- 19.08.2026, 10:15:03
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Tag der Humanitären Hilfe: Wenn die Welt wegschaut, darf die Hilfe nicht aufhören
Jugend Eine Welt unterstützt Menschen in vergessenen Krisen, leistet nach Katastrophen lebensrettende Nothilfe und setzt konkrete Zeichen der Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft.

„Die Folgen von Kriegen, Vertreibung und Katastrophen bleiben für Millionen Menschen bestehen – auch dann, wenn eine Krise aus den internationalen Schlagzeilen verschwindet. Umso wichtiger ist die langfristige und planbare Hilfe vor Ort. Nur so können vorherrschendes Leid gelindert, der Wiederaufbau ermöglicht und neue Chancen eröffnet werden“
, betont Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, anlässlich des heutigen „Tag der Humanitären Hilfe.“ Laut Angaben von UN OCHA, dem Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, benötigen aktuell 255,6 Millionen Menschen – also jeder 32. Mensch, hauptsächlich die junge Bevölkerung auf unserer EINEN Welt - humanitäre Unterstützung.
Überleben sichern, Wiederaufbau ermöglichen
Jugend Eine Welt setzt seit der Gründung vor 29 Jahren bei seiner Arbeit auf langjährige lokale Partnerschaften und verbindet akute Nothilfe mit Entwicklungszusammenarbeit. Eine dieser vergessenen Krisenregionen befindet sich im Norden Äthiopiens. In Tigray, einer Region fast so groß wie Kroatien, wurde der blutige Bürgerkrieg im November 2022 offiziell beendet. Die Nachwehen des Konflikts und die generell schwierige humanitäre Lage verschärften die Situation der Bevölkerung jedoch dramatisch. Hunderttausende Menschen leben noch immer als Binnenvertriebene in Camps und Notunterkünften. Es gibt massive Versorgungsengpässe. Dazu kommt, dass die Region, aufgrund anderer weltweiter Kriege und Krisen, international fast keine Beachtung findet. „Eine humanitäre Krise endet nicht automatisch mit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens. In Tigray leben noch immer Menschen unter Bedingungen, die mit einem sicheren und menschenwürdigen Leben wenig zu tun haben. Wer dort hilft, muss bleiben, auch wenn die Kameras längst weitergezogen sind“
, erklärt Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator von Jugend Eine Welt.
Der krisenerprobte Steirer machte sich erst vor wenigen Monaten selbst ein Bild vor Ort. Dort wo Jugend Eine Welt bis vor dem Bürgerkrieg Schul- und Berufsausbildungszentren der Salesianer Don Boscos, langjährige Projektpartner, förderte und damit besonders jungen Menschen eine konkrete Zukunftsperspektive ermöglichte, leistet die österreichische Entwicklungsorganisation nun seit einigen Jahren wichtige Hilfe für besonders vulnerable Gruppen. Rund 130.000 Menschen profitieren in den Städten Shire, Adwa, Mekelle und Adigrat von verbesserten Wasser-, Bildungs- und Unterstützungsangeboten.
Lebensmittel, Wasser und medizinische Versorgung
„Im Zentrum des Programms, das von der Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships Austria gefördert wird, steht die Sicherung des Überlebens. Diese erstreckt sich von Lebensmittelhilfen über medizinische Versorgung bis zu anderen Grundbedürfnissen“, schildert Wedan. „Zudem werden Mütter und ihre Kinder mit nährstoffreichen Lebensmittelergänzungen unterstützt. Weiters werden Zehntausende Binnenvertriebene, die in Camps auf engstem Raum ausharren müssen, durch sanierte Wasserstellen und zusätzliche Wassertransporte mit sauberem Trinkwasser versorgt.“
Aber auch Bildung und psychosoziale Unterstützung sind wichtige Bestandteile der „Vor Ort-Hilfe“ von Jugend Eine Welt. Vier schwer beschädigte Schulen wurden in den letzten Monaten wiederaufgebaut und mit Mobiliar ausgestattet. Geschultes Personal bietet in niedrigschwelligen psychosozialen Anlaufstellen und kinderfreundlichen Schutzräumen zudem Beratung, Traumabewältigung und psychosoziale Unterstützung. „Besonders junge Menschen benötigen neben konkreter Unterstützung auch besonders spürbare Zeichen der Hoffnung“, so Heiserer. „Nur so kann ein Neuanfang gelingen.“
Venezuela: Nach dem Erdbeben zählt weiterhin jede Hilfe
Ein anderes Bild, aber eine ähnlich dringende Situation zeigt sich aktuell in Venezuela, wo sich vor knapp zwei Monaten in der Hauptstadt Caracas und an der Küste von La Guaira zwei schwere Erdbeben ereigneten. Tausende Menschen starben. Zehntausende wurden verletzt, zahlreiche Familien verloren ihr Zuhause. „Bei einer Katastrophe wie dem Erdbeben in Venezuela zählt jede Stunde. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass die Menschen dort schon vor den beiden Erdbeben in einer äußerst schwierigen Situation gelebt haben. Deshalb braucht es beides: schnelle Nothilfe und einen langen Atem sowie finanzielle Mittel für den Wiederaufbau“, erklärt Wedan, der vor Ort die Nothilfe-Maßnahmen koordinierte. Dabei kommt Jugend Eine Welt sein großes Netzwerk an lokalen Partnern, wie den Salesianern Don Boscos, zugute. „Unsere Stärke ist, dass wir nicht erst nach einer Katastrophe Beziehungen aufbauen müssen. Unsere Partner sind schon da, kennen die Menschen, bleiben bei ihnen und wissen, wo Hilfe gebraucht wird. Das schafft Vertrauen und ermöglicht es uns, rasch und gleichzeitig nachhaltig zu handeln“, so der Nothilfe-Experte.
Humanitäre Hilfe braucht Solidarität
Die Beispiele Äthiopien und Venezuela zeigen, wie unterschiedlich humanitäre Krisen entstehen können – und wie ähnlich die Bedürfnisse der betroffenen Menschen sind.
Jugend Eine Welt schließt sich daher den heutigen Empfehlungen des Humanitarian Congress Vienna an, wie Österreich seine Schwerpunkte im UN-Sicherheitsrat für mehr humanitäres Engagement und die Durchsetzung des Humanitären Völkerrechts nutzen kann. Konkret soll sich Österreich im UN-Sicherheitsrat für das Recht auf Nahrung und den Schutz der Zivilbevölkerung einsetzen und Aushungern als Kriegsmethode verhindern. Es soll das Humanitäre Völkerrecht konsequent durchsetzen und medizinische Einrichtungen und humanitäres Hilfspersonal schützen. Zudem soll Österreich seine humanitäre Strategie konsequent umsetzen und finanzieren.
Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 | Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind steuerlich absetzbar!
Rückfragen & Kontakt
für Jugend Eine Welt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Johannes Wolf
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