• 28.07.2026, 10:00:02
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„Kindertage“ – eine Ö1-Sommerserie ab 2. August

Wien (OTS) - 

In der Ö1-Sommerserie „Kindertage“ blicken im August an den fünf Sonntagvormittagen Heinz Fischer (2.8.), Erika Pluhar (9.8.), Hubert von Goisern (16.8.), Heide Schmidt (23.8.) und Tobias Moretti (30.8.) jeweils ab 9.05 Uhr in den biographischen Rückspiegel.

Die frühen Lebensjahre prägen die meisten Menschen, und doch werden sie nur selten erwähnt. An den August-Sonntagen jeweils um 9.05 Uhr auf dem Sendeplatz der „Gedanken“ erzählen Prominente von ihrer Kindheit. „Meine ersten Erinnerungen sind stark geprägt vom Garten meines Onkels in Wien-Hietzing. Ein großer Nussbaum, eine Sandkiste, ein Schäferhund, trotz Krieges war es ein kleines Paradies.“, erzählt Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., am 2. August. Fischer gesteht, dass er kein besonders braves Kind war. „Eine Sache hat mir meine Mutter besonders übel genommen“, erzählt der heute 87-Jährige. „Wir wohnten damals in Hietzing, im zweiten Stock eines Hauses mit Balkon, wo die Wäsche zum Trocknen auf einer Leine aufgehängt wurde. Eines Tages, als meine Mutter einkaufen war, überredete ich unsere junge Haushaltshilfe, mich mit dieser Leine vom Balkon abzuseilen. Unten angekommen, wollte sie mich wieder hochziehen, doch auf halber Höhe verließen sie ihre Kräfte. In dem Moment bog meine Mutter um die Ecke und sah ihren Sohn an einem Strick vom Balkon baumeln. Vor Schreck ließ sie ihre Einkaufstasche fallen und rannte hinauf, um mich sicher herunterzubringen. Danach gab es ein Donnerwetter, wie ich es vorher und nachher nie wieder erlebt habe.“

„Das erste Buch, das mich tief beeindruckt hat, war ‚Heidi‘ von Johanna Spyri. In diesem selbstbewussten Mädchen aus den Schweizer Bergen habe ich mich selbst wiedergefunden.“, sagt Erika Pluhar am 9. August. In einem Holzhaus in Pfaffstätt hatten sie und ihre Familie Zuflucht vor den Bombenangriffen in Wien gefunden. Im Gasthaus der kleinen oberösterreichischen Gemeinde erlebte die spätere Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin ein prägendes Kinoerlebnis. Der Film „Krambambuli“ erschütterte das kleine Mädchen so sehr, dass ihre Mutter sie aus dem Saal bringen musste. Deren Erklärung – „Das ist doch alles nur erfunden“ – wurde für Erika Pluhar zur Schlüsselerfahrung: zur Entdeckung des Unterschieds zwischen realer Angst und der erfundenen Welt der Kunst.

Die Kindheitserinnerungen des Musikers Hubert von Goisern handeln am 16. August von Neugier, Mut und dem Reiz des Fremden, Eigenschaften, die später auch seine Musik bestimmen sollten. 1952 in Bad Goisern als Hubert Achleitner geboren, wollte er schon als Fünfjähriger Dirigent werden. Zeitgleich entdeckte er den Wald neben seinem Elternhaus als Spieloase für sich. „Ich war schon immer ein Draufgänger. Schon als Bub machte ich mir daraus eine Mutprobe, nachts durch das finstere Dickicht zu streifen. Anfangs pfiff ich noch ängstlich vor mich hin, doch bald ging ich mutigen Schrittes im Mondschein und erforschte diese Zauberwelt.“

Kindheit kann Abenteuer bedeuten, aber auch Haltung stiften. Bei Heide Schmidt entstand sie in einem Haushalt, in dem Frauen selbstverständlich das Zentrum bildeten. „Für mich war von klein auf klar, dass Frauen ihren Weg auch ohne männliche Unterstützung gehen können“, sagt die ehemalige Politikerin und Juristin. Sie verbrachte ihre Kindheit mit Großmutter, Mutter und älterer Schwester. „Konfliktfrei war das nicht“, räumt sie am 23. August ein, „ich habe mit meiner Mutter viel diskutiert – wobei das fast schon euphemistisch klingt. Wir haben schlicht gestritten, und das, fürchte ich, nicht besonders konstruktiv. Aber aus diesem ständigen Zanken ist auch meine Streitfähigkeit entstanden. Meine Schwester hat sich solchen Auseinandersetzungen immer entzogen. Inzwischen sind wir beide alt, und ich glaube, ich kann streiten – sie nicht. Faszinierend, wie sich manche Lebenslinien ohne Bruch fortsetzen.“

Kindheitserinnerungen hängen oft an Gerüchen: an Speisen, Kleidern, Sommerwiesen, Schulhäusern oder dem Zuhause von damals. Auch Schauspieler Tobias Moretti erinnert sich am 30. August an vertraute Düfte: „Der älteste Geruch ist für mich der von Geborgenheit: nach Mama, Holz und Familie – und, weil ich die meiste Zeit draußen war, auch ein bisschen nach Dreck und Benzin. Dazu kommen Düfte, die es heute kaum noch gibt: bestimmte Wäschezusätze etwa oder das Hausmittel meiner Mutter, mit dem sie uns vier Brüder einrieb, wenn wir krank waren. Gefühlt waren wir danach sofort wieder gesund.“ Und: „Ich war ein verträumtes Kind. Für mein Umfeld war das manchmal anstrengend, weil die Fantasie mit mir durchgegangen ist.“ Das Programm von Ö1 im Detail ist abrufbar unter https://oe1.orf.at/.

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