• 07.08.2026, 09:00:34
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FSG-younion ad Equal Pension Day 2026: Pensionslücke ist Ergebnis struktureller Ungleichheit - kein individuelles Versagen

Meidlinger, Slimar-Weißmann & Kniezanrek fordern konsequentes Gegensteuern gegen Altersarmut von Frauen

Wien (OTS) - 

Am 9. August 2026 ist Equal Pension Day in Österreich. Dieser Tag markiert österreichweit jenen Zeitpunkt, an dem Männer bereits jene durchschnittliche Pensionssumme erhalten haben, die Frauen erst bis zum Jahresende beziehen werden. Die Zahlen zeigen die dramatische Realität: Frauen erhalten in Österreich durchschnittlich um 39,4 Prozent weniger Pension als Männer, Österreich ist damit „Vize-Europameister“ mit der zweihöchsten Pensionslücke im EU-Vergleich! Die Ursachen dafür entstehen nicht erst am Ende des Erwerbslebens von Frauen, sondern am Tag des Eintritts und begleiten sie ein Leben lang: niedrigere Einkommen, häufigere Teilzeitbeschäftigungen, Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Kinderbetreuung und Pflegearbeit sowie Benachteiligungen am Arbeitsmarkt.

Für die Sozialdemokratischen Gewerkschafter:innen in der younion
_ Die Daseinsgewerkschaft (FSG-younion) ist der Equal Pension Day deshalb weit mehr als ein symbolisches Datum. Er macht sichtbar, dass die finanzielle Ungleichheit zwischen Frauen und Männern im Alter die Folge struktureller Rahmenbedingungen ist und keineswegs individueller Entscheidungen. Gerade Frauen tragen einen wesentlichen Teil jener Arbeit, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichert und die öffentliche Daseinsvorsorge ermöglicht. Gleichzeitig sind sie es, die im Alter überdurchschnittlich häufig mit finanziellen Einbußen konfrontiert sind.

„Eine Pension darf nicht davon abhängen, ob jemand aufgrund von Kinderbetreuung oder Pflegeverpflichtungen gezwungen war, beruflich kürzerzutreten. Wer sein Leben lang arbeitet und Verantwortung übernimmt, hat Anspruch auf eine Pension, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Die enorme Pensionslücke zeigt, dass wir bei der Gleichstellung noch lange nicht am Ziel sind“, betont Vorsitzender der FSG-younion, Christian Meidlinger.

Geschäftsführende Bundesfrauenvorsitzende der FSG-younion, Sabine Slimar-Weißmann, verweist auf die strukturellen Ursachen: „Frauen leisten nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit, denn viele Entscheidungen entstehen nicht aus echter Wahlfreiheit. Wer aufgrund von Kinderbetreuung oder der Pflege naher Angehöriger die Erwerbsarbeit reduziert, trägt die Folgen ein Leben lang. Und selbst, wenn die Betreuungsverpflichtungen wegfallen, machen sich häufig gesundheitliche Folgen bemerkbar, die aus jahrzehntelanger Doppelbelastung resultieren und eine volle Erwerbsarbeit nicht mehr ermöglichen. Das Resultat ist in vielen Fällen keine eigene existenzsichernde Pension. Deshalb braucht es den flächendeckenden Ausbau qualitativ hochwertiger Bildungs-, Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen, beginnend bei den ersten Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen, verbunden mit der Umsetzung unserer langjährigen Forderungen der notwendigen Rahmenbedingungen für die Beschäftigten. Darüber hinaus fordern wir die Umsetzung des Familienarbeitszeitmodells von ÖGB (Österreichischer Gewerkschaftsbund) und AK (Arbeiterkammer), sowie eine bessere Absicherung von Betreuungszeiten im Pensionssystem.“

Auch Bundesgeschäftsführer der FSG-younion, Erich Kniezanrek, fordert konkrete politische Schritte: „Der Equal Pension Day ist kein symbolischer Gedenktag, sondern ein klarer Handlungsauftrag. Wir müssen Teilzeitfallen entschärfen, gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit durchsetzen und Altersdiskriminierung bekämpfen. Gleichzeitig brauchen wir starke öffentliche Dienstleistungen und gute Arbeitsbedingungen, damit insbesondere Frauen durchgängige und existenzsichernde Erwerbsbiografien erreichen können.“

Die FSG-younion fordert daher ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Schließung der Pensionslücke. Dazu zählen eine deutlich bessere Anrechnung von Kinderbildungs- u. betreuungseinrichtungen, sowie Pflege und Betreuungseinrichtungen. Gleichzeitig braucht es wirksame Maßnahmen gegen die Benachteiligung älterer Arbeitnehmer:innen, etwa durch ein Bonus-Malus-System gegen Altersdiskriminierung und einen besseren Schutz vor Kündigungen aufgrund von Krankheit. Klar ist für die FSG-younion außerdem: Das 65. Lebensjahr ist mehr als genug - schon jetzt erreichen viele Arbeitnehmer:innen dieses Alter nicht. Weitere Anhebungen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters lehnen wir entschieden ab. Wer echte Pensionsgerechtigkeit schaffen will, muss die Ursachen der Ungleichheit im Erwerbsleben bekämpfen. Nur, wenn Sorgearbeit fair verteilt, Einkommen gerecht gestaltet und Beschäftigungschancen für Frauen und ältere Arbeitnehmer:innen nachhaltig verbessert werden, kann Gleichstellung auch im Alter Realität werden.

Der Equal Pension Day ist daher nicht nur ein Mahntag, sondern ein klarer Auftrag an Politik und Arbeitgeber:innen, endlich jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen ein Leben lang Chancengleichheit und im Alter eine existenzsichernde Pension garantieren.

Rückfragen & Kontakt

FSG-younion - Sozialdemokratische Gewerkschafter:innen in der younion
_ Die Daseinsgewerkschaft
Hans Adrian Dorfmeister-Pölzer
Telefon: +436646145300
E-Mail: [email protected]
Website: http://www.younion-fsg.at

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