• 30.07.2026, 08:02:03
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Jugend Eine Welt-Projektpartnerin im Libanon: „Der Alltag ist zum Überlebenskampf geworden.“

Die Folgen der Hafenkatastrophe 2020, eine stete Wirtschaftskrise und der neue Krieg haben das Land an den Rand des Zusammenbruchs gebracht | Jugend Eine Welt hilft vor Ort

Bei den Jugend Eine Welt-Projektpartnerinnen in Beirut erhalten
benachteiligte Kinder die Möglichkeit, in einer sicheren Umgebung zu
lernen.
Wien/Beirut (OTS) - 

Am Jahrestag der verheerenden Hafenexplosion von Beirut erinnert die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt an die weiterhin dramatische Situation im Libanon. Die Katastrophe vom 4. August 2020, bei der große Teile der Hauptstadt zerstört wurden und hunderte Menschen ihr Leben verloren, hat tiefe Spuren hinterlassen. Doch die Bevölkerung steht heute erneut vor einer humanitären Krise. Auslöser ist der kriegerische Konflikt zwischen dem Iran und Israel bzw. den USA, der aufgrund der Angriffe der Hisbollah auf Israel auch den Libanon in den Konflikt mithineinzog. Die Folge: Das einst prosperierende Land ist massiv destabilisiert. Millionen in der Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen. „Die Menschen im Libanon haben in den vergangenen Jahren eine Krise nach der anderen erlebt. Die Hafenexplosion in Beirut, die schwere Wirtschaftskrise, die Pandemie und nun erneut Krieg und Vertreibung. Was besonders betroffen macht, ist, dass viele Familien nie die Chance hatten, sich von den früheren Schicksalsschlägen zu erholen. Umso wichtiger ist unsere Hilfe vor Ort“, erklärt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.

Krieg verschärft humanitäre Katastrophe
Seit Beginn der neuen Kampfhandlungen Anfang März sind insbesondere der Süden des Libanon, das Bekaa-Tal und die südlichen Vororte von Beirut betroffen. Während die Bombardierungen der Hauptstadt aktuell beendet sind, bleibt die Zerstörung vielerorts sichtbar: Ganze Wohnviertel sind beschädigt, zahlreiche Familien können nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren. „Die offiziellen Statistiken sind erschreckend. Derzeit benötigen 2,70 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe, darunter libanesische Staatsbürger, syrische und palästinensische Flüchtlinge sowie Arbeitsmigranten. Mehr als eine Million Menschen haben kein Zuhause mehr. Tausende unschuldige Menschen wurden getötet, darunter Kinder, Frauen, ältere Menschen, Pflegekräfte und Rettungskräfte“, erzählt Schwester Lina, Projektpartnerin von Jugend Eine Welt in Beirut.

Laut der Don Bosco-Schwester sei der Alltag zu einem täglichen Überlebenskampf geworden, ein normales Leben existiere nicht mehr. „Die Menschen sind von Angst und Erschöpfung gezeichnet. Sie haben alles verloren. Ihre Häuser, ihre Arbeitsplätze und ihre Sicherheit. Viele Familien mussten innerhalb weniger Minuten fliehen und konnten nur die Kleidung mitnehmen, die sie am Körper trugen. Nun sind sie im eigenen Land obdachlos. Ganze Gemeinden wurden von der Landkarte ausgelöscht.“

Die erneute Gewalt hat auch alte Traumata wieder aufbrechen lassen. Die Geräusche von Drohnen und Explosionen erinnern viele Menschen an die Hafenexplosion von 2020. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter Angst, Schlafproblemen und fehlender Perspektive. „Viele Menschen im Libanon tragen nicht nur die Wunden der aktuellen Gewalt, sondern auch die Last jahrelanger Krisen. Kinder wachsen in einer Realität auf, in der Unsicherheit und Verlust zum Alltag gehören“, so die Ordensfrau.

Jugend Eine Welt hilft mit Bildung, medizinischer Versorgung und Nothilfe
Gemeinsam mit den Don Bosco-Schwestern unterstützt Jugend Eine Welt die Menschen vor Ort mit Bildungsangeboten, medizinischer und psychologischer Hilfe sowie direkter Nothilfe. Das ehemalige Schulgebäude der Ordensgemeinschaft (Anm.: Es musste aufgrund der Wirtschaftskrise bzw. der Corona-Pandemie geschlossen werden) wurde in ein soziales und pädagogisches Zentrum umgewandelt, das heute Kindern, Jugendlichen und Familien einen sicheren Ort bietet. Dort werden Lernprogramme (u.a. betreutes Lernen am Nachmittag, Schulungen in Robotik), Jugendarbeit, medizinische Versorgung, psychologische Betreuung sowie Ausbildungsangebote (Seifen- und Nähwerkstatt) für Frauen umgesetzt. Bedürftige Familien erhalten zudem Unterstützung bei der Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und dem dringend benötigten Wohnraum. „Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig starke lokale Partner sind. Unsere Don Bosco-Partnerinnen im Libanon erreichen Menschen direkt und geben ihnen nicht nur konkrete Hilfe, sondern auch Hoffnung und Perspektive“, betont Reinhard Heiserer.

Traum von einer Zukunft ohne Angst
Die größten Herausforderungen sind derzeit die Versorgung mit Medikamenten, leistbarem Wohnraum und der Erhalt von Bildungsangeboten. Laut Sr. Lina können sich viele Familien selbst grundlegende Medikamente nicht mehr leisten, während steigende Mieten und die zerstörte Infrastruktur immer mehr Menschen an den Rand der Verzweiflung bringen. Gleichzeitig drohe eine Bildungskatastrophe, wenn Kinder aufgrund des Krieges und fehlender finanzieller Mittel den Schulbesuch dauerhaft verlieren. „Wir glauben weiterhin daran, dass Frieden möglich ist. Wir träumen von einer Zukunft, in der Kinder in Klassenzimmern statt in Schutzräumen sitzen und Menschen ohne Angst leben können“, so die Jugend Eine Welt-Projektpartnerin. „Doch solange über unseren Köpfen Drohnen kreisen, erscheint dieser Traum wie eine ferne Illusion.“

Heiserer abschließend: „Jede Unterstützung hilft unmittelbar: Sie ermöglicht einer Familie Lebensmittel, einem kranken Menschen dringend benötigte Medikamente oder einem Kind den Zugang zu Bildung. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!“

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 | Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind steuerlich absetzbar!

Weiterführende Informationen unter www.jugendeinewelt.at.

Rückfragen & Kontakt

Jugend Eine Welt | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Thomas Zach, MA
Telefon: +4366488632574
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.jugendeinewelt.at

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