 experimentiert der gelernte Obstbauer Matthias Lammer aus Albersdorf-Prebuch an der steirischen Apfelstraße mit Nektarinen. Heute ist er der einzige Bauer in Österreich, der die Frucht in größerer Menge für den Lebensmittelhandel produziert. „Man muss ein bisserl verrückt sein und kreativ, wenn man sich ausgerechnet an die sensible Nektarine heranwagt. Auch finanziell ist es ein großes Risiko“, sagt Lammer, der bisher mehrere hunderttausende Euro in die Steinobstproduktion investiert hat. Die Bedingungen sind auf den ersten Blick nicht günstig: Mehr als 90 Prozent der in Österreich verkauften Nektarinen kommen aus dem Ausland, die Trockenheit hat ihm heuer bis zu 60 % der Ernte vernichtet und die Nektarine ist insgesamt sehr sensibel. "Wir schauen dennoch optimistisch in die Zukunft, weil unser regionales Obst sehr stark nachgefragt ist", erzählt Lammer, dessen Nektarinen bei BILLA und BILLA PLUS erhältlich sind.

Gesündere Pflanzen, weniger Pestizide

Seit vielen Jahren arbeitet Lammer mit der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 an gesunden Pflanzen. Das Pestizid-Reduktionsprogramm setzt in Kooperation mit der Billa-Mutter REWE auf strenge Grenzwerte. „Wir möchten, dass gesundes Obst und Gemüse mit wenig bis gar keinen Rückständen in den Supermarktregalen landet und arbeiten intensiv mit den Bauern und Bäuerinnen zusammen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen“, berichtet Kurt Stockinger, Agrartechniker im Pestizid-Reduktionsprogramm von GLOBAL 2000.

Lammer setzt dabei stark auf vorbeugende und natürliche Methoden: „Wir wollen die Pflanze fit und vital durch die Saison begleiten. Es ist wie bei den Menschen: Wenn man ein gesundes Immunsystem hat, wird man nicht immer Medikamente brauchen.“ Dem stimmt auch Stockinger zu: „Gesunde Pflanzen brauchen einen gesunden Boden. Und genau den haben die Nektarinen hier und sind daher weniger anfällig für Schädlinge wie die Reiswanze oder die gefleckte Baumwanze. Da steckt viel Arbeit und Wissen dahinter und ein für Nektarinen gesunder Bodenaufbau.“

Regional gegen Spanien und Italien

Für den Handel ist die steirische Nektarine eine wertvolle Nische, denn die Nachfrage nach regionalem Obst steigt. „Ich mache das aus Leidenschaft zur Landwirtschaft und aus Leidenschaft zu dem, was wir regional produzieren können. Nektarinen gibt es bei uns in größerer Menge nicht. Wir wollen etwas anbieten, was keine weiten Transportwege hat und gut schmeckt. Also haben wir uns das in den Kopf gesetzt“, sagt Lammer. Die größte Konkurrenz kommt aus Spanien und Italien. In der Verkaufsstatistik werden Pfirsiche und Nektarinen gemeinsam gezählt.

  • 33.500 Tonnen Pfirsiche und Nektarinen werden pro Jahr in Österreich verspeist
  • Über 90 % davon kommen aus dem Ausland
  • In guten Jahren kann Lammer über 250 Tonnen pro Jahr produzieren

Über das PRP

Das Pestizid-Reduktions-Programm (PRP) von GLOBAL 2000 arbeitet eng mit Bäuerinnen und Bauern sowie dem Handelsunternehmen REWE zusammen, um den Einsatz von Pestiziden zu verringern. Das PRP-Team kontrolliert weltweit Obst- und Gemüsesorten auf die Einhaltung strenger Pestizid-Richtlinien. In über 20 Jahren hielten mehr als 90 % der Proben die strengen Kriterien des PRP ein.

Rückfragen & Kontakt

Christoph Gerhardt

Pressesprecher GLOBAL 2000

+43 699 142000 26

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