- 18.08.2026, 13:37:32
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ARGE Eigenheim: Hitzeschutz braucht den großen Wurf – nicht das politische Zuckerl für Einzelklimageräte
Wohnrechtsverhandlungen zu Sanierung und Dekarbonisierung müssen den Hitzeschutz des gesamten Wohnungsbestands mitdenken.

Die Sommer werden heißer, die Städte überhitzen zunehmend. Für ARGE Eigenheim Bundesobfrau Isabella Stickler ist daher klar: Hitzeschutz darf nicht isoliert über einzelne Klimageräte diskutiert werden. „Es wäre ein Fehler, den Hitzeschutz von den laufenden Wohnrechtsverhandlungen zu Sanierung und Dekarbonisierung abzukoppeln. Genau dort muss er mitgedacht werden. Sanierung und Dekarbonisierung des Wohnungsbestands sind eine zentrale Zukunftsaufgabe – und Hitzeschutz gehört untrennbar dazu.“
Erst die Hitze draußen halten
Die Erfahrungen aus der WEG-Novelle 2022 sollten aus Sicht der ARGE Eigenheim eine Warnung sein. Das große Thema war damals, Klimaschutz und Modernisierung im Wohnungseigentum zu erleichtern. Ziel war es, Hürden für sinnvolle bauliche und technische Verbesserungen abzubauen – von E-Lade-stationen und Photovoltaik über Barrierefreiheit, Beschattung und Einbruchschutz bis hin zu wärme-, klima- und energietechnischen Verbesserungen. „Das Ziel war groß und richtig – übrig geblieben ist in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem das Balkonkraftwerk. Genau das darf uns jetzt beim Hitzeschutz nicht wieder passieren.“, so die ARGE Bundesobfrau. Bei den laufenden Wohnrechtsverhandlungen zu Sanierung und Dekarbonisierung müsse der Hitzeschutz des Bestands von Anfang an mitgedacht werden. Stickler weiter: „Wir dürfen nicht jahrelang über die Zukunft unseres Wohnungsbestands verhandeln und am Ende bleibt als sichtbares Ergebnis die erleichterte Montage eines Einzelklimageräts. Das wäre zu wenig. Das können wir der nächsten Wohngeneration nicht als wohnpolitischen großen Wurf verkaufen.“
Keine Einzelmaßnahme
Die Erfahrungen der Stadt Wien zeigten, dass Hitzeschutz umfassender gedacht werden müsse. Außenliegender Sonnenschutz und Beschattung reduzierten den Wärmeeintrag bereits an der Gebäudehülle. Genau hier müsse angesetzt werden.
Die Reihenfolge ist für Isabella Stickler klar: „Zuerst müssen wir Gebäude ertüchtigen und die Hitze draußen halten. Dann kommen effiziente technische Lösungen – und Einzelklimageräte nur dort, wo sie trotz dieser Maßnahmen tatsächlich notwendig sind.“ Für Stickler geht es dabei nicht um eine Einzelmaßnahme für einzelne Bewohner, sondern um eine Gesamtlösung für alle Bewohner eines Hauses.
„Ich will kein politisches Zuckerl für den privilegierten Einzelnen. Ich will Rahmenbedingungen, mit denen ganze Gebäude hitzefit gemacht werden können. Das ist nachhaltige Wohnpolitik.“ fordert Stickler.
Infrastruktur und Sicherheit
Die Frage des Hitzeschutzes müsse gemeinsam mit der zunehmenden Elektrifizierung betrachtet werden. E-Ladestationen, Wärmepumpen, Klimageräte und weitere elektrische Verbraucher erhöhen die Anforderungen an die technische Infrastruktur. „Wir können nicht immer mehr elektrische Verbraucher in bestehende Gebäude bringen und die Infrastrukturfrage ausblenden. Mehr Belastung bedeutet auch mehr Verantwortung bei Planung, Installation, Wartung und Sicherheit.“ mahnt Stickler.
Gerade im Mehrparteienhaus müsse das Risiko für alle Bewohner betrachtet werden. Elektroinstallationen und technische Anlagen müssten für die zusätzlichen Belastungen geeignet sein; auch Brandschutz und Netzkapazitäten seien mitzudenken. „Wenn die technische Infrastruktur eines Hauses an ihre Grenzen kommt, ist das kein Problem des einzelnen Bewohners mehr. Dann kann es alle betreffen. Genau deshalb brauchen wir Gesamtlösungen statt Einzelinteressen.“
Die laufenden Wohnrechtsverhandlungen seien deshalb eine historische Chance. „Sanierung und Dekarbonisierung des Wohnungsbestands sind eine zentrale Zukunftsaufgabe. Hitzeschutz muss Teil dieser Aufgabe sein. Wir brauchen einen großen, gesamtheitlichen Wurf – nicht das nächste politische Einzelzuckerl.“
Stickler abschließend:„Die nächste Wohngeneration braucht keine Wohnpolitik, die einzelne Geräte erleichtert. Sie braucht Gebäude, die für die klimatischen Bedingungen der Zukunft gerüstet sind. Das bedeutet: thermisch sanieren, beschatten, begrünen, effizient kühlen, wo es notwendig ist – und dabei die Sicherheit aller Bewohner gewährleisten. Genau dafür brauchen wir jetzt die richtigen politischen Rahmenbedingungen.“
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Michaela Unteregger
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