- 09.08.2026, 07:00:03
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Österreichisches Bundesheer: Entminungsdienst räumt mehr als 12 Tonnen Material aus den Weltkriegen
624 Einsätze für die Sicherheit der Bevölkerung seit Jahresbeginn

Auch Jahrzehnte nach Ende der Weltkriege geht von Munition und Blindgängern im Boden eine erhebliche Gefahr aus. Das belegen die aktuellen Bilanzzahlen des Entminungsdienstes (EMD) des Bundesheeres für die ersten sieben Monate des Jahres 2026: Von Jänner bis Ende Juli gingen bei der Spezialeinheit insgesamt 624 Fund- und Wahrnehmungsmeldungen ein. Allein der Monat Juli bildete mit 120 Einsätzen einen vorläufigen Höhepunkt. Insgesamt bargen, überprüften und vernichteten die Einsatzkräfte in diesem Zeitraum genau 12.803,05 Kilogramm – also weit über 12 Tonnen – gefährliches Kriegsmaterial.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betont die Bedeutung der Einheit: „Die beachtliche Menge von über 12 Tonnen geborgener Sprengmittel führt uns vor Augen, wie präsent die verdeckten Gefahren der Vergangenheit noch heute sind. Der unermüdliche Einsatz unserer Entschärfungs- und Entminungsspezialisten schützt täglich Menschenleben und Infrastruktur in ganz Österreich. Für diesen gefahrvollen Dienst rund um die Uhr gebührt dem gesamten EMD-Team unser vollster Dank und höchste Anerkennung!“
Der regionale Schwerpunkt der Bergungen lag in Niederösterreich, wo die Experten im bisherigen Jahresverlauf zu 296 Einsätzen ausrückten – mit Spitzenwerten im März (61 Einsätze) und Juli (57 Einsätze). Auch in Oberösterreich war die Dienststelle intensiv gefordert und verzeichnete 88 Ausrückungen (davon 21 im Juni), dicht gefolgt von der Steiermark mit 77 Einsätzen (21 davon im Mai).
In Kärnten summierten sich die Einsätze auf 46 (mit einem Schwerpunkt von 18 Ausrückungen im Juli), während in Wien 35 Einsätze gezählt wurden. Im Burgenland rückte der EMD 34-mal aus, in Tirol 27-mal. Weniger Funde wurden aus Salzburg (14 Einsätze) und Vorarlberg (7 Einsätze) gemeldet. Der ertragreichste Einzelmonat bezüglich des Gewichtes war der Juli: In diesen vier Wochen entschärften die Spezialisten knapp drei Tonnen (2.973,41 kg) Munitions- und Sprengstofffundstücke.
Das Bundesheer warnt eindringlich vor dem eigenmächtigen Berühren oder Bewegen verdächtiger Fundstücke. Alterungsprozesse machen historische Munition extrem empfindlich und unberechenbar. Wer auf potenziell gefährliche Gegenstände stößt, sollte den Fundort sofort sichern, Abstand halten und die Polizei unter dem Notruf kontaktieren. Die Polizei verständigt daraufhin umgehend den Entminungsdienst des Bundesheeres zur gefahrlosen Bergung und Beseitigung.
Der Entminungsdienst agiert als spezialisierte Fachstelle des Bundesministeriums für Landesverteidigung. Seit dem Wechsel aus dem Innenministerium im Jahr 2013 fällt die Verantwortung für alle auf österreichischem Staatsgebiet aufgefundenen Relikte aus der Zeit vor 1955 in den Aufgabenbereich des Bundesheeres. Die Experten halten eine lückenlose Bereitschaft aufrecht, um im Anlassfall unverzüglich eingreifen und Gefahrenstellen entschärfen zu können.
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