• 07.08.2026, 09:58:02
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Grüne Wien/Pühringer, Malle: Stocker muss sich bei allen Frauen entschuldigen

Kinderbetreuung ist Arbeit – faire Aufteilung von Sorgearbeit und Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung statt rückwärtsgewandter Rollenbilder gefordert

Wien (OTS) - 

„Die Sommertour des Bundeskanzlers wird zur Reise in längst überwunden geglaubte Rollenbilder. Kinder betreuen, Angehörige pflegen, den Haushalt organisieren: All das ist Arbeit. Dass der Bundeskanzler diese Realität kleinredet, zeigt, wie weit die ÖVP von der Lebensrealität vieler Frauen entfernt ist. Diese respektlose Aussage lässt jedenfalls tief blicken“, so Judith Pühringer, Parteivorsitzende der Wiener Grünen, zu Stockers Aussage, wonach er Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen würde.
„Frauen tragen noch immer einen unverhältnismäßig großen Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Diese Arbeit verschwindet nicht, nur weil sie auf keinem Lohnzettel steht. Sie kostet Zeit und Kraft und für viele Frauen auch Einkommen, berufliche Chancen und eine eigenständige Absicherung. Wer Kinderbetreuung nicht als Arbeit anerkennt, macht diese Leistung unsichtbar“, stellt Julia Malle, stv. Klubobfrau und Frauensprecherin Grüne Wien, klar. „Ein Bundeskanzler sollte wissen, was Frauen in diesem Land jeden Tag leisten. Eine derart respektlose Aussage muss er zurücknehmen. Eine Entschuldigung bei den Frauen und Eltern in Österreich ist fällig“, so Pühringer und Malle.

Frauen dürfen nicht länger die Rechnung bezahlen

Stockers Argument, Kinder dürften kein „Rechenbeispiel“ sein, weisen die Grünen Wien zurück. „Niemand macht Kinder zu einem Business Case, wenn wir über die gerechte Verteilung von Sorgearbeit sprechen. Es geht darum, dass Frauen nicht länger die Rechnung dafür bezahlen: mit weniger Einkommen, schlechteren Karrierechancen und weniger Pension“, halten Pühringer und Malle fest.
Statt rückwärtsgewandter Rollenbilder brauche es Rahmenbedingungen für echte Wahlfreiheit: eine faire Aufteilung der unbezahlten Sorgearbeit, familienfreundliche Arbeitszeiten und ein flächendeckendes, hochwertiges Kinderbetreuungsangebot. „Kinderbetreuung ist Arbeit. Sorgearbeit ist Arbeit. Statt sie kleinzureden, muss Politik dafür sorgen, dass sie fair verteilt wird. Ein guter Anfang wäre eine Entschuldigung, Herr Bundeskanzler“, so Pühringer und Malle abschließend.

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