• 24.07.2026, 09:42:32
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Rotes Kreuz zu Krankentransport-Einsparungen: „Medizinische Versorgung darf nicht vom Wohnort oder finanziellen Möglichkeiten abhängen!“

Rotkreuz-Präsident Schöpfer: „Neue Voraussetzungen für ÖGK-Kostenübernahme bedeuten nicht nur menschliches Leid, sondern langfristig auch höhere Kosten im Gesundheitswesen.“

Wien (OTS) - 

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) erhebt seit 1. Juli 2025 Selbstbehalte für planbare Krankentransporte und Krankenbeförderungen. Nun wurden auch die Regeln für Kostenübernahmen weiter verschärft: Seit 1. Mai 2026 werden planbare Krankentransporte von der ÖGK nur bezahlt, wenn eine medizinisch begründete und ärztlich bestätigte Gehunfähigkeit vorliegt. Gründe wie fehlende öffentliche Verkehrsmittel, organisatorische Schwierigkeiten oder das Fehlen einer Begleitperson reichen nicht für eine Kostenübernahme aus. Werden die Voraussetzungen nicht erfüllt, muss der Transport privat bezahlt werden. Sowohl bei den Patient:innen als auch bei den niedergelassenen Ärzt:innen sorgen diese Regeln für große Verunsicherung.

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) beobachtet diese Entwicklungen mit großer Sorge.

„Politikerinnen und Politiker werden nicht müde zu betonen, dass die medizinische Versorgung der Menschen in Österreich nicht vom Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten abhängen darf. Genauso wenig darf der Zugang zu einer notwendigen Behandlung davon abhängig sein, ob öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen oder ob Nachbarn oder Angehörige einen Transport übernehmen können. Die derzeitigen Voraussetzungen für die Kostenübernahme der ÖGK schaffen jedoch genau solche Hürden“, mahnt ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer. „Wir sehen bereits jetzt, dass die Zahl der Krankentransporte seit Einführung der Selbstbehalte abgenommen hat. Diese Entwicklung könnte sich weiter verschärfen und dazu führen, dass notwendige medizinische Versorgung später oder gar nicht in Anspruch genommen wird. Das bedeutet nicht nur menschliches Leid, sondern führt langfristig auch zu höheren Kosten im Gesundheitswesen.“

„Werden Krankentransporte weiterhin zuverlässig und sicher durchführen“

Schöpfer weiter: „Gemäß unserem Leitsatz ‚Wir sind da‘ stehen wir an der Seite von Menschen in Not und werden erforderliche Krankentransporte weiterhin zuverlässig und sicher durchführen. Damit das so bleiben kann und jede und jeder in Österreich die notwendige medizinische Versorgung in Anspruch nehmen kann, müssen die geltenden Regeln dringend evaluiert und angepasst werden!“

Krankentransporte sind ein wesentlicher Teil der Leistungen des Österreichischen Roten Kreuzes für die Menschen in Österreich und garantieren einen barrierefreien Zugang zum Gesundheitswesen. Im Jahr 2025 wurden im österreichweiten Rettungsdienst insgesamt 3.216.607 Einsätze durchgeführt. Davon entfielen 1.910.225 auf Sanitätseinsätze beziehungsweise Krankentransporte.

ÖGK-Tarife seit Jahren nicht kostendeckend

Das Rote Kreuz mahnt auch zu dringend nötigen Anpassungen der Finanzierung von Kranken- und Rettungstransporten. Rotkreuz-Präsident Schöpfer: „Die ÖGK gewährt seit Jahren keine kostendeckenden Tarife mehr und auch heuer wieder keine einheitliche Inflationsabdeckung – während Rettungsorganisationen mit Preissteigerungen bei Treibstoff, Medikamenten oder Medizinprodukten zu kämpfen haben. Es kann nicht sein, dass wir als Bittsteller zwischen den Verantwortungsträgern von ÖGK, Ländern, Städten und Gemeinden im Kreis geschickt werden. Ich habe der Landeshauptleute-Konferenz ein Aufforderungsschreiben geschickt, hier für eine klare Kompetenzen-Abgrenzung zu sorgen. Wir können unsere Leistungen nur in gewohnter Qualität erbringen, wenn sie ausreichend finanziert sind.“

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Österreichisches Rotes Kreuz
Susanne Straif
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