- 25.08.2026, 12:17:02
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Von den Hohen Tauern nach Frankreich
Im Nationalpark Hohe Tauern konnte auch 2026 ein junger Steinadler besendert werden. Die letztjährigen beiden Sendertiere zeigen mittlerweile beeindruckende Wanderungen.

Nach zwei erfolgreichen Besenderungen im letzten Jahr gelang es auch heuer wieder, einen jungen Steinadler im Nationalpalpark Hohe Tauern zu besendern. Der diesjährige Jungvogel konnte im Juli im Kalser Dorfertal von einem Team der Konrad Lorenz Forschungsstelle in seinem Horst mit einem Sender ausgestattet werden. Ziel ist es, im Rahmen eines gemeinschaftlichen wissenschaftlichen Projektes unter der Federführung des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie (Radolfzell, Deutschland) und der schweizerischen Vogelwarte Sempach, das Abwanderungsverhalten von Steinadlern in den Alpen zu erforschen. Besenderungsversuche in Salzburg und Kärnten scheiterten heuer leider aufgrund des unwegsamen Geländes und der damit verbundenen Unzugänglichkeit der Horste.
Der Jungvogel aus Kals, der auch beringt wurde, ist mittlerweile ausgeflogen, hält sich aber wie zu erwarten, größtenteils noch in mehr oder weniger Nähe zum Horstbereich auf. Mittlerweile konnten in diesem Projekt über 120 Jungadler im Alpenbogen besendert werden, doch allein die beiden im letzten Jahr im Nationalpark Hohe Tauern mit Sender ausgestatteten Tiere zeigten bereits ein interessantes Verhalten. Während der, sich kleinräumiger bewegende, Jungvogel aus Kärnten bis dato „nur“ mehrere österreichische Bundesländer beflog, zeigte das aus dem Osttiroler Defereggental stammende Jungtier auf beeindruckende Weise, wozu Jungadler imstande sind. Hielt sich der Vogel bis Anfang 2026 noch größtenteils im Umkreis des Horstes auf, durchstreifte er danach den Alpenbogen zwischen Mariazell und Frankreich. Derzeit hält er sich nach einem längeren Zwischenstopp in der Schweiz im Europaschutzgebiet Verwall in Vorarlberg auf.
Man darf also gespannt sein, wohin es den diesjährig besenderten Jungadler in den nächsten Jahren verschlagen wird. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie wichtig grenzüberschreitendes Denken und Handeln im Naturschutz ist.
Um in Zukunft mehr über die Steinadler-Population in den Alpen zu wissen und diese besser schützen zu können wird gemeinsam mit dem Nationalpark Berchtesgaden, dem Naturpark Zillertaler Alpen, der Universität Innsbruck sowie des Vereins Alpine Biodiversity im Rahmen des INTERREG Bayern–Österreich 2021–2027-Projektes „East-Alp Eagle Alliance“ über den ‚Tellerrand‘ der Hohen Tauern geschaut – nicht zuletzt die besenderten Adler legen ein Arbeiten ohne Grenzen und grenzüberschreitendes Denken nahe.
Rückfragen & Kontakt
Nationalpark Hohe Tauern
Dr. Gunther Gressmann
Telefon: 04875/508-6877
E-Mail: [email protected]
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