- 07.08.2026, 12:20:03
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- OTS0052
Mutmaßlicher "Pedo-Hunter"-Mord in Langenzersdorf ist Mahnung
Bundesregierung muss Nationalen Aktionsplan gegen Hate Crime endlich mit konkreten Maßnahmen umsetzen
Die HOSI Wien zeigt sich tief erschüttert über den mutmaßlichen Mord an einem 29-jährigen Mann in Langenzersdorf. Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der tatverdächtige 18-Jährige der sogenannten “Pedo-Hunter”-Szene zugerechnet werden.
Unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens macht der Fall erneut deutlich, dass Hass gegen LGBTIQ+-Menschen nicht im luftleeren Raum entsteht.
„Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freund*innen des getöteten Mannes. Wir vertrauen darauf, dass die Ermittlungsbehörden die Hintergründe umfassend aufklären. Gleichzeitig dürfen wir nicht ignorieren, dass sich Gewalt gegen queere Menschen seit Jahren in einem gesellschaftlichen Klima entwickelt, in dem Hass gezielt geschürt und Desinformation millionenfach verbreitet wird“, erklärt Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien.
Besonders besorgniserregend ist die Verbreitung des alten Vorurteils, homosexuelle Menschen mit Pädophilie gleichzusetzen
„Wer queere Menschen ständig als Gefahr für Kinder darstellt, wer mit Desinformation Angst erzeugt oder bewusst Feindbilder konstruiert, trägt Verantwortung für das gesellschaftliche Klima. Worte sind nicht folgenlos. Aus Hass im Netz wird Ausgrenzung im Alltag und im schlimmsten Fall tödliche Gewalt. Demokratische Verantwortung bedeutet daher auch, solchen Erzählungen entschieden entgegenzutreten, anstatt sie aus kurzfristigem politischen Kalkül weiter zu befeuern“, so Otte.
Bereits im vergangenen Jahr wurden mutmaßliche Täter aus der sogenannten Pedo-Hunter-Szene wegen schwerer Übergriffe auf LGBTIQ-Personen ausgeforscht. Die HOSI Wien sieht darin keinen Einzelfall, sondern Ausdruck einer Entwicklung, vor der die Community seit Langem warnt.
Die Bundesregierung hat einen Nationalen Aktionsplan gegen Hate Crime beschlossen
„Die Bundesregierung muss den Nationalen Aktionsplan gegen Hate Crime endlich mit konkreten Inhalten füllen. Die Expertise der Zivilgesellschaft liegt längst auf dem Tisch. Was fehlt, ist der politische Wille zur Umsetzung. Wir brauchen verbindliche Maßnahmen gegen Hasskriminalität, wirksame Prävention, konsequente Bekämpfung von Desinformation und Radikalisierung sowie eine nachhaltige Unterstützung von queeren Beratungs- und Opferschutzeinrichtungen. Der Schutz von Menschenrechten darf nicht länger aufgeschoben werden“, fordert Otte.
Die HOSI Wien appelliert an alle demokratischen Kräfte, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und jeder Form von queerfeindlicher Hetze entschieden entgegenzutreten.
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