- 18.08.2026, 10:10:44
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Lyme-Borreliose in Österreich:
Studie beziffert erstmals Ausmaß: 20.000 Arztbehandlungen und 900 Spitalsaufenthalte pro Jahr

Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa.1,2 Dennoch war bisher unklar, wie viele Menschen tatsächlich in Österreich erkranken, da die Infektionskrankheit nicht meldepflichtig ist. Eine aktuelle Auswertung österreichischer Gesundheitsdaten liefert nun erstmals ein umfassendes Bild2: Jährlich müssen geschätzt 20.000 Menschen aufgrund einer Lyme-Borreliose medizinisch behandelt werden, rund 900 davon im Krankenhaus. Das entspricht jährlich einem Krankenhausfall pro 10.000 Einwohnern. Besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen. Regionale Hot-spots sind Kärnten und das Burgenland. Die meisten Erkrankungen werden in den Sommermonaten Juli und August verzeichnet.
Lyme-Borreliose (auch Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt) ist eine durch Borrelien-Bakterien verursachte Infektionserkrankung, die durch den Stich infizierter Zecken übertragen wird.3 Borrelien sind die häufigsten Krankheitserreger in Zecken – etwa jedes vierte Tier in Österreich trägt das Bakterium in sich.4 Im Unterschied zu FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), die durch Viren verursacht wird und hautsächlich das zentrale Nervensystem betrifft, kann Lyme-Borreliose verschiedene Organe befallen, allem voran die Haut. Auch bei der Übertragung gibt es wichtige Unterschiede: Während FSME-Viren bereits kurz nach dem Zeckenstich übertragen werden können, brauchen Borrelien deutlich mehr Zeit, um von der Zecke auf den Menschen überzugehen. Eine rasche Entfernung der Zecke kann daher das Infektionsrisiko reduzieren.
Ein typisches erstes Anzeichen ist die sogenannte Wanderröte, ein ringförmiger, roter Hautausschlag, der nach 3–30 Tagen an der Einstichstelle auftritt.5 Dieses charakteristische Warnsignal zeigt sich bei 85 Prozent der Fälle, sollte unbedingt ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.3 Zusätzlich können Symptome wie Fieber, Müdigkeit sowie Kopf- und Gelenksschmerzen auftreten. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und antibiotisch behandelt, klingen die Beschwerden in den meisten Fällen rasch wieder ab.3 Unbehandelt kann sich die Infektion auf Gelenke, das Herz und das Nervensystem ausbreiten und es kann zu langanhaltenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Bei Kindern sind dies vor allem Hirnhautentzündungen und Gesichtsnervenlähmungen, bei Erwachsenen schmerzhafte Nervenwurzelentzündungen und Lähmungen.3,5
Erstmals Klarheit zur Krankheitslast in Österreich
Man weiß zwar, dass Lyme-Borreliose die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa ist.1,2 Doch wie viele Menschen tatsächlich in Österreich erkranken, war bisher schwer einschätzbar. „Da die Erkrankung keiner Meldepflicht unterliegt, fehlten bisher belastbare epidemiologische Daten. Unsere Studie schließt nun diese Wissenslücke“
, sagt Martin Zurl, PhD, Medical Affairs Scientist bei Pfizer Austria und Mitautor der Studie.
Für die Analyse wurden Krankenhausdaten aus den Jahren 2015 bis 2023 ausgewertet.2 Die Ergebnisse zeigen, dass jährlich rund 900 Menschen aufgrund einer Lyme-Borreliose stationär aufgenommen und im Schnitt acht Tage im Krankenhaus verbringen. Insgesamt benötigen schätzungsweise 20.000 Österreicher*innen pro Jahr eine medizinische Behandlung wegen der Lyme-Krankheit. Grundsätzlich kann jeder Mensch nach einem Zeckenstich an Borreliose erkranken. Besonders häufig betroffen sind jedoch Kinder zwischen fünf und neun Jahren sowie Erwachsene ab 60 Jahren. Regional zeigen sich die höchsten Erkrankungsraten in Kärnten und im Burgenland. Die meisten Fälle treten in den Sommermonaten auf, zu einer Zeit, in der Zecken besonders aktiv sind. Zurl: „Die Daten liefern damit erstmals eine Grundlage, um die Bedeutung und die gesundheitlichen Auswirkungen der Lyme-Borreliose in Österreich besser einzuschätzen. Weitere Studien und idealerweise ein bundesweites Meldesystem für Lyme-Borreliose wären erforderlich, um noch verlässlichere Aussagen zur Krankheitslast in Österreich treffen zu können.“
Die klimatischen Veränderungen könnte die Krankheitslast künftig noch weiter erhöhen.
Anders als bei FSME gibt es derzeit noch keine Impfung gegen Lyme-Borreliose. Umso wichtiger ist konsequenter Schutz vor Zeckenstichen. Dazu zählen geschlossene und den Körper bedeckende Kleidung, Insektenschutzmittel sowie das Absuchen des Körpers auf Zecken nach jedem Aufenthalt in der Natur.3
5 Fakten zur Lyme-Borreliose in Österreich
Etwa jede vierte Zecke trägt Borrelien in sich.4
- Geschätzt 20.000 Menschen müssen jedes Jahr wegen einer Lyme-Borreliose behandelt werden, rund 900 davon im Krankenhaus (Inzidenz 233/100.000 bzw. 10/100.000).2
- Besonders betroffen sind Kinder im Volksschulalter (5-9 Jahre), ältere Erwachsene (ab 60 Jahre) sowie Menschen in Kärnten und im Burgenland.2
Hochsaison ist der Sommer: Die meisten Erkrankungen werden im Juli und August registriert.2
Rund 85 % der Betroffenen entwickeln einen ringförmigen Hautausschlag nach dem Zeckenstich. Er sollte immer ärztlich abgeklärt werden.3
Über Pfizer – “Breakthroughs that change patients’ lives”
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1 Bobe JR. et al. Recent progress in Lyme disease and remaining challenges. Front Med (Lausanne) 2021; 8 :666554
2 Brestrich G. et al. Estimation of the burden of Lyme borreliosis in Austria using hospital discharge data. International Journal of Infectious Diseases, Volume 170, 108934, September 2026; https://www.ijidonline.com/article/S1201-9712(26)00569-2/fulltext
3 AGES; https://www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/borrelien, abgerufen am 10.08.2026
4 AGES; Zeckenmonitoring in Österreich, Jahresbericht 2025; https://www.ages.at/forschung/wissen-aktuell/detail/zeckenmonitoring-in-oesterreich-jahresbericht-2025
5 https://www.ecdc.europa.eu/en/borreliosis/facts/factsheet?utm, abgerufen am 10.08.2026
PP-UNP-AUT-0849/08.2026
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