• 20.08.2026, 09:00:07
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Digitale Parkraumüberwachung: Erfolgreiche Testphase für das neue Scan Car in Wien

Positive Zwischenbilanz nach den ersten 220 Testkilometern auf Wiens Straßen – Start der Echtzeit-Simulation Mitte September 2026

Wien (OTS) - 

Was in anderen Städten wie Amsterdam oder Prag seit längerem üblich, ist nun auch in Wien in finaler Vorbereitung: Die digitale Kontrolle des öffentlichen Parkraums. Seit Anfang des Jahres ist eines von vier sogenannten Scan Cars im Testbetrieb in Wien unterwegs. Es handelt sich um Elektrofahrzeuge mit speziellen Sensoren zur Kennzeichenerfassung, die künftig vor allen in den Flächenbezirken bei der Kontrolle zur Parkometerabgabe eingesetzt werden und damit die Mitarbeiter*innen der Parkraumüberwachung entlasten.

Im Rahmen der bisherigen Testphase hat das Scan Car insgesamt rund 220 Testkilometer absolviert. Die Fahrten wurden in den Wiener Gemeindebezirken 10, 11, 19, 21 und 22 durchgeführt. Ziel dieser ersten Phase war es, die Funktionstüchtigkeit der Hard- und Software unter realen Bedingungen zu erproben, bevor die restlichen drei der insgesamt vier angeschafften Fahrzeuge in den Betrieb integriert werden.

„Mit dem Scan Cars steigern wir die Effizienz der Parkraumüberwachung in Wien massiv. Gleichzeitig ist es mir ein persönliches Anliegen, dass unsere Mitarbeiter*innen bei ihrer herausfordernden Arbeit im Außendienst bestmöglich unterstützt und entlastet werden. Denn derzeit legen die Mitarbeiter*innen in den großen Bezirken rund 15 Kilometer Fußmarsch am Tag zurück. Das Scan Car ist kein Ersatz für den Menschen, sondern ein modernes Werkzeug“, freut sich Michelle Krumpschmid, Leiterin der Magistratsabteilung 67 Parkraumüberwachung, über die positive Entwicklung des Projektes.

Über 90 % Kennzeichen-Erkennungsrate

Die wichtigste Erkenntnis der bisherigen Fahrten: Die Kennzeichen-Erkennungsrate ist bereits im Testlauf sehr hoch und liegt bei über 90 %. Da das Gesamtsystem lernend programmiert ist, wurden die Testkilometer intensiv genutzt, um feine Nachjustierungen vorzunehmen. Präzisiert wurden dabei vor allem die Kameraausrichtung unter verschiedenen Lichtverhältnissen sowie die örtliche Positionsbestimmung basierend auf den verzeichneten Stellplätzen der Geopositionsdaten der Stadt Wien.

Finale Phase mit Schulung und Echtzeit-Simulation

Die finale Programmierung und Systemintegration laufen planmäßig. Die Schulung und Einführung der neuen Technologie wird von den Mitarbeiter*innen der MA 67 sehr positiv und offen aufgenommen. Die Mitarbeiter*innen sehen das Fahrzeug als zeitgemäße Erleichterung für die tägliche Kontrollarbeit auf Wiens Straßen. Um den reibungslosen Übergang zu garantieren, startet zeitnah die Schulung der Key-User*innen. Diese ausgewählten Mitarbeiter*innen werden als Erste direkt für die Pilotierung ausgebildet. Die Schulung des restlichen Personals der MA 67 erfolgt im Anschluss laufend. Aktuell sind insgesamt 650 Parkraumüberwachungsorgane der MA 67 für die Kontrolle des ruhenden Verkehrs tätig.

Regulärer Betrieb für 4 Scan Cars Ende des Jahres

Im Oktober 2023 gab es das Ende der physischen Parkpickerl und die Umstellung auf den Kennzeichenabgleich mittels Handy-Scan. Im Jahr 2025 wurde die digitale Parkraumüberwachung im Landtag beschlossen. Und seit 2026 läuft in Wien die Testphase für die Parkraumüberwachung durch sogenannte Scan Cars. Der Volleinsatz der Scan Cars ist ab Ende 2026 geplant. Mitte September 2026 startet nun die Pilotierungsphase mit dem Kamerafahrzeug. Dabei erfolgt die erstmalige Verknüpfung des Fahrzeugs mit allen produktiven Systemen, wie beispielsweise der Genehmigungsdatenbank für das Parkpickerl. Diese umfassende Echtzeit-Simulation dient der finalen Einschätzung des Implementierungsfortschrittes, bevor alle vier Scan Cars Ende 2026 den regulären Dienst aufnehmen. Zum Einsatz kommen die neuen Scan Cars in den weitläufigen Teilen in zwölf Bezirken. (Bezirke 10, 11, 13 - 19 und 21 – 23)

Funktionsweise der datenschutzkonformen Kontrolle

Der Sensor ist auf dem Autodach der Elektroautos montiert und scannt die Kennzeichen mittels optischer Zeichenerkennung (OCR), gleicht sie mit der entsprechenden Datenbank ab und liefert Hinweise auf mögliche Verstöße. Eine Speicherung der Information findet nicht statt, womit die datenschutzrechtlichen Vorgaben vollständig gewahrt bleiben. Jeder gemeldete Verdachtsfall wird manuell von einem Parkraumüberwachungsorgan überprüft.

