• 22.07.2026, 08:16:02
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Rechtsextreme Tathandlungen in Tirol haben seit 2023 zugenommen

Täter sind oft unmündig und agieren im digitalen Raum

Wien (OTS) - 

Die Sicherheitsbehörden beobachten in Tirol seit 2023 einen deutlichen Anstieg rechtsextremer Tathandlungen. Während im Jahr 2023 64 Tathandlungen mit rechtsextremem Hintergrund registriert wurden, stieg diese Zahl 2024 auf 97 (+ 51,6 Prozent) und erreichte 2025 mit 113 Tathandlungen (+ 16,5 Prozent) einen weiteren Höchststand. Diese Zahlen sind der aktuellen Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zu entnehmen.

Bei dieser Entwicklung sind zwei Faktoren auffällig: Die Tatverdächtigen werden zunehmend jünger – teilweise sind sie sogar unmündig. Zudem werden rechtsextreme Delikte immer häufiger im digitalen Raum begangen.

Gleichzeitig zeigt sich, dass zahlreiche Verfahren eingestellt werden. Der Grund dafür liegt darin, dass bei den jugendlichen Tatverdächtigen der nach dem Verbotsgesetz erforderliche Wiederbetätigungsvorsatz häufig nicht nachgewiesen werden kann.

Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, die Landespolizeidirektionen sowie die Landesämter Staatsschutz und Extremismusbekämpfung begegnen dieser Entwicklung mit allen ihnen rechtlich zur Verfügung stehenden Befugnissen und Repressions- sowie Präventionsmaßnahmen.

Nationaler Aktionsplan und Präventionsprojekte gegen Rechtsextremismus

Das Innenministerium arbeitet seit dem Frühjahr 2026 federführend an der Erstellung eines Nationalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus, der die gesellschaftliche Resilienz, Präventions- und Früherkennung sowie die Strafverfolgung und Resozialisierung weiter stärken soll.

Neben der konsequenten strafrechtlichen Verfolgung durch die Landespolizeidirektionen und Gerichte setzt das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Tirol gemeinsam mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen und behördlichen Partnern einen Schwerpunkt auf Präventionsarbeit.

Dazu zählen zahlreiche Projekte, Vernetzungstreffen und Informationskampagnen. Ein Beispiel ist das im Jahr 2022 in Tirol entwickelte Präventionsprojekt „Social Media Krake #Rechtsextrem – nein, danke!“. Es soll Jugendliche sowie ihr soziales Umfeld über die Strafbarkeit und die Folgen des Teilens rechtsextremer, verhetzender und gewaltverherrlichender Inhalte in sozialen Medien aufklären. Durch zielgerichtete Präventions-, Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen soll das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Inhalten gestärkt, die Verbreitung strafbarer Inhalte eingedämmt und somit den besorgniserregenden Entwicklungen gegengesteuert werden. Gemeinsam arbeiten Polizei, Schulen und zahlreiche Kooperationspartner wie das „Kompetenzzentrum Sicheres Österreich“ zusammen, um verständliches Informationsmaterial in jugendgerechter Form zur Verfügung zu stellen, das beim Zielpublikum tatsächlich „ankommt“.

Darüber hinaus werden im Rahmen von Präventionsveranstaltungen laufend Sensibilisierungs- und Aufklärungsmaßnahmen für unterschiedliche Altersgruppen durchgeführt.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Inneres
Abteilung I/C/10 - Öffentlichkeitsarbeit
Ressortsprecher des Bundesministeriums für Inneres
Telefon: +43 (0) 1-531 26 - 90 15 62
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmi.gv.at

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