• 24.07.2026, 09:30:33
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Stadt Wien setzt Sofortmaßnahmen nach Asbestfunden im Asphalt

Nach Vorliegen unabhängiger Laborergebnisse werden betroffene Straßenabschnitte rasch gesichert – alle Verdachtsfälle werden überprüft

Wien (OTS) - 

Die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener hat für die Stadt Wien oberste Priorität. Deshalb wurde unmittelbar nach Hinweisen auf Asbestverdacht in Straßenbelägen gehandelt, Proben von den gemeldeten Flächen entnommen und unabhängige Laboruntersuchungen beauftragt. Die Stadt Wien hat nunmehr die ersten Ergebnisse der beauftragten Laboruntersuchungen jener Straßenabschnitte erhalten, bei denen aufgrund von Hinweisen ein Verdacht auf asbesthaltiges Gesteinsmaterial bestand. Die Untersuchungen wurden von einer akkreditierten Prüfanstalt durchgeführt und bilden die Grundlage für das weitere rasche Vorgehen. Die Laboruntersuchungen bestätigen, dass in einzelnen Straßenabschnitten asbesthaltiges Gesteinsmaterial nachgewiesen wurde. Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das in bestimmten Gesteinen enthalten sein kann. Der Nachweis von asbesthaltigem Gestein erlaubt noch keine Aussage über eine konkrete Gesundheitsgefährdung. Entscheidend ist vielmehr, ob und in welchem Ausmaß Asbestfasern tatsächlich freigesetzt werden können. Die Stadt wird vorsorglich an den betroffenen Stellen Maßnahmen setzen, um eine dauerhafte Bindung des asbesthaltigen Materials sicherzustellen.

Vorsorglich: Deckschicht zum sofortigen Schutz vor Freisetzung von Fasern

Konkret wurde aktuell in der Rosenhügelstraße, Anton-Freunschlag-Gasse, Bertégasse, Wernergasse und Stieglergasse der Verdacht bestätigt. Die betroffenen Bereiche werden nun mit einem Asphaltüberzug bzw. einer Deckschicht versiegelt. „Das ist die schnellste, sicherste und wirksamste Methode, um rasch einen effektiven Schutz zu gewährleisten“, erläutert der stellvertretende Abteilungsleiter der MA 28, Wolfgang Ablinger. Eine Versiegelung ist in kurzer Zeit umsetzbar, das asbesthaltige Material wird überdeckt und eingeschlossen, eine Freisetzung von Asbestfasern wirksam unterbunden“, so Ablinger, der betont: „Der Schutz wirkt sofort. Eine neue Deckschicht kann wesentlich rascher aufgebracht werden als die gesamte Straße aufzubrechen. Sie verhindert unmittelbar einen möglichen Kontakt mit Asbestfasern.“ Anders als beim Versiegeln der Oberfläche, besteht beim Fräsen, Aufgraben und Abtragen des Asphalts die Möglichkeit der Freisetzung von Fasern. Dazu Prof. H-P Hutter, Leiter der Abteilung Umwelthygiene und Umweltmedizin der MedUni Wien: „Aus umweltmedizinischer Sicht ist entscheidend, ob Asbestfasern tatsächlich freigesetzt und eingeatmet werden können. Wird asbesthaltiges Material fest in einer Asphaltoberfläche gebunden, ist das Risiko einer Faserfreisetzung grundsätzlich als sehr gering einzustufen. Das Vorhandensein von asbesthaltigem Gestein in einem Straßenbelag ist daher nicht automatisch mit einer Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen. Dennoch ist aus Vorsorgegründen das Versiegeln mit einer neuen Deckschicht eine sinnvolle Maßnahme, um auch geringe Risiken zu minimieren."

Bei aktuellen Straßenbauprojekten kann ausgeschlossen werden, dass asbesthaltiges Gestein verwendet wird. Für weitere gemeldete auffällige Flächen wurden bereits Probenahmen und Laboruntersuchungen veranlasst. Die Ergebnisse liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vor.

