• 20.08.2026, 13:38:02
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Karner: „Wenn Jugendliche oder Kinder Straftaten begehen, muss es klare Konsequenzen geben“

Kriminalität wird jünger und digitaler – Polizei verstärkt Schwerpunktmaßnahmen, Verfassungsschutz setzt auf Früherkennung und Prävention

Grafik Jugendkriminalität 20 Jahre gesamt
Wien (OTS) - 

Die Jugendkriminalität und die Radikalisierung junger Menschen stellen die Polizei sowie die Sicherheits- und Verfassungsschutzbehörden vor Herausforderungen. Kriminalität und extremistische Phänomene verlagern sich zunehmend in den digitalen Raum und erreichen dabei immer jüngere Menschen. Dabei zeigt sich einerseits, dass die Anzahl der Intensivtäter steigt – also jener Minderjähriger, die für teilweise hunderte Straftaten verantwortlich sind. Aber andererseits auch, dass die Anzahl krimineller Minderjähriger steigt, besonders in der Altersgruppe der zehn bis 14-Jährigen.

Innenminister Gerhard Karner: „Wenn Jugendliche oder Kinder Straftaten begehen, Andere terrorisieren, schlagen oder mobben, dann muss es klare Konsequenzen geben. Es muss gezeigt werden, dass wir das nicht dulden“.

Das Innenministerium setzt daher auf ein umfassendes Maßnahmenbündel: Die Polizei hat die Schwerpunktmaßnahmen gegen Jugendkriminalität massiv ausgebaut und verstärkt – vor allem in der Bundeshauptstadt Wien, aber auch in anderen Regionen in ganz Österreich. Der Verfassungsschutz setzt auf Früherkennung und Prävention, um Radikalisierungsprozesse möglichst früh zu erkennen und Gefahren zu verhindern. Denn auch hier zeigt sich deutlich, dass Radikalisierung immer jüngere Menschen trifft, hauptsächlich im Online-Bereich, in Foren und auf Gaming-Plattformen.

Staatssekretär im Innenministerium, Jörg Leichtfried: „Radikalisierung ist längst kein Randphänomen mehr – sie findet zunehmend digital statt, wird jünger, schneller und subkultureller. Umso wichtiger ist ein gesamtstaatlicher und gesamtgesellschaftlicher Ansatz, der Prävention auf allen Ebenen stärkt und Radikalisierung frühzeitig entgegenwirkt. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen wie die Altersbeschränkung für die Nutzung Sozialer Medien, strengere Regelungen für Telegram sowie die demokratische Kontrolle von problematischen Algorithmen. Denn alles, was im Vorfeld verhindert werden kann, ist ein Erfolg für unsere Gesellschaft.“ Auch die Nutzung sozialer Medien müsse stärker in den Blick genommen werden.

DSN-Direktorin Sylvia Mayer ergänzte: „Mit Fokus auf Jugendliche erkennen wir aktuell drei zentrale Entwicklungen: Die Ideologie selbst rückt immer weiter in den Hintergrund. Der Online-Raum ist zentraler Ort von Radikalisierung und Täterinnen und Täter werden immer jünger. Diesen Tendenzen wirken die DSN und die LSE durch umfassende, gesamtgesellschaftliche Prävention, vorausschauende Früherkennung von Gefährdern und effektive Strafverfolgung entgegen.“

Zwtl.: Kriminalität wird jünger – stärkster Anstieg bei 10-14-Jährigen

Die Gesamtzahl der unter 18-jährigen Tatverdächtigen ist von 37.185 im Jahr 2021 auf 49.067 im Jahr 2025 gestiegen – ein Anstieg von rund 32 Prozent. Bei den unter 18-jährigen fremden Tatverdächtigen hat sich die Zahl im selben Zeitraum von rund 11.000 auf rund 22.000 verdoppelt. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei syrischen Tatverdächtigen im Alter von zehn bis 14 Jahren: Hier stieg die Zahl von 318 im Jahr 2021 auf 1.528 im Jahr 2025 und damit auf nahezu das Fünffache.

Auch der 20-Jahres-Vergleich zeigt einen deutlichen Anstieg. Die Zahl der Tatverdächtigen unter 18 Jahren erhöhte sich von 27.963 im Jahr 2006 auf 49.067 im Jahr 2025 – ein Plus von rund 75 Prozent. Bei den 14- bis unter 18-Jährigen beträgt der Anstieg rund 62 Prozent, bei den zehn- bis unter 14-Jährigen sogar rund 137 Prozent.

Schwerpunktaktionen zeigen Wirkung – groß angelegter Schwerpunkt in Meidling

Innenminister Gerhard Karner und Bundespolizeidirektor Michael Takacs machten sich in den Abendstunden des 19. August 2026 selbst ein Bild von der groß angelegten Schwerpunktaktion in Wien-Meidling, bei der über 80 Polizistinnen und Polizisten verschiedener Einheiten und mit Unterstützung aus vier Bundesländern schwerpunktmäßige Kontrollen durchgeführten. Dabei wurden 195 Personen, davon 54 Minderjährige und 16 Strafunmündige kontrolliert. Fünf Personen wurden festgenommen und 36 Personen angezeigt.

Wiener Landespolizeivizepräsident und Bundeskoordinator der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität, General Dieter Csefan, sagte dazu heute im Zuge der Pressekonferenz: „Die koordinierten Schwerpunktaktionen der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität zeigen bereits deutliche Wirkung. Mit Unterstützung von Polizeikräften aus mehreren Bundesländern wird der Kontrolldruck weiter erhöht, um Jugendkriminalität konsequent und nachhaltig zu bekämpfen. Gleichzeitig werden so jene Jugendlichen geschützt, die selbst Opfer von Gewalt und Jugendkriminalität werden“. Die Kontrollen würden so lange fortgesetzt, wie es nötig sei.

Seit Bestehen der Einsatzgruppe Jugendkriminalität wurden rund 1.600 Personen festgenommen, darunter rund 600 Minderjährige. Zudem konnten mehr als 200 Waffen, insbesondere Messer und Schlagringe, sichergestellt werden.

Mit den verstärkten Schwerpunktmaßnahmen und der Arbeit des Verfassungsschutzes bei Früherkennung und Prävention verfolgen die Sicherheitsbehörden ein gemeinsames Ziel: Jugendkriminalität konsequent zu bekämpfen, Radikalisierung möglichst früh zu erkennen und junge Menschen besser vor kriminellen und extremistischen Entwicklungen zu schützen.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Inneres
Harald Sörös, BA MA
Telefon: +43 1 53126 901133
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmi.gv.at

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