• 27.07.2026, 12:06:02
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BMWKMS: Portugiesische Schriftstellerin Lídia Jorge mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2026 geehrt

Am 27. Juli 2026 wurde der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur 2026 an die portugiesische Autorin Lídia Jorge verliehen.

Wien (OTS) - 

Lídia Jorge prägt die portugiesische Gegenwartsliteratur seit Jahrzehnten maßgeblich. Ihr in zahlreiche Sprachen übersetztes vielseitiges Werk - darunter Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Essays, Gedichte und Kinderbücher – finden auch international große Beachtung. Lídia Jorge setzt sich in ihren Büchern vor allem mit den prägenden politischen und gesellschaftlichen Erfahrungen Portugals auseinander.

Nun überreichte Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler der Autorin im feierlichen Rahmen den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2026. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

„Ob es um die Aufarbeitung des Kolonialismus geht, um die Nelkenrevolution oder um das Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne, Lídia Jorge erweist sich stets als Chronistin des Wandels, indem sie in den erlebten Geschichten aufzeigt, was an Veränderung möglich ist – und welche Zukunftsperspektiven sich auftun“, so Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler. „Lídia Jorge hat ihr Portugal auf der Landkarte der Weltliteratur eingeschrieben und den widerständigen Frauen Portugals einen Platz im Gedächtnis der Leserinnen und Leser gesichert. Ich gratuliere ihr sehr herzlich zum Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2026.“

„Mit ihrem vielstimmigen und historisch wachen Werk hat Lídia Jorge der portugiesischen Gegenwartsliteratur eine unverwechselbare Stimme von großer literarischer, gesellschaftlicher und europaweit wirksamer Bedeutung gegeben“, so der Laudator Dr. Thomas Macho in seiner von Jurymitglied Andrea Zederbauer vorgelesenen Rede.

Über Lídia Jorge
Lídia Jorge, geboren 1946 in Boliqueime im Süden Portugals, studierte französische Literatur in Lissabon und verbrachte während der Unabhängigkeitskämpfe einige Jahre in Angola und Mosambik. Sie lebt heute in Lissabon. Mit ihren ersten beiden Romanen gehörte sie zur Avantgarde der zeitgenössischen portugiesischen Literatur und hat seitdem zahlreiche renommierte Auszeichnungen für ihr Werk erhalten. 2021 nahm Lídia Jorge eine Professur an der Universität Genf an, 2022 wurde an der University of Massachusetts Amherst der Lídia-Jorge-Lehrstuhl eingerichtet.

Über den Staatspreis

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird seit 1965 für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin bzw. eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat, was durch Übersetzungen dokumentiert sein muss. Das Werk muss auch in deutschsprachiger Übersetzung vorliegen. Die fünfköpfige Jury für den Preis 2026 gehörten Cristina Beretta, Thomas Keul, Thomas Macho, Marlene Streeruwitz und Andrea Zederbauer an.

Zuletzt ging der Preis an: Serhij Zhadan, Joanna Bator, Marie NDiaye, Ali Smith und László Krasznahorkai.

Fotos der Verleihung: 260727_HVK Verleihung Staatspreis für Europäische Literatur

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