Lückenlose Prüfung aller gemeldeten Bereiche

Alle Hinweise auf auffällige Flächen im öffentlichen Straßenraum werden systematisch überprüft und bewertet, die Stadt Wien steht weiterhin in engem Austausch mit Greenpeace. Darüber hinaus überprüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MA 28 den Straßenraum laufend auf auffällige Straßenabschnitte. Wo Auffälligkeiten festgestellt werden, werden weitere Schritte eingeleitet und gegebenenfalls Bereiche versiegelt, um eine etwaige Freisetzung von Asbestfasern sofort zu unterbinden. Nach derzeitigem Kenntnisstand handelt es sich bei den bisher gemeldeten bzw. festgestellten Straßenabschnitten überwiegend um kleinflächige Bereiche, die im Zuge von Aufgrabungen oder lokalen Instandsetzungsmaßnahmen in den Straßenbelag eingebaut wurden.

Klares Prozedere für Straßen bei künftigen Bauarbeiten – Register für bestätigte Vorkommen

Parallel dazu arbeitet die Stadt Wien gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie anderen Straßenerhaltern an langfristigen Lösungen für den fachgerechten Umgang mit derart versiegelten Straßenbelägen, insbesondere bei künftig erforderlichen Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen. So soll sichergestellt werden, dass es ein klares Prozedere gibt, um bei der künftigen Umgestaltung oder Instandsetzung von Straßen asbesthaltigen Asphalt unter Einhaltung höchster Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandards auszubauen und entsorgen zu können. Alle Straßenabschnitte im öffentlichen Straßenraum Wiens, wo Asbest nachgewiesen wurde, werden zudem in einem Register vermerkt. Aufgrabungen und Umbauarbeiten sind dann nur noch unter klar vorgegebenen Bedingungen möglich, die die Freisetzung von Asbestfasern in die Luft verhindern. Dadurch kann unverzüglich ein hohes Maß an Schutz für die Bevölkerung sichergestellt werden. Für die Stadt Wien steht die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener an erster Stelle. Daher wird dort, wo Handlungsbedarf besteht, rasch und konsequent gehandelt – mit sofort wirksamen Schutzmaßnahmen ebenso wie mit nachhaltigen Lösungen für die Zukunft.

Vorsorge für die Zukunft: Kontrollen und Prüfungen konsequent verschärft

Die MA 28 hat zudem bereits frühzeitig nach Bekanntwerden der Asbest-Vorfälle im Burgenland Maßnahmen ergriffen und ein klares Prozedere festgelegt: Bei jedem Straßenbauprojekt der MA 28, bei dem ein Straßenaufbruch erfolgt, wird im Rahmen der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen der bestehende Straßenkörper auf das Vorhandensein von Asbest hin untersucht. Die MA 28 bezieht das für Bauvorhaben benötigte Gesteinsmaterial grundsätzlich von Steinbrüchen aus Niederösterreich im Großraum Wien. Bei aktuellen Bauvorhaben der MA 28 kommt kein asbesthaltiges Gesteinsmaterial zum Einsatz; der Einbau derartiger Materialien kann ausgeschlossen werden. Ungeachtet dessen hat die MA 28 ihre Kontrollmaßnahmen im Bereich der Materialprüfung sowie der Bauüberwachung umgehend verstärkt.

Die Stadt Wien bedankt sich ausdrücklich bei allen Bürgerinnen und Bürgern sowie bei Greenpeace für Hinweise auf mögliche auffällige Straßenabschnitte. Jede eingehende Meldung wird fachlich geprüft und erforderlichenfalls durch weitere Untersuchungen abgeklärt. Wo Handlungsbedarf besteht, werden die erforderlichen Maßnahmen rasch und konsequent umgesetzt. Der Schutz der Wienerinnen und Wiener steht dabei jederzeit im Mittelpunkt.

Rückfragen & Kontakt

Stadt Wien - Straßenverwaltung und Straßenbau
Erwin Forster
Telefon: +43 1 4000-49811, +43 676 8118 49811
E-Mail: [email protected]

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