- 20.07.2026, 11:40:03
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Weltmuseum Wien im Herbst 2026: Vergangenheit befragen, Zukunft entwerfen
Ausstellungen zu Sammlungen, kolonialen Verflechtungen, ökologischen Krisen und zeitgenössischer Kunst als Ausgangspunkt für neue Perspektiven und gesellschaftliche Debatten.
Das Weltmuseum Wien setzt auch im Herbst 2026 auf Ausstellungen, die seine historischen Sammlungen nicht als abgeschlossene Archive begreifen, sondern als Ausgangspunkt für aktuelle Debatten. Gemeinsam ist ihnen der Blick auf die Biografien von Objekten, auf die Bedingungen ihres Entstehens und Sammelns sowie auf die Frage, wer Geschichte erzählt – und wessen Perspektiven fehlen.
Zeitgenössische Kunst, Provenienzforschung und die Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften ermöglichen eine neue Auseinandersetzung mit kolonialen Verflechtungen, kulturellem Erbe und globaler Verantwortung. Zugleich richten mehrere Projekte den Blick auf die ökologischen Folgen unseres Handelns und entwerfen andere Vorstellungen eines Zusammenlebens.
„Museen können heute nicht mehr nur bewahren und zeigen. Sie müssen ihre eigenen Sammlungen kritisch befragen, unterschiedliche Perspektiven zulassen und gesellschaftliche Debatten mit Offenheit führen. Genau dazu laden unsere Ausstellungen ein
“, sagt Direktorin Claudia Banz.
Herbst 2026 - Neue Ausstellungen im Überblick
Verborgene Geschichten. Schätze aus den Sammlungen
16. September 2026 bis 30. Mai 2027
Die Präsentation macht selten gezeigte Bestände sichtbar und rückt ihre Objektbiografien, Provenienzen sowie Fragen nach Identität und Verantwortung in den Mittelpunkt.
Ishír. Lebendige Erinnerung aus Paraguay
16. September 2026 bis 24. Jänner 2027
Die Schau bringt historische Sammlungsobjekte mit den Perspektiven ihrer Herkunftsgemeinschaft in Dialog. Zeitgenössische Arbeiten der Indigenen Gemeinschaft Ishír verbinden Erinnerungskultur mit dem Widerstand gegen die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraums.
Blutregen. Fotografie und Waffenhandel
29. September 2026 bis 18. April 2027
Die Ausstellung untersucht den Zusammenhang von Kolonialismus, Waffenhandel und fotografischen Bildern und hinterfragt überlieferte museale Narrative über Macht und Gewalt.
Bereits im Frühjahr eröffnete The Craftocene (bis 16. August 2026) des Londoner Designstudios SUPERFLUX. Diese Schau verbindet spekulatives Design mit Objekten aus der Sammlung und entwickelt Szenarien für ein ökologisches Zusammenleben jenseits des Fortschrittsglaubens.
Mit Kiteezi im Theseustempel (bis 11. Oktober 2026) und Materials in Conversation im Weltmuseum Wien (bis 30. August 2026) präsentiert die ugandische Künstlerin Nabukenya Allen (Njola Impressions) zwei eng miteinander verbundene Arbeiten. Mit recycelten Materialien aus Kampala und Wien macht sie globale Kreisläufe von Konsum und Müll sichtbar und rückt jene Menschen ins Zentrum, die die Folgen dieser Systeme täglich tragen.
Weitere Informationen und Pressebilder zu den Ausstellungsprojekten des Weltmuseums Wien stehen unter weltmuseumwien.at/presse zum Download bereit.
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