Digitalisierung als Schlüssel zu Ressourcenschonung und Mitarbeiter*innenschutz

Die fortschreitende Digitalisierung der Parkraumüberwachung ist ein wichtiger Schritt, um Verwaltungsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Sie hilft, Personalressourcen gezielter einzusetzen, unnötige Doppelwege zu vermeiden und energieeffizientere Abläufe zu schaffen. Gleichzeitig schützt sie die Kontrollorgane, die bisher Wind, Regen, Hitze oder winterlichen Bedingungen oft ungeschützt ausgesetzt waren. Mit den Fahrzeugen steht nun ein wetterfester und ergonomischer Arbeitsraum zur Verfügung. Die Besetzung der Scan Cars mit den Überwachungsorganen wird durch die jeweiligen Führungskräfte auf den sechs Stützpunkten der Parkraumüberwachungsgruppe entschieden. Dabei gilt wie auch bei der regulären Bestreifung zu Fuß ein Rotationsprinzip.

Modernes Wiener Parkraummanagement: Eine Erfolgsgeschichte

Die Scan Cars sind ein nächster wichtiger Schritt bei der Modernisierung der Parkraumkontrolle. Der erste Schritt war die Vereinheitlichung der Parkpickerl für alle Bezirke im März 2022. Seit der Einführung der flächendeckenden Parkraumüberwachung hat sich die zu kontrollierende Fläche nahezu verdoppelt und war zugleich ein Meilenstein für den Klimaschutz in der Millionenstadt Wien. So konnte der Autopendler*innenverkehr reduziert und neue Flächen im öffentlichen Raum geschaffen werden. Der Anteil an Fahrzeugen mit Nicht-Wiener Kennzeichen ging um bis zu 89 % zurück, die Stellplatzauslastung sank mancherorts um bis zu 68 %.

Viele Begrünungsprojekte mit Einführung des flächendeckenden Parkpickerls

Mit der Einführung des flächendeckenden Parkpickerls nutzt die Stadt Wien gemeinsam mit den Bezirken die freigewordenen Flächen, um weitere Begrünungsprojekte, mehr Platz für FußgängerInnen und neue Radwege zu schaffen.

So wurde in Floridsdorf die Schleifgasse auf 3.000 m2 entsiegelt und mit 18 neuen Bäumen begrünt, auch eine eigene Bezirksradwegoffensive für Floridsdorf wurde 2024 gestartet. Umgesetzt wurden seither etwa ein neuer Zwei-Richtungs-Radweg in der Floridsdorfer Hauptstraße – inklusive 50 neuer Bäume - und auch die Prager Straße und die Angerer Straße erhielten eine sichere Radverbindung. 2025 wurden u.a. auf der Leopoldauer Straße insgesamt 1,2 km beidseitige Ein-Richtungs-Radwege errichtet und 17 neue Bäume gepflanzt. Aktuell in Bau ist der Radweg in der Brünnerstraße, wo bis zum Frühling nächsten Jahres von Am Spitz bis zur Karl-Schäfer-Straße ein rund ein Kilometer langer Zwei-Richtungs-Radweg entsteht. Er schließt an beiden Enden an bestehende Radwege an und bildet einen wichtigen Lückenschluss im Hauptradverkehrsnetz. So entsteht eine über 2,5 Kilometer lange sichere Radverbindung von der Floridsdorfer Brücke, durch das Zentrum von Floridsdorf, bis hinaus zur Shuttleworthstraße. Es werden 20 neue Bäume gepflanzt und fast 300 m2 Grünflächen geschaffen.

In der Donaustadt wurde bereits 2022 eine Bezirksradwegoffensive mit rund 14 km neuer Radinfrastruktur gestartet – seither wurde eine Vielzahl an Projekten umgesetzt, so gibt es nun etwa auf der Erzherzog-Karl-Straße, der Breitenleer Straße, der Donaustadt-Straße oder der Wagramer Straße komfortable neue Radwege. Der über 4 m breite Zwei-Richtungs-Radweg auf der Wagramer Straße ist Teil von Wiens 1. Megaradhighway von der Urania bis zum Kagraner Platz. Entlang der Strecke befindet sich auch Wiens erster Straßenpark auf einer Länge von über 250 Metern. Zwischen Donauzentrum und Steigenteschgasse wurden nicht genutzte Straßenbahngleise rückgebaut und die Nebenfahrbahn zu einem begrünten Aufenthaltsraum mit 60 neuen Bäumen umgestaltet. Im Fokus der Offensive stehen aber auch Lückenschlüsse wie An den alten Schanzen, der Direkt-Verbindung zwischen der Hausfeldstraße und der Seestadt Aspern.

In Hietzing wurde die Altgasse zur Begegnungszone und mit 19 neuen Bäumen zum attraktiven Aufenthaltsort. Ende letzten Jahres wurde die Auhofstraße auf einer Länge von 1,1 km zwischen Dommayergasse und Feldmühlgasse zur attraktiven Fahrradstraße umgestaltet.

Auch in Liesing wurde der neu gewonnene Platz für neue Radinfrastruktur genutzt, etwa in der Wohnparkstraße, wo es jetzt statt parkender Autos einen breiten, komfortablen Zwei-Richtungs-Radweg gibt, der an den Radweg in der Anton-Baumgartner-Straße anschließt. Die Auer-Welsbach-Straße wurde von der Kirchfeldgasse bis zur Karl-Heinz-Gasse auf einer Länge von 420 Metern zu einer fahrradfreundlichen Straße umgestaltet. Ein neuer, direkter Radweg über den Atzgersdorfer Platz sorgt außerdem für einen zentralen Lückenschluss beim beliebten Liesingbachradweg, der bisherige Umwege überflüssig macht. Auch hier wurden zusätzliche Bäume und Sträucher gepflanzt, in Summe profitieren so alle Wiener*innen und Wiener von der freigewordenen Fläche.

rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/

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