- 23.07.2026, 12:45:32
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Systemnutzungsentgelte-Verordnung: PV Austria sieht Fortschritte, fordert aber weitere Nachbesserungen zugunsten Speicher und Netznutzer
Verband fordert faire Netzanschlusskosten für Kleinanlagen, diskriminierungsfreie Speicherregeln und praxistaugliche Vorgaben für flexible Netznutzung
Der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria), die Interessensvertretung der heimischen PV- und Batteriespeicherbranche, sieht im aktuellen Entwurf der Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung (SNE-G-V), zu dem die von der E-Control geführte Begutachtung morgen endet, Verbesserungen gegenüber der ersten Marktkonsultation. Bis zur geplanten Finalisierung im Herbst fordert der Verband jedoch weitere Nachbesserungen in drei zentralen Bereichen: bei den Netzanschlusskosten für Kleinanlagen, bei den Regeln für Batteriespeicher sowie bei den Vorgaben für flexible Netznutzung.
„Der Begutachtungsentwurf geht bereits in die richtige Richtung. Damit die Verordnung jedoch die Praxis nicht ausbremst, müssen die verbleibenden Hürden für Speicher und Netznutzer noch beseitigt werden, um Planungssicherheit und Praxistauglichkeit zu gewährleisten“
, betont Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria.
Wie dringlich der rasche Ausbau von Batteriespeicher ist, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Analyse von PV Austria: Denn bereits heute wäre eine Speicherkapazität von 16 Gigawattstunden (GWh) notwendig, um den Strompreis in den teuren Abendstunden zu senken – das Fünffache der derzeit installierten Kapazität. „Die PV- und Speicherbranche kann Projekte rasch umsetzen, braucht dafür aber Rahmenbedingungen, die diese Investitionsentscheidungen begünstigen“
, fasst Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria, zusammen.
Keine Zusatzbelastungen für Kleinanlagen
Der aktuelle Entwurf sieht eine deutlich erweiterte und damit komplexere Berechnungsgrundlage für die Netzanschlusskosten vor. Dabei bietet das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) bereits eine politisch abgestimmte Grundlage, die eine nutzerfreundliche Preisgestaltung sowie gewisse Ausnahmen vorsieht. PV Austria fordert, sich bei der Gestaltung der Netzanschlusskosten konsequent an diesen gesetzlichen Vorgaben zu orientieren, um vor allem die Komplexität zu reduzieren.
Diskriminierungsfreie Speicherregeln
In den vergangenen Wochen ist viel über systemdienliche Speicher philosophiert worden. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Speichersysteme, die Strom aus dem Netz beziehen, zwischenspeichern und so das Netz entlasten, ohne dass dafür Netzgebühren anfallen. Laut E-Control sollen jedoch nur bestimmte Speicher (etwa Stand-Alone-Speicher) als systemdienlich gelten, und auch diese nur dann, wenn sie an bereits stark ausgelasteten Netzknoten angeschlossen sind/errichtet werden. Co-Location-Speicher, die an PV- oder Windkraftanlagen gekoppelt sind, wären davon aktuell ausgenommen, obwohl auch sie Strom aus dem Netz beziehen und damit ebenso entlastend wirken.
PV Austria fordert daher, auch Co-Location-Batterien als systemdienlich einzustufen. Zudem brauche es klare, handhabbare Kriterien zur tatsächlichen Auslastung der Netzknoten. Nur so lasse sich überhaupt feststellen, wo Speicher sinnvoll aushelfen können und echte Systemdienlichkeit entsteht.
Planungssicherheit für flexible Entnahme
Stromkund*innen sollen in Zukunft sparen können, wenn sie sich innerhalb selbst festgelegter Leistungsbereiche flexibel vom Netzbetreiber steuern lassen. Dasselbe gilt auch für Batterien, die Strom aus dem Netz beziehen. Ihnen winkt dafür eine Reduktion der Netzkosten. PV Austria bewertet dieses neue Instrument grundsätzlich positiv, fordert aber wirksame Anreize, wie eine spürbare Senkung des Arbeitspreises. Eine Preisbindung über einen definierten Zeitraum würde zusätzlich die notwendige Planbarkeit für Investitionsentscheidungen schaffen.
„Wir werden den weiteren Prozess bis zur Finalisierung im Herbst im konstruktiven Austausch mit der E-Control begleiten und uns dafür einsetzen, dass die notwendigen Verbesserungen in die finale Verordnung einfließen. Nur mit praxistauglichen Rahmenbedingungen können Speicher ihren Beitrag zu einem stabilen und leistbaren Stromsystem leisten“
, so Paierl abschließend.
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