• 28.07.2026, 08:07:32
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Welterschöpfungstag: Rohstoffe aufgebraucht, Österreich Spitzenreiter

GLOBAL 2000 fordert Kreislaufwirtschaftsgesetz von Umweltminister Totschnig

Wien (OTS) - 

Der Welterschöpfungstag, oder Earth Overshoot Day, fällt dieses Jahr auf den 30. Juli. Ab sofort hat die Menschheit rechnerisch alle natürlichen Ressourcen verbraucht, welche die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann.

"Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass wir die Erde schon Mitte des Jahres ausgeplündert haben. In nicht einmal 30 Jahren hat unsere Gier nach Rohstoffen den Welterschöpfungstag von Oktober in den Juli verlagert. Diese Entwicklung muss gestoppt werden. Ein Kreislaufwirtschaftsgesetz und ein Gesetz gegen Fast Fashion sind dafür unabdingbar", fasst Anna Leitner, Sprecherin für Ressourcen- und Lieferkettensprecherin von GLOBAL 2000, zusammen.

Rohstoffverschwendung

Fast Fashion, KI-Rechenzentren, große Autos und die zugehörige Infrastruktur verschlingen enorme Mengen an Rohstoffen. Diese Rohstoffe fehlen dann für Stromnetze, Windräder und den öffentlichen Verkehr. Die hohe Nachfrage treibt nicht nur den Preis, sondern erhöht auch den Druck, noch schneller und mehr Rohstoffe abzubauen - ohne Rücksicht auf die Umwelt und Menschen vor Ort.

"Die lineare Wegwerf-Wirtschaft verbraucht einen überproportional großen Anteil der Ressourcen, während die globale Allgemeinheit die ökologischen Folgekosten trägt. Unternehmen, die besonders viele Ressourcen beanspruchen, sollten auch stärker zur Finanzierung der Transformation beitragen“, fordert Leitner und spricht sich für ein nationales Kreislaufwirtschaftsgesetz und ein Gesetz gegen Fast Fashion aus.

Die Einnahmen aus der erweiterten Herstellerverantwortung sollen gezielt in Reparatur, Wiederverwendung, Recycling und den Ausbau der Kreislaufwirtschaft investiert werden.

Lösung: Kreislaufwirtschaft

Kaufen, benutzen, wegwerfen. Dieses Wirtschaftsmodell verschiebt den Welterschöpfungstag immer früher ins Jahr. Unrühmliche Negativ-Beispiele sind etwa Jeans des Ramschhändlers Temu: Nach ein paar Mal tragen landet minderwertig produzierte Kleidung im Müll. “Mit einer verbrauchten Billig-Jeans landen auch 7000 Liter Wasser, ein Kilo Baumwolle, ein halbes Kilo Chemikalien, Kupfer, Zink und Stahl direkt in unseren Mülleimern”, rechnet Leitner den oft unbekannten Ressourcen-Berg hinter den Produkten vor.

Lithium, Kobalt, Nickel, Kupfer und Graphit werden dringend für Smartphones, E-Autos und Stromspeicher benötigt - mit dem Verbot von Einweg-Vapes kann mit einfachen Mitteln eine Unmenge dieser Rohstoffe eingespart werden und sinnvollere Verwendung finden. "Das Verbot von Einweg-Vapes ist gut und wichtig. Gleichzeitig bleibt es aber eine Insellösung. Wenn wir den Welterschöpfungstag wieder Richtung Jahresende verschieben wollen, brauchen wir eine umfassende Kreislaufwirtschaft statt einzelner Verbote“, so Leitner.

Nur stabile politische Maßnahmen wirken

Am Beispiel des eingestellten Reparaturbonus bzw. der Geräte-Retter-Prämie zeigt sich, dass ein Kreislaufwirtschaftsgesetz dringend notwendig ist. "Viele Betriebe haben in Personal, Werkstätten und neue Reparaturangebote investiert und jetzt streicht der Umweltminister die Prämie auf Null. Ein solcher Zickzack-Kurs schafft Unsicherheit und bremst den Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft", kann Leitner nur den Kopf schütteln.

Einen konkreten Gesetzesvorschlag für nachhaltige Kreislaufwirtschaft, hat GLOBAL 2000 im April vorgelegt. „Der Ball liegt bei Umweltminister Norbert Totschnig. Wenn er den Welterschöpfungstag Schritt für Schritt wieder nach hinten verschieben will, führt an einem wirksamen Kreislaufwirtschaftsgesetz kein Weg vorbei. Dann wird Österreich von der Traumfabrik der Kreislaufwirtschaft endlich zur Umsetzungsfabrik werden.“

Rückfragen & Kontakt

Anna Leitner
GLOBAL 2000 Ressourcen- und Lieferkettensprecherin
+43 699 14 2000 22
[email protected]

Marcel Ludwig
GLOBAL 2000 Pressesprecher
+43 699 14 2000 20
[email protected]

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