- 23.07.2026, 12:11:02
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Neues Standardwerk beleuchtet das Leben nach dem Konzentrationslager Mauthausen
»Mauthausen überleben und erinnern« schließt die vierbändige Reihe »Europa in Mauthausen« ab.
Mit »Mauthausen überleben und erinnern« erscheint der vierte und abschließende Band der wissenschaftlichen Reihe Europa in Mauthausen. Geschichte der Überlebenden eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers im Böhlau Verlag. Damit liegt nun erstmals eine umfassende Geschichte der Überlebenden des Konzentrationslagerkomplexes Mauthausen vor. Die »monumentale Publikation« (Carlo Moos, Neue Zürcher Zeitung) verbindet internationale KZ-Forschung, Oral History und innovative sozial- und kulturhistorische Ansätze.
Die Reihe Europa in Mauthausen entstand aus einem langjährigen internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung von Gerhard Botz, aufbauend auf dem Mauthausen Survivors Documentation Project sowie dem Mauthausen Survivors Research Project. Als Basis diente eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen lebensgeschichtlicher Interviews mit Überlebenden eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers. Über 850 Audio- und Videointerviews, geführt in 18 Sprachen mit ehemaligen Häftlingen aus Europa, Israel sowie Nord- und Südamerika, bilden die Grundlage der analytischen und empirisch reichen Beiträge. Mehr als 60 Forscherinnen und Forscher aus zahlreichen Ländern haben an der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Interviews und ihrer historischen Einordnung mitgewirkt.
Während die ersten drei Bände die nationalsozialistische Verfolgungspolitik, die Deportationen nach Mauthausen sowie den Alltag und das Überleben im Lager untersuchten, richtet der Abschlussband den Blick auf die Zeit nach 1945. Gefragt wird hier, wie die Überlebenden nach Jahren der Verfolgung in ein ziviles Leben zurückfanden oder scheiterten, welche Folgen Haft, Gewalt und Verlust für ihre weiteren Lebenswege hatten und unter welchen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen sie über ihre Erfahrungen sprechen konnten – oder schwiegen. Ebenso werden die Rolle ehemaliger Häftlinge und ihrer Organisationen bei der Entstehung der europäischen Erinnerungskulturen sowie die Veränderungen des Gedenkens über mehrere Generationen hinweg untersucht.
Die Beiträge zeigen eindrucksvoll, dass die Geschichte des Konzentrationslagers nicht mit der Befreiung endete. Die Erfahrungen der Überlebenden wirkten über Jahrzehnte nach und prägten Familien, Gesellschaften und nationale Erinnerungskulturen. Erinnern erscheint dabei nicht als abgeschlossener Akt, sondern als fortdauernder Prozess, der sich im Spannungsfeld zwischen persönlicher Erfahrung, öffentlichem Gedenken und gesellschaftlichem Wandel immer wieder neu formiert.
Mauthausen überleben und erinnern
Europa in Mauthausen, Band 4 | 2026. 848 Seiten, 73 Abbildungen | ISBN 978-3-205-22266-8 (Print) | ISBN 978-3-205-22267-5 (Open Access)
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