• 22.07.2026, 11:39:02
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ORF-„kulturMATINEE“: „Mord, Macht und Männer in Strapsen. Der burgenländische Festspielsommer 2026“, Porträt Joana Mallwitz

Danach: „Die Kulturwoche“ – am 26. Juli ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Die von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMATINEE“ am Sonntag, dem 26. Juli 2026, um 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON blickt zunächst mit der vom ORF-Landesstudio Burgenland gestalteten Dokumentation „Mord, Macht und Männer in Strapsen“ auf die beiden Großproduktionen des vielfältigen burgenländischen Festspielsommers: die Neuinszenierung von Giacomo Puccinis Klassiker „Tosca“ in der Oper im Steinbruch St. Margarethen und das berühmte Travestie-Musical „La Cage aux Folles“ – „Ein Käfig voller Narren“ – der Seefestspiele Mörbisch. Im anschließenden Porträt „Joana Mallwitz – Dirigentin: Der Weg nach Berlin“ (9.30 Uhr) steht die künstlerische Leiterin und Chefdirigentin des Konzerthausorchesters Berlin im Mittelpunkt: Der Film begleitet die Musikerin über einen Zeitraum von zwei Jahren, während sie ihre internationale Karriere vorantreibt und gleichzeitig Mutter wird. Den ORF-Kulturvormittag beschließt „Die Kulturwoche“ (10.25 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps.

„Mord, Macht und Männer in Strapsen. Der burgenländische Festspielsommer 2026“ (9.05 Uhr)

Der diesjährige Festspielsommer im Burgenland präsentiert mit der Oper „Tosca“ und dem Musical „Ein Käfig voller Narren“ zwei Großproduktionen, in denen starke Künstlerpersönlichkeiten für ihre Sache eintreten – ob 1800, zur Zeit der Napoleonischen Kriege, aus politischer Überzeugung oder in den 1970er Jahren für die Liebe zu wem auch immer. Giacomo Puccinis „Tosca“ ist spannend wie ein Thriller: Die Opernsängerin Tosca, die für ihre Liebe sogar mordet, der Maler Cavaradossi, der selbst unter Folter seinen politisch verfolgten Freund nicht verrät, und der skrupellose Polizeichef Scarpia, der seine Macht schamlos einsetzt. Giacomo Puccinis Meisterwerk im Steinbruch St. Margarethen, von Regisseur Thaddeus Strassberger eindrucksvoll in Szene gesetzt, verspricht ein packendes, höchst dramatisches Opernerlebnis. Ebenso sehenswert ist, was sich hinter den Kulissen abspielt. Das Making-of-Team begleitete die Neuproduktion ein halbes Jahr lang und zeigt, wie sich das Steinbruch-Areal in eine barocke Bühne wandelt, wie in einer Mailänder Werkstätte einzigartige Kostüme entstehen und wie groß der technische Aufwand ist, wenn der Philharmonia Chor Wien und der Kinderchor Gumpoldskirchner Spatzen erstmals gemeinsam auf der Freiluftbühne singen. Die Dokumentation von Bettina Treiber und Silvia Freudensprung-Schöll führt auch in die Puccini-Villa in der Toskana, wo die atemberaubende Musik entstanden ist.

Das Stück „La Cage aux Folles – Ein Käfig voller Narren“ wiederum war einst eine große Provokation, mittlerweile ist es Kult. Die von Jean Poiret geschriebene Travestie-Komödie zählt heute zu den erfolgreichsten Musicals und der Song „I Am What I Am“ ist zur Hymne für Toleranz geworden. Das schwule Paar Albin und Georges betreibt in St. Tropez den Nachtclub „La Cage aux Folles“. Abend für Abend begeistert Albin als Dragqueen „Zaza“ das Publikum. Weltanschauungen prallen aufeinander, als ihr Sohn offenbart, dass er die Tochter eines erzkonservativen Politikers heiraten möchte. Wie aufwendig eine derartige Produktion bei den Seefestspielen Mörbisch ist, erfährt man beim Blick hinter die Kulissen – von der Audition über den Bühnenaufbau, die Kostümfertigung und die Proben bis zur Premiere ist es ein langer Weg. In die Rolle der Dragqueen „Zaza“ schlüpfen abwechselnd Alfons Haider und Drew Sarich, an ihrer Seite steht Mark Seibert.

„Joana Mallwitz – Dirigentin: Der Weg nach Berlin“ (9.30 Uhr)

Joana Mallwitz ist eine der profiliertesten und erfolgreichsten deutschen Dirigentinnen der Gegenwart. Früh als Ausnahmetalent entdeckt, wurde sie jüngste Generalmusikdirektorin Europas, bevor sie im August 2023 zur Chefdirigentin des Konzerthausorchesters Berlin – eines der großen Traditionsorchester in Deutschland – avancierte. Auf ihrem Weg dorthin erwarteten Mallwitz gleich mehrere Debüts in Europa. Während die entscheidende Phase ihrer internationalen Karriere begann, mussten sie und ihr Ehemann sich nach der Geburt ihres ersten Kindes völlig neu organisieren. Regisseur Günter Atteln begleitete die Vollblutmusikerin zwei Jahre lang mit der Kamera und zeichnet ein nahes, unverstelltes Bild der außergewöhnlichen Künstlerin. Mallwitz ist als perfektionistische Arbeiterin, als Musikvermittlerin und als energetische Orchesterleiterin zu erleben. Bei allem Erfolg ist der enorme Druck hautnah spürbar, den der Dirigierberuf mit sich bringt. Bei den heurigen Salzburger Festspielen leitet Joana Mallwitz die erweiterte Neueinstudierung der erfolgreichen „Così fan tutte“-Neuproduktion der „Corona-Festspiele“ 2020 am Pult der Wiener Philharmoniker, im September feiert sie ihren 40. Geburtstag.

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