• 21.08.2026, 14:28:32
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120 Jahre Motorisierung der Wiener Polizei

Übergabe weiterer Fahrzeuge in historischen Bestand des Polizeimuseums – Sonderausstellung und Ring-Rundfahrt mit historischen und modernen Polizeifahrzeugen

Wien (OTS) - 

Innenminister Gerhard Karner, Bundespolizeidirektor Michael Takács und der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl eröffneten anlässlich des Jubiläums „120 Jahre Motorisierung der Wiener Polizei“ am 21. August 2026 in der Wiener Rossauer Kaserne eine Sonderausstellung mit historischen und modernen Polizeifahrzeugen. Außerdem übergab der Innenminister das 18. und 19. historische Fahrzeug an das Polizeimuseum des Bundesministeriums für Inneres. Übergeben wurden eine Mercedes C-Klasse, die von der Landesverkehrsabteilung Wien bei zahlreichen hochrangigen Staatsbesuchen als Leitfahrzeug eingesetzt wurde und ein ziviler Observationsbus (VW T4) mit vollständiger Originalausstattung, der bis 2026 beim Landeskriminalamt Vorarlberg im Einsatz stand.

Ring-Rundfahrt und Fahrzeugschau

Ein großes Highlight war nach der Eröffnung die Rundfahrt um den Ring mit historischen und modernen Polizeifahrzeugen, etwa einem Mannschaftstransporter der Marke Steyr 380 aus dem Jahr 1953, einem grüner VW Käfer, einem Golf 1, sowie einem VW T3 und T4 in Polizeioptik. Moderne Polizeifahrzeuge wie der künftige Standard-Streifenwagen Skoda Kodiaq oder das Einsatzfahrzeug Survivor der WEGA rundeten die Fahrzeugkolonne ab.

Anschließend wurden die Polizei-Einsatzfahrzeuge der Sonderausstellung präsentiert sowie eine begleitende Ausstellung zur Geschichte der Motorisierung der Wiener Polizei besichtigt.

„Heute feiern wir ein ganz besonderes Jubiläum: 120 Jahre motorisierte Polizei – ich möchte mich bei allen herzlich bedanken, die zum Gelingen des heutigen Tages beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt auch ÖAMTC und ARBÖ für die langjährigen und bewährten Partnerschaften“, sagte Innenminister Gerhard Karner bei der Begrüßung. „120 Jahre motorisierte Polizei zeigen eindrucksvoll, wie sehr sich Fahrzeuge, Technik und Ausrüstung weiterentwickelt haben. Das Wichtigste aber sind die Menschen, die hinter dem Steuer sitzen. Ihnen gilt mein besonderer Dank für die Arbeit, die Sie tagtäglich für die Sicherheit in unserem Land leisten.“

Karner ergänzte, dass sich nicht nur die Technik verändert habe, sondern auch die Kriminalität und die Herausforderungen für die Polizei. „Deshalb müssen auch wir uns ständig weiterentwickeln und auf neue Situationen reagieren – und auch hier sage ich danke zu jedem Einzelnen für Ihre Bereitschaft, für Ihre Professionalität und vor allem für Ihren täglichen Einsatz.“

Bundespolizeidirektor Michael Takács sagte: „Die Sternstunde der sogenannten MOT begann 1946: Damals waren elf motorisierte Polizisten auf ehemaligen Militärmaschinen unterwegs, um vor allem im Streifen- und Transportdienst zu unterstützen.“ In den 1960er-Jahren sei der Fuhrpark deutlich ausgebaut und eine große Zahl an Motorrädern angeschafft worden, ergänzte der Bundespolizeidirektor. „Die Motorisierung der Polizei war von da an nicht mehr wegzudenken. Fahrzeuge und Ausrüstung wurden laufend moderner und besser – und heute können wir stolz darauf sein, dass die österreichische Polizei über ein modernes und professionelles Fuhrparkmanagement verfügt.“

Moderne Fahrzeuge und innovative Technik würden unsere Polizistinnen und Polizisten bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen, und „leisten damit einen wesentlichen Beitrag zu ihrer Sicherheit“.

Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl sagte: „120 Jahre motorisierte Polizei – das ist ein Jubiläum, bei dem sich ein Blick zurück besonders lohnt. Über all diese Jahrzehnte hinweg war es unser Anspruch, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Denn Mobilität ist für die Polizeiarbeit entscheidend: Wir müssen bei sicherheits- und kriminalpolizeilichen Einsätzen rasch vor Ort sein. Heute gelingt uns das in vielen Fällen innerhalb weniger Minuten.“

Eine wesentliche Säule dafür sei der moderne und breit aufgestellte Fuhrpark: vom Fahrrad über Streifen- und Zivilfahrzeuge bis hin zu Spezial- und Logistikfahrzeugen, betonte Pürstl. „Gleichzeitig ist die Polizei nicht nur auf der Straße präsent, sondern auch in der Luft und auf dem Wasser – diese Vielfalt zeigt, wie modern die österreichische Polizei heute aufgestellt ist – und sie trägt wesentlich dazu bei, dass unsere Polizistinnen und Polizisten schnell, professionell und sicher ihren Dienst versehen können.“

Historischer Hintergrund

Nach Pferden, Kutschen und Fahrrädern prägten kurz nach 1900 vermehrt ein- und zweispurige, motorisierte Fahrzeuge das Straßenbild Wiens und unterstützten die Polizistinnen und Polizisten bis heute bei ihrer täglichen Arbeit. Die Einführung der Motorisierung stellte eine Revolution in der Polizeiarbeit dar, die Einsatzmöglichkeiten und die Reaktionsgeschwindigkeit nachhaltig veränderte. Das allererste motorisierte Fahrzeug bei der Wiener Polizei wurde kurz nach 1900 angeschafft und wurde als Dienstfahrzeug für den damaligen Wiener Polizeipräsidenten Karl von Brzesowsky genutzt.

Die innenpolitischen Unruhen in Österreich ab 1927 führten zu einer Aufrüstung des Fuhrparks. 1928 besaß die Wiener Polizei 38 Kraftwagen und 26 Motorräder und die ersten gepanzerten Fahrzeuge wurden angeschafft.

Im Zweiten Weltkrieg wurden sämtliche Polizeifahrzeuge zerstört, daher begann ab den 1950er-Jahren der Wiederaufbau eines Fuhrparks. 1950 fand man vor allem den grünen VW-Käfer als Standard-Funkwagen bei der Wiener Polizei, abgelöst wurde dieser Mitte 1970 vom weißen VW Golf.

Mit der Wachkörperzusammenlegung wurde das gesamte Fuhrparkmanagement des Innenministeriums ab 2008 vollständig und bundesweit auf Leasing-Fahrzeuge umgestellt – ein Meilenstein in der Geschichte der jungen Bundespolizei.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Inneres
Ministerialrat Markus Haindl, BA MA
Pressesprecher des Bundesministers
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