- 19.08.2026, 13:12:02
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Omar Al-Rawi (SPÖ) ad Faktencheck: „Wien ist Sparmeisterin im Bodenverbrauch“
WWF-Ranking greift bei Wien zu kurz: Wien ist Vorreiterin bei Klimaschutz und geringem Flächenverbrauch – Wien-Plan setzt verbindliche Grenzen für die Stadtentwicklung
„Wer über Bodenschutz spricht, muss auch auf den tatsächlichen Bodenverbrauch schauen. Und hier sind die Zahlen eindeutig: Wien ist mit großem Abstand Sparmeisterin Österreichs. Als erstes Bundesland hat Wien ein verbindliches Klimagesetz eingeführt, mit dem Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein. Dabei legen wir in Wien bereits seit langem den Fokus auf klimafitte Stadtentwicklung, stetigen Öffi-Ausbau und wenig Flächenverbrauch. Der Bodenverbrauch in Wien beträgt ca. 120 m2 pro Kopf, im Österreich-Schnitt sind es über 750 m2,“ betont der Vorsitzende Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke, Wiener Gemeinderat Omar Al-Rawi (SPÖ).
Während österreichweit täglich rund 6,5 Hektar Fläche in Anspruch genommen werden, sind es in Wien lediglich rund 0,1 Hektar pro Tag. Auch pro Kopf zeigt sich ein eindeutiges Bild: In Wien beträgt die Flächeninanspruchnahme rund 120 Quadratmeter, österreichweit sind es mehr als 750 Quadratmeter. Das zeigen die Daten des Flächenmonitorings der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK).
„Ein Ranking kann unterschiedliche Regelungen miteinander vergleichen. Entscheidend ist aber auch, was am Ende tatsächlich auf dem Boden passiert. Das Flächenmonitoring beweist, dass Wien im Bundesländervergleich den mit Abstand niedrigsten Flächenverbrauch pro Person aufweist. Wien nimmt 60mal weniger Flächen in Anspruch als die übrigen Bundesländer – und das bei größtem Bevölkerungswachstum. Das sind die Fakten zum Bodenverbrauch und die muss man auch klar benennen, wenn Berichte erstellt werden. Wer die Bodenpolitik der Bundesländer bewertet, darf an diesem Ergebnis nicht vorbeigehen“, so Al-Rawi.
Besonders entschieden weist Al-Rawi die Darstellung zurück, Wien verfüge über keine ausreichend verbindlichen Instrumente: „Der Wien-Plan ist keine unverbindliche Wunschliste und kein Hochglanzpapier für die Schublade. Er wurde 2025 vom Wiener Gemeinderat beschlossen und ist für den Magistrat sowie die Unternehmen und Unternehmungen der Stadt verbindlich. Darüber hinaus bildet er eine wesentliche Grundlage für Flächenwidmungs- und Bebauungspläne. Diese Verbindlichkeit kleinzureden, wird der Realität der Wiener Stadtplanung nicht gerecht.“
Gerade der Blick auf die Bevölkerungsentwicklung zeigt, wie bemerkenswert die Wiener Bilanz ist. In den vergangenen 15 Jahren ist Wien um rund 300.000 Einwohner*innen und damit ungefähr um die Größe von Graz gewachsen. Rund 40 Prozent des österreichweiten Bevölkerungswachstums der vergangenen zwei Jahrzehnte wurden von Wien aufgenommen.
Trotz stark wachsender Bevölkerung und zunehmendem Wohnbedarf hat Wien einen Grünraumanteil von über 50% bezogen auf das ganze Stadtgebiet (Basis: Flächen-Mehrzweckkarte). Der Erhalt dieses hohen Grünanteils der Stadt wird mit dem Wien-Plan festgeschrieben. Das Leitbild Grünräume des Wien-Plans ist hierbei die räumlich-strategische Vorgabe für die Bewahrung und Entwicklung der Wiener Grün- und Freiräume. Die darin enthaltenen Grünflächen sind auch als Siedlungsgrenzen zu verstehen, durch die wertvolle Grünräume geschützt und somit die Flächeninanspruchnahme hintangehalten wird.
„Wien schafft etwas, das andernorts oft als Gegensatz dargestellt wird: eine stark wachsende Stadt zu sein und gleichzeitig äußerst sparsam mit Grund und Boden umzugehen. Mehr Menschen brauchen Wohnungen, Schulen, Arbeitsplätze und Infrastruktur. Dass Wien dennoch beim Flächenverbrauch österreichweit klar an der Spitze liegt, ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer konsequenten Stadtentwicklung“, betont Al-Rawi.
„Der WWF legt mit seinem Bericht wichtige Fragen zum Bodenschutz auf den Tisch. Für eine faire Bewertung Wiens braucht es aber das vollständige Bild: den mit Abstand geringsten Flächenverbrauch, verbindliche Planungsinstrumente, klare Siedlungsgrenzen und mehr als 50 Prozent Grünraum in einer Stadt, die seit Jahren stark wächst. An diesen Fakten führt kein Ranking vorbei“, so Al-Rawi abschließend. (Schluss) sh
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Sarah Hierhacker, MA
Wiener Landtags- und Gemeinderatsklub der SPÖ
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