• 14.08.2026, 08:30:32
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Volkshilfe zum Tag der Humanitären Hilfe: 362 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen

Sparen an Humanitärer Hilfe kostet Menschenleben

Wien (OTS) - 

Zum Internationalen Tag der Humanitären Hilfe (19.8.) warnt die Volkshilfe vor den dramatischen Folgen massiver Kürzungen bei der unmittelbaren Bewältigung von Krisen und der Entwicklungszusammenarbeit. Laut OECD ist ein weltweiter Rückgang von 23 Prozent zu verzeichnen. Während der österreichische Auslandskatastrophenfonds 2024 noch mit 80 Mio. Euro dotiert war, sind es 2026 nur noch 35 Mio. Es ist zwar erfreulich, dass im neuen Doppelbudget nicht noch weiter gekürzt wird, insgesamt verschärft der drastische, internationale Rückzug jedoch weltweit Krisen und untergräbt langfristig Europas und damit auch Österreichs Sicherheit, Stabilität und Demokratien.

„Humanitäre Hilfe ist keine Wohltätigkeit, sondern Ausdruck internationaler Verantwortung, Solidarität, eine Investition in Frieden, Sicherheit und Menschenrechte. Wer heute bei Prävention und Entwicklungszusammenarbeit spart, zahlt morgen einen vielfach höheren Preis für Konflikte, Flucht und humanitäre Katastrophen", warnt Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger. Die Auswirkungen der massiven Mittelkürzungen zeigen sich schon jetzt in Form von erneuten Krankheitsausbrüchen wie Ebola oder Malaria und in steigenden HIV-Zahlen. Leidtragende sind oft Frauen und Kinder.

Auswirkungen auf Millionen Menschen

Bereits jetzt führen Streichungen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit zu weniger langfristigen Partnerschaften, sinkender Planungssicherheit und geringeren Mitteln für akute Krisen.

„Auch wenn es erfreulich ist, dass die Mittel für internationale Zusammenarbeit im kommenden Doppelbudget nicht weiter gesenkt werden, geraten Hilfsorganisationen unter Druck: Es muss Personal abgebaut werden, wertvolles Fachwissen geht verloren und langfristige Projekte bleiben auf der Strecke“, betont Fenninger. „2025 konnten wir als Volkshilfe beispielsweise 40 durch den Krieg vertriebenen Personen in Syrien eine Berufsausbildung und Starthilfen ermöglichen, damit sie selbst für ihre Familien sorgen können. Das Beispiel zeigt, Humanitäre Hilfe wirkt. Aber dafür braucht es Mittel, die uns derzeit fehlen.“

Die geplanten Kürzungen auf EU-Ebene schaffen ebenfalls erhebliche Finanzierungslücken. Das führt zu Einschränkungen bei Bildungs- und Gesundheitsversorgungsprojekten, Wasser- und Ernährungssicherheit sowie beim Aufbau lokaler Wirtschaft. Zusätzlich verliert Europa geopolitischen Einfluss. Autoritäre Akteure bauen ihre Position in Afrika, dem Nahen Osten und Asien aus. Gleichzeitig nehmen Konflikte zu und fehlende Zukunftsaussichten erhöhen den Migrationsdruck. Der Rückzug von USAID verschärft diese Entwicklung. Tausende Projekte wurden eingestellt, Impf- und Ernährungsprogramme unterbrochen sowie Gesundheitsstationen geschlossen. Internationale Organisationen konkurrieren um immer weniger Mittel. Die Folgen sind sinkende Resilienz gegenüber Klima-, Gesundheits- und Konfliktkrisen, während gleichzeitig die bewaffneten Auseinandersetzungen weltweit zunehmen, das humanitäre Völkerrecht missachtet und die Zivilbevölkerung durch die Nutzung neuer technischer Kampfmittel noch mehr gefährdet wird:

„Wer Humanitäre Hilfe kürzt, spart nicht, er verschiebt Leid und Kosten in die Zukunft. Wir appellieren an die österreichische Regierung und die EU, Humanitäre Hilfe als zentralen Bestandteil einer vorausschauenden Friedens-, Sicherheits- und Sozialpolitik zu stärken. Das Herbeiführen von Hunger ist ein Kriegsverbrechen und muss verhindert werden. Diplomatische Anstrengungen, um Krisen beizulegen, sollen verstärkt und Wirtschaftskontakte zu korrupten Regimen beendet werden. Autonome Waffensysteme müssen unter ein rechtsverbindliches, internationales Instrument und die Kontrolle von Menschen gebracht werden. Wir müssen der globalen Verantwortung gerecht werden und die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe absichern, denn jeder in Prävention investierte Euro schützt Menschenleben, reduziert Fluchtursachen und trägt zu einer gerechteren und stabileren Welt bei“, so Fenninger abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Volkshilfe Österreich
Ulrike Schöflinger
Telefon: 067683402247
E-Mail: [email protected]
Website: https://volkshilfe.at

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