- 19.08.2026, 10:43:03
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100 Jahre Nancy Spero: Wien Holding erinnert an Pionierin der feministischen Kunst
Permanente Wandarbeiten im Ronacher und Jüdischen Museum Wien
Anlässlich des 100. Geburtstags der US-amerikanischen Künstlerin Nancy Spero am 24. August (1926–2009) erinnern die beiden Wien Holding-Unternehmen Vereinigte Bühnen Wien und Jüdisches Museum Wien zusammen mit der Christine König Galerie, die die Künstlerin seit 1992 vertritt, an eine der bedeutendsten feministischen und politisch engagierten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. 1993 und 1995/96 schuf Spero für die beiden Unternehmen Wandarbeiten, die bis heute ein wichtiger Teil des Ronacher und des Jüdischen Museums Wien sind. Ihr künstlerisches Vermächtnis ist damit bis heute nachhaltig in der Stadt präsent.
Nancy Spero schuf seit den 1960er-Jahren ein unverwechselbares Werk, das sich mit Fragen von Macht, Krieg, Unterdrückung, Erinnerung und der Rolle von Frauen in Geschichte und Gesellschaft auseinandersetzt. Mit ihrer ebenso politischen wie poetischen Bildsprache zählt sie zu den international einflussreichsten Künstlerinnen ihrer Generation. Hundert Jahre nach ihrer Geburt laden nun das Ronacher, das Jüdische Museum Wien und die Christine König Galerie dazu ein, Nancy Speros Werk und ihre bis heute sichtbaren Spuren in Wien neu zu entdecken. Das Jüdische Museum Wien begleitet das Jubiläum darüber hinaus mit einem Blogbeitrag Installation der Erinnerung.
Vereinigte Bühnen Wien: Intervention im Ronacher
1993 wurde die amerikanische Künstlerin Nancy Spero (1926–2009) vom Wiener Architekten Luigi Blau eingeladen, für das Foyer des renovierten Ronacher eine permanente Wandarbeit zu realisieren. Das im späten 19. Jahrhundert errichtete Gebäude, ursprünglich als Stadttheater konzipiert und später als Varietétheater genutzt, bildet einen wesentlichen historischen Bezugspunkt für Speros Intervention.
Für dieses Kunstwerk griff Spero auf ein vielschichtiges Repertoire historischer Bildquellen zurück: antike Tänzerinnen, ägyptische Musikerinnen, Akrobatinnen sowie Referenzen an berühmte Künstlerinnen des Varietés und Unterhaltungstheaters wie Josephine Baker, Mistinguett, Yvette Guilbert oder Fritzi Massary. Charakteristisch für Speros Werk verbinden sich diese Figuren zu einer offenen, transhistorischen Bildsprache, in der weibliche Präsenz, Bewegung und kulturelle Erinnerung zentrale Themen bilden.
Zugleich reagierte die Künstlerin präzise auf die Architektur des spezifischen Ortes: In ihrer Wandarbeit macht sie die ursprünglichen Säulen des Eingangsbereichs wieder sichtbar und integriert sie in die rhythmische Choreografie der Figuren. Architektur und Bildraum treten dadurch in einen unmittelbaren Dialog.
Jüdisches Museum Wien: Installation der Erinnerung
Eine besondere Verbindung zu Wien entstand 1995/96 mit der Realisierung der Installation der Erinnerung im Jüdischen Museum Wien. Die Arbeit wurde zur Neueröffnung des Museums im Palais Eskeles geschaffen und zählt bis heute zu den zentralen künstlerischen Werken des Hauses. An den Wänden des historischen Kuppelraums zeigt Spero ihre vielschichtige Auseinandersetzung mit jüdischer Religion, der Geschichte der Wiener Jüdinnen und Juden vor 1938 sowie den Brüchen und Verlusten durch die Schoa. Für die Künstlerin bedeutete das Projekt zugleich eine persönliche Annäherung an ihre eigene jüdische Herkunft. Zur Eröffnung der Installation am 29. Februar 1996 sagte sie:
„It is relevant at this point in my career to be showing at the Jewish Museum, touching base with my origins as a Jew.“
In enger Zusammenarbeit mit den Kurator*innen des Museums verband Nancy Spero historische Fotografien, religiöse Symbole, Textfragmente und Persönlichkeiten der Wiener jüdischen Geschichte zu einer offenen Bildkomposition. Charakteristisch für ihr Werk stehen dabei vor allem Frauen als Trägerinnen von Erinnerung und Geschichte im Mittelpunkt
Über die Künstlerin
Nancy Spero zählt zu den bedeutendsten amerikanischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Seit den 1960er-Jahren entwickelte sie ein entschieden feministisches und politisches Werk, das sich gegen Gewalt, Unterdrückung und patriarchale Bildtraditionen richtete. Sie engagierte sich zudem in den feministischen Kunstbewegungen der 1970er-Jahre und prägte nachhaltig die Entwicklung politisch engagierter Gegenwartskunst.
Ihre Werke wurden in Einzelausstellungen, unter anderem im Louisiana Museum of Modern Art (Humlebaek), Museum Folkwang (Essen), MoMA (New York), Museo Tamayo (Mexiko-City), Serpentine Gallery (London), Centre Pompidou (Paris), Museum der Moderne (Salzburg), Frac Haute-Normandie, Vancouver Art Gallery, Hiroshima City Museum of Contemporary Art, MIT List Visual Arts Center (Massachusetts), Malmö Konsthall, National Gallery of Canada (Ottawa), Museum Villa Stuck (München), Reina Sofia (Madrid) gezeigt. Zudem nahm sie an der Sydney-, Venedig-, Whitney-, Gwangju- und São Paulo Biennale teil. Nancy SPERO wurde 1996 mit dem renommierten Hiroshima Art Prize ausgezeichnet.
Pressefotos:
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