- 13.08.2026, 11:54:32
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AK Stilling: Rückgang bei Krankenstandstagen positiv, Handlungsbedarf bleibt hoch
Arbeiterkammer fordert bessere Arbeitsbedingungen, mehr Prävention und eine sachliche Debatte über Gesundheit am Arbeitsplatz
Die von der Statistik Austria veröffentlichten Krankenstandszahlen für 2025 zeigen einen leichten Rückgang der Krankenstandstage pro Beschäftigtem von 15,1 auf 14,7 Tage. „Jeder verhinderte Krankenstand ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Gleichzeitig dürfen wir die Ursachen von Erkrankungen nicht aus den Augen verlieren. Arbeitsdruck, Personalmangel und steigende psychische Belastungen sind für viele Beschäftigte nach wie vor Alltag“, betont Ines Stilling, AK-Bereichsleiterin Soziales.
Der Rückgang dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Arbeitnehmer:innen weiterhin unter hohen Belastungen arbeiten. „Es braucht mehr Prävention, ausreichende Personalressourcen und Arbeitsbedingungen, die die Gesundheit der Beschäftigten schützen“, so Stilling.
Präsentismus bleibt Herausforderung
Nach Umfragen der AK Wien gehen neun von zehn Arbeitnehmer:innen krank arbeiten, weil sie Kolleg:innen nicht belasten wollen oder der Arbeitsdruck zu hoch ist.
„Wer krank ist, muss die Möglichkeit haben, sich auszukurieren. Beschäftigte dürfen nicht das Gefühl haben, trotz Krankheit arbeiten zu müssen. Das schadet langfristig der eigenen Gesundheit und letztlich auch den Betrieben“, erklärt Stilling.
Kein Generalverdacht gegenüber Beschäftigten
Die AK spricht sich für eine sachliche Debatte über Krankenstände aus. „Während die Arbeitgeberseite zuletzt wieder über Krankenstandsmissbrauch diskutiert hat, verwehren wir uns ausdrücklich gegen einen Generalverdacht gegenüber Beschäftigten. Wer Krankenstände senken will, muss die tatsächlichen Ursachen angehen: hohe Belastungen, steigender Arbeitsdruck und fehlende Prävention“.
„Gesundheit ist ein Grundrecht. Beschäftigte brauchen die Sicherheit, im Krankheitsfall ohne Angst vor Nachteilen Zuhause bleiben zu können. Deshalb fordern wir einen Kündigungsschutz im Krankenstand. Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Menschen gar nicht erst krank werden“, betont Stilling abschließend.
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