- 12.08.2026, 10:45:02
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Zwischen Orient und Okzident: Zweite Ausgabe der „dokFilm“-Reihe „Sehnsuchtsorte von einst“ am 16. August in Tanger
Danach „Alltagsgeschichte: Neun Flugstunden von Zuhause“ – ab 22.15 Uhr, ORF 2 und auf ORF ON
Die zweite Ausgabe der neuen „dokFilm“-Sommerreihe „Sehnsuchtsorte von einst“ über die Faszination ikonischer Schauplätze des Jetsets, die sich ihren Glanz über Jahrhunderte bewahrt haben oder nach einer Zeit des Stillstands wieder aufleben, taucht ein in die marokkanische Stadt Tanger – in ein Reich zwischen Orient und Okzident.
Anschließend steht mit „Neun Flugstunden von Zuhause“ (23.00 Uhr) ein weiterer „Alltagsgeschichte“-Klassiker von Elizabeth T. Spira auf dem Programm – eine filmische Urlaubsreise in die Dominikanische Republik aus dem Jahr 1999.
Mehr zum Inhalt von „Sehnsuchtsorte von einst – Tanger“ (22.15 Uhr)
Die neue ORF-Filmreihe „Sehnsuchtsorte von einst“ von Judith Doppler und Matthias Heeder beleuchtet die Faszination ikonischer Orte des Jetsets, die sich ihren Glanz über Jahrhunderte bewahrt haben. Wie gelingt es ihnen, sich selbst treu zu bleiben – und dabei doch auch immer am Puls der Zeit für die nächsten Generationen lebendig und anziehend zu wirken?
Die zweite Ausgabe führt in die marokkanische Hafenstadt Tanger an der Grenze zwischen Europa und Afrika, die seit Generationen als kultureller Bewegungsraum gilt. Der US-amerikanische Schriftsteller und Komponist Paul Bowles nannte Tanger die „Stadt der Träume“, Henri Matisse schwärmte dort vom besonderen Licht.
Von 1923 bis 1956 war Tanger Internationale Zone und entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Freigeister, Millionäre und zwielichtige Gestalten aus aller Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg avancierte die Stadt zum Hotspot des internationalen Jetsets: Paul Bowles und sein Schriftstellerkollege William S. Burroughs lebten hier, Kaufhaus-Erbin Barbara Hutton sorgte mit ihren legendären Festen für Schlagzeilen. Eine Atmosphäre der Freiheit und Grenzüberschreitung prägte diese Zeit und überlagerte die Nachwirkungen der Weltkriege. In den 1960er Jahren entdeckten die Rolling Stones Tanger, gefolgt von Modedesignern, Künstlern und Filmemachern.
Bis heute prägen arabische, jüdische, europäische und nordafrikanische Einflüsse das Stadtbild. Auch wenn sich Tanger längst zu einem modernen Finanz- und Handelszentrum gewandelt hat, bleibt der Geist dieser vielschichtigen Vergangenheit spürbar.
Der von Mathias Heeder gestaltete Film zeigt anhand von Begegnungen mit Bewohnerinnen und Bewohnern verschiedene Perspektiven auf eine Stadt, die sich im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Moderne und ihrer Vergangenheit bewegt.
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