• 06.08.2026, 10:00:33
  • /
  • OTS0033

Hanel-Torsch/Anderl/Hörmann: „Equal Pension Day“ am 9. August zeigt: Frauen von Altersarmut verstärkt bedroht

Frauen in Österreich erhalten um ca. 1.050 Euro (39,4 Prozent) weniger Pension als Männer

Wien (OTS) - 

Frauen in Österreich erhalten um ca. 1.050 Euro (39,4 Prozent) weniger Pension als Männer

Der Equal Pension Day markiert jährlich den Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bezogen haben wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten haben werden. Im Jahr 2026 ist dies in Österreich der 9. August.

Frauen bekommen im Durchschnitt um 39,4 Prozent niedrigere Pensionsbezüge als Männer.

Lohnschere und Pensionslücke schließen

„Wir wissen, dass Altersarmut überwiegend weiblich ist. Das dürfen wir nicht einfach so hinnehmen. Es ist einfach nicht zu akzeptieren, dass Frauen eine dramatisch niedrigere Pension erhalten als Männer“, bekräftigt Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch anlässlich des österreichweiten Equal Pension Day.

„Wir wissen, wo es anzusetzen gilt und woran wir weiter intensiv arbeiten müssen: faire Einkommen für Frauen! Das ist die Grundvoraussetzung für eine gerechte Pension. Frauen sind nach wie vor mehrfach belastet. Unbezahlte Arbeit wird größtenteils von Frauen verrichtet. Diese Zeit fehlt beim Lebenseinkommen und wirkt sich gnadenlos auf die monatliche Pensionshöhe aus. Unser klares Ziel muss es sein, die unbezahlte Care-Arbeit gerecht zu verteilen, um die Lohnschere zu schließen. Denn nur eine gerechte Verteilung der Arbeit gibt Frauen die Sicherheit für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben – gerade auch im Alter! Dafür brauchen wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit und Lohntransparenz“, so Hanel-Torsch.

„Wer Altersarmut von Frauen wirklich bekämpfen will, muss dort ansetzen, wo sie entsteht: im Erwerbsleben“, fordert AK Präsidentin Renate Anderl. „Viele Frauen arbeiten Teilzeit, weil Unternehmen keine Vollzeitstellen anbieten und die Arbeitsbedingungen in vielen Branchen belastend sind. Frauen tragen zudem den Großteil der unbezahlten Arbeit – sie kümmern sich um Kinder, übernehmen die Hausarbeit und pflegen Angehörige. Wer heute in Teilzeit gedrängt wird, weniger verdient und mehr unbezahlte Arbeit leistet, hat später eine geringere Pension. Solange es keine gerechten Vollzeitangebote gibt und die unbezahlte Arbeit fast ausschließlich von Frauen getragen wird, bleibt die Pensionslücke bestehen. Wir brauchen gleiche Chancen, bessere Rahmenbedingungen und eine gerechte Verteilung der unbezahlten Arbeit.“

„Politik und Betriebe müssen dafür sorgen, dass Arbeiten bis zur Pension möglich ist, hier gilt es an mehreren Hebeln anzusetzen. Transparenz ist ein wesentlicher Schlüssel zu mehr Gerechtigkeit. Nur wenn Entgeltstrukturen transparent sind und daher nachvollziehbar ist, wer warum wie viel verdient, kann die Lohnschere geschlossen werden“, fordert Christa Hörmann, geschäftsführende ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende einmal mehr die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie. Natürlich braucht es auch gute Arbeitsbedingungen, präventive Gesundheitsförderung und altersgerechte Lösungen. Ebenso wesentlich zur Schließung der Lohnschere und der Pensionslücke ist es, Rahmenbedingungen für echte Gleichstellung von Männern und Frauen im Berufsleben zu schaffen: Das funktioniert nur wenn es in Österreich leistbare Kinderbetreuungsplätzen gibt. Kinderbetreuung ist keine Privatsache, alle Frauen sollen die Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bekommen", so Hörmann.

Unbezahlte Arbeit wirkt sich auf Einkommen und Pension aus

Frauen beziehen eine wesentlich niedrigere Pension als Männer. Je höher das monatliche Erwerbseinkommen ist und umso mehr Beitragsmonate geleistet werden, umso höher ist auch die spätere Pension. Während ihrer Erwerbstätigkeit verdienen Frauen jedoch weniger als Männer und zahlen daher niedrigere Beiträge in die Pensionskasse ein.

Frauen leisten zudem mehr unbezahlte Arbeit, wodurch die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie schwieriger wird. Das ist einer der Gründe, warum viele Frauen in Teilzeit arbeiten – allerdings verringert jedes Jahr in Teilzeit- statt Vollzeit-Beschäftigung die spätere Pensionshöhe. Während Männer in Österreich im Durchschnitt aller Alterspensionen gerundet monatlich 2.664 Euro beziehen, erhalten Frauen gerundet mit 1.614 Euro um ca. 1.050 Euro weniger.

In Wien sind die Pensionen von Frauen höher als im Rest Österreichs

Frauen in Wien beziehen mit 1.834 Euro pro Monat österreichweit die höchste Pension. In Wien liegt der Pensionsunterschied zwischen Frauen und Männern bei 27,4 Prozent. So findet in Wien auch der späteste Equal Pension Day Österreichs statt: am 21. September.

Informationsoffensive am 7.8. auf der Mariahilfer Straße und online

Das Frauenservice Wien informiert in Kooperation mit den ÖGB-Frauen und der AK Wien - Frauen und Gleichstellungspolitik, anlässlich des österreichweiten Equal Pension Days am Freitag, den 7.8.2026 von 11 Uhr bis 14 Uhr auf der Mariahilfer Straße (Höhe Nr. 45) zum Thema. Der Städtebund unterstützt auch heuer wieder mit Informationsmaterialien zum Thema Pensionen und Einkommensgerechtigkeit.

Alle Alterspensionen

Österreich/Wien

Alle Alterspensionen monatlich: 2.060/2.103

Männer: 2.664/2.527

Frauen: 1.614/1.834

Differenz in Prozent/"Pension Gap": 39,4/27,4

Pension Gap in Tagen (= Minus): 144/100

Equal Pension Day 2025: 07.08./19.09.

Im Vergleich zu 2025: +2/+2

Berechnung: MA 23 - Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Stadt Wien

Verbesserung Equal Pension Day in Tagen 2015 - 2026

2015/2026

Wien: 31 Tage - 21.08./21.09.

Burgenland: 23 Tage - 15.07./07.08.

Niederösterreich: 18 Tage - 21.07./08.08.

Österreich: 14 Tage - 26.07./09.08.

Oberösterreich: 13 Tage - 07.07./20.07.

Steiermark: 12 Tage - 21.07./02.08.

Salzburg: 11 Tage - 25.07./05.08.

Vorarlberg: 11 Tage - 03.07./14.07.

Kärnten: 9 Tage - 02.08./11.08.

Tirol: 6 Tag - 19.07./25.07.

Die Kampagne des Österreichischen Städtebundes informiert u.a. mit einem Erklärvideo: https://www.staedtebund.gv.at/equal-pension-day/

Rückfragen & Kontakt

Stefan Hayden
Mediensprecher Stadträtin für Wohnbau und Frauen Elke Hanel-Torsch
Tel.: 0676 8118 81265
E-Mail: [email protected]

Nani Kauer
Mediensprecherin der AK-Präsidentin
Telefon: +43 664 6145915
E-Mail: [email protected]

Litsa Kalaitzis
Pressesprecherin des ÖGB-Präsidenten
Tel.: 43 676 817 111 553
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel