• 30.07.2026, 08:45:32
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Volkshilfe fordert mehr Einrichtungen, die sich dem Holocaust an Rom*nja und Sinti*zze widmen

Gegen Antiromaismus und für die Anerkennung kultureller Vielfalt

Wien (OTS) - 

In der Nacht vom 2. August 1944 ermordeten die Nationalsozialisten über 4.000 Rom*nja und Sinti*zze im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. In ganz Europa wurden im Zweiten Weltkrieg über eine halbe Million Rom*nja und Sinti*zze getötet. Entsprechende Würdigung bleibt bis heute aus. Dieser Völkermord ist bis heute in der österreichischen Geschichtsschreibung und Gedächtniskultur kaum sichtbar. Die Volkshilfe fordert daher mehr Einrichtungen, die sich dem Porajmos (Romanes für Verschlingen) widmen.

„Auch in Österreich gehört der Holocaust an Rom*nja und Sinti*zze noch immer nicht zum Kanon der heimischen Zeitgeschichte. Nach wie vor gibt es zu wenige Denkmäler und zu wenig Forschung zum Thema. Gleichzeitig bleiben die Stätten dieses Völkermords oftmals ungeschützt. Zwar hat Österreich den 2. August als Holocaust-Gedenktag anerkannt, allerdings erst vor zwei Jahren“, kritisiert Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, die späte historische Verantwortung.

„Die Tatsache, dass sich Antiromaismus und Vorurteile auch gegenwärtig hartnäckig halten, zeigt sich darin, dass Rom*nja und Sinti*zze immer noch diskriminiert werden. Das offizielle Österreich hat ‚Antiziganismus‘ erst 2021 als spezifische Form von Rassismus anerkannt“, betont Usnija Buligovic, Leiterin des Projekts THARA Volkshilfe Österreich, das sich seit vielen Jahren für bessere Arbeitsmarktchancen von Rom*nja und Sinti*zze einsetzt.

„Obwohl Rom*nja und Sinti*zze seit Jahrhunderten in Europa ansässig sind und gleichermaßen zur Entwicklung nationaler Gesellschaften, Geschichten, Kulturen und Werte beigetragen haben, ja sogar als Verteidiger ihrer jeweiligen Länder gekämpft haben, sind sie nicht überall anerkannt. Das wird in der Geschichtsschreibung bis heute vernachlässigt. Umso erfreulicher ist, dass es in der Community eine Einigung zur Errichtung des Mahnmahls für die Opfer des Porajmos in Wien gibt. Die Ausschreibungsunterlagen für die künstlerische Umsetzung gehen nun in die Bearbeitung“, so Buligovic.

Die Volkshilfe fordert neben der geschichtlichen Aufarbeitung und Sichtbarmachung des Porajmos auch ein klares Programm gegen Antiromaismus, für Inklusion, umfassende Teilhabe und gerechte Chancen in Bildung, Wohnen, Gesundheit und vor allem am Arbeitsmarkt. „Wir feiern Diversität und die Rom*nja- und Sinti*zze-Kultur mit all ihrer Stärke, Vielfalt, Schönheit und Geschichte. Wer soziale Gerechtigkeit will, muss kulturelle Vielfalt nicht nur anerkennen, sondern auch fördern“, schließt Erich Fenninger.

Rückfragen & Kontakt

Volkshilfe Österreich
Ulrike Schöflinger
Telefon: 067683402247
E-Mail: [email protected]
Website: https://volkshilfe.at

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