- 26.07.2026, 10:54:02
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Totschnig: Rekordzahl an Arten in der Donau nachgewiesen
Zwischenergebnis der Joint Danube Survey 5: Modernste Untersuchungsmethoden messen mehr als 99.000 chemische Parameter
Die Donau zählt zu den bedeutendsten Flüssen Europas und verbindet zehn Staaten auf ihrem Weg zum Schwarzen Meer. Um ihren ökologischen Zustand regelmäßig zu untersuchen und aktuelle Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, wird im Rahmen der Joint Danube Survey 5 (JDS5) die bislang umfassendste Untersuchung des Donaueinzugsgebiets durchgeführt. Aktuelle Zwischenergebnisse aus den Bereichen Chemie und Makrozoobenthos zeigen, wie moderne Wissenschaft dazu beiträgt, die Donau langfristig zu schützen.
Umweltminister Norbert Totschnig: „Die Donau ist eine unserer wichtigsten Lebensadern und verbindet Menschen, Regionen und Staaten in Europa. Mit der Joint Danube Survey 5 schaffen wir eine einzigartige wissenschaftliche Grundlage, um die Wasserqualität kontinuierlich zu verbessern und neue Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Die ersten Zwischenergebnisse zeigen bereits, dass sich die Wasserqualität entlang der Donau weiter verbessert hat. Gleichzeitig wurden mehr als 500 verschiedene Bodenbewohner nachgewiesen. Das ist ein eindrucksvoller Beleg für die biologische Vielfalt dieses einzigartigen Flusssystems. Zugleich machen die Daten deutlich, dass der Schutz naturnaher Lebensräume konsequent fortgesetzt werden muss. Als Umweltministerium investieren wir deshalb gezielt in den Schutz unserer Gewässer, um die einzigartige Biodiversität auch für die kommenden Generationen zu erhalten.“
Mehr als 500 Arten in der Donau nachgewiesen
Ein Schwerpunkt der aktuellen Untersuchungen liegt auf dem sogenannten Makrozoobenthos. Dazu zählen wirbellose Tiere am Gewässergrund wie Insektenlarven, Krebse, Schnecken, Muscheln oder Würmern. Diese Organismen reagieren besonders sensibel auf Veränderungen im Gewässer und gelten daher als wichtige Bioindikatoren für den ökologischen Zustand eines Flusses.
Bei der Joint Danube Survey 5 konnten mehr als 500 verschiedene Arten dieser Bodenbewohner nachgewiesen werden – so viele wie noch nie zuvor bei einer Joint Danube Survey. Die Untersuchungen zeigen außerdem, dass kleinräumige Lebensräume wie Totholz oder Wasserpflanzen einen besonders wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Gleichzeitig bestätigen die Ergebnisse eine Verbesserung der Wasserqualität entlang der Donau. Dennoch beeinflussen Faktoren wie Eingriffe in die Gewässerstruktur oder invasive Arten weiterhin den ökologischen Zustand des Flusses und bleiben zentrale Herausforderungen für den Gewässerschutz.
Modernste Screening Methoden für die Donau im Einsatz
Neben biologischen Untersuchungen setzt JDS5 auch neue Maßstäbe bei der chemischen Analyse. Insgesamt werden mehr als 99.000 chemische Parameter untersucht. Darunter befinden sich rund 2.900 gezielt analysierte Schadstoffe sowie über 93.000 weitere Substanzen, die mithilfe moderner Screening-Verfahren erfasst werden. Damit ist JDS5 die weltweit umfassendste Untersuchung eines Flusseinzugsgebiets.
Die modernen Analyseverfahren ermöglichen es, auch bislang unbekannte oder noch nicht regulierte Chemikalien frühzeitig zu erkennen. Die gewonnenen Daten werden gemeinsam mit dem europäischen NORMAN-Netzwerk ausgewertet und fließen in europäische Datenbanken ein. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der europäischen Chemikalien- und Wasserpolitik sowie künftiger Überwachungsprogramme. Die Auswertung der chemischen Untersuchungen wird im Laufe des Sommers abgeschlossen.
Internationale Zusammenarbeit für eine gesunde Donau
Die Joint Danube Survey wird im Rahmen der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (ICPDR) gemeinsam mit den Donaustaaten durchgeführt. Ziel ist, die Wasserqualität und den ökologischen Zustand der Donau regelmäßig zu erfassen und damit eine wichtige Grundlage für den internationalen Gewässerschutz zu schaffen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, wie moderne Forschung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit dazu beitragen, Europas zweitlängsten Fluss nachhaltig zu schützen. Das österreichische Umweltministerium ist neben Deutschland der wichtigste Finanzierungspartner in diesem Projekt.
Weitere Informationen: Joint Danube Survey 5 | Danube Survey - ICPDR
Rückfragen & Kontakt
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Telefon: +43 1 71100 DW 606747
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmluk.gv.at/